Fans warten schon länger darauf: Die Street Fighter-Story auf DVD. Mit Street Fighter - Round 1: Fight! geht dieser Wunsch in Erfüllung. Allerdings habe ich persönlich mir etwas anderes darunter vorgestellt, als ich nach Einwurf der DVD erhalten habe. Was ich davon halte und was euch beim Kauf erwartet, erfahrt ihr in unserer Review.
WTF? Eine Überraschung
Wie bereits angedeutet, habe ich nicht das erwartet, was ich beim Einlegen von
Street Fighter- Round 1:Fight! bekommen habe. Die DVD beinhaltet keinen Film im eigentlichen Sinne, sondern eher eine Art Comic im DVD-Format. Die etlichen Zeichnungen aus den originalen Comics wurden aufgearbeitet und in einer Art großen Diashow auf der DVD angelegt. Die Sprechblasen wurden weggelassen, dafür erfolgte eine Synchronisation der Charaktere, das Einfügen von Soundeffekten und eine leichte digitale Bearbeitung. Das Ergebnis kann sich im Grunde sehen lassen, allerdings muss man sich auf diese Art Unterhaltung einstellen. Wer einen Anime im eigentlichen Sinne erwartet, wird hier enttäuscht. Doch diese Art von Medium hat auch ihre eigenen Vorzüge und Nachteile, welche ich im Folgenden erläutern werde.
Ryu und Co.
Die Story wird von mehreren Handlungssträngen gespickt, welche im späteren Verlauf zusammenführen. Den Anfang macht Ryu. Bei seiner Meditation führt er sich nochmals die Ratschläge seines Meisters vor Augen, doch er wird von einem ungewöhnlichen Geräusch abgelenkt. So schnell er kann, läuft er zum Dojo seines Meisters und findet diesen tot auf. Ryu nimmt sich nun vor, den Mörder von Meister Gouken zu finden und sich zu rächen. Hierfür sucht er seinen alten Freund Ken auf, der ihn bei seinem Vorhaben unterstützen will.
Nebenbei befindet sich Commander Guile in
Street Fighter - Round 1:Fight!auf der Suche nach seinem verschwundenen Freund und verfolgt die Untergrundorganisation von M.Bison. Hierbei trifft er auch auf die Interpol Agentin Chun-Li, die ebenfalls hinter Bison her ist. Schon nach kurzer Zeit erfahren die beiden, dass M. Bison unbekannter Weise hinter dem besten Turnierkämpfer der Welt, Ryu, hinterher ist. Dadurch gerät der meisterlose Kämpfer ebenfalls in das Blickfeld der beiden exekutiven Kräfte.
Hinzu kommt noch die Schülerin Sakura, die sich auf die Suche nach einem Lehrmeister für sich macht. Sie hat ebenfalls Ryu im Auge, möchte ihn finden und als ihren Lehrmeister rekrutieren. Ein „Nein“ wird sie wohl nicht akzeptieren.
Nebenbei treten noch weitere bekannte Charaktere aus dem Spiel auf, allerdings nur in kleineren Nebenrollen. So zum Beispiel E. Honda, welcher ein Interview gibt, aber dann von Vega besiegt wird, der ebenfalls auf der Jagd nach Ryu ist. Auch Cammy ist mit von der Partie. Dies sind aber nur wenige der bekannten Kämpfer, die euch im Spiel begegnen.
Wer steckt hinter allem?
Die ursprüngliche Vorlage zu den Bildern hat ihre Wurzeln im bisher mehr als 30 bändigen Comic. Mitbeteiligt an der zeichnerischen Umsetzung waren beispielsweise lvin Lee, Arnold Tsang, Andrew Hou, Kare Andrews, Hyung Tae Kim und Rob Ross. In Szene gesetzt wurde das Ganze von Regisseur Joe Whiteaker und Produzent Eric Reichert. Die deutsche Bearbeitung erfolgte durch das
Anime House, welches für viele deutsche Anime-Produktionen bekannt ist.
Ein wirkliches großes Aufgebot wurde bei den Synchronsprechern gemacht. Hier finden sich nicht nur die Sprecher aus dem Videospiel, sondern auch Synchronstimmen aus dem Dragonballanime (Heinz Ostermann als Meister Gouken; bekannt als „Muten Roshi“) oder aus der Serie
Doctor House (Sascha Rotermund als Ryu, bekannt als „Dr. Chase“). Selbst aus anderen Animes wie Bleach, Full Metal Alchemist, Trigun und Witchblade wurden Synchronsprecher für die Comicumsetzung rekrutiert. Hier wird Fans also wirklich einiges geboten. Die grandiosen Synchronsprecher schaffen es, trotz der bewegungslosen Bilder, Leben in das neue Medium zu bringen.
Natürlich wird auch mit anderen Soundeffekten für die Umwelt und Kampfeffekte oder Ähnliches das Standbild belebt. Musikalische Untermalung darf natürlich auch nicht fehlen. Und auch hier wurde ganz anständig gearbeitet und eine stimmungsvolle Begleitung geschaffen.
Optisch grandios
Wie eingangs erwähnt, erwartet euch bei
Street Fighter - Round 1:Fight! kein Film im eigentlich Sinne. Diese neue Art von Medium ist gewöhnungsbedürftig, aber hat definitiv ihre Vorzüge. Die Zeichnungen überragen qualitativ nahezu jede Animeproduktion. Dieser Umstand lässt sich sicherlich darauf zurückführen, dass die Bilder nicht direkt in Bewegung gesetzt werden, sondern durch Kameraschwenks, Zoom und Lichteffekten ein stehendes Bild bearbeitet wird. Durch Ton wird außerdem Leben in das Geschehen gebracht. Vorstellen müsst ihr euch dies folgendermaßen: Ein Comic, in DVD- Format. Eine Bilderabfolge wird vertont, komplett synchronisiert und leicht bearbeitet. Es ist der Übergang von Comic zu Film, nur dass die Zeichenqualität erhalten bleibt.