Kengo Takeuchi dürfte einigen Gamern ein Begriff sein, war er doch an der Entwicklung namhafter Videospiele beteiligt. Ob nun „Final Fantasy VIII – IV“, „Chrono Cross“ oder „Kingdom Hearts“, in all diesen Videospielen konnte er seine Fähigkeiten speziell im Bereich der Computeranimation unter Beweis stellen. Natürlich war Takeuchi auch am CGI-Film „Final Fantasy: The Spirits Within“ beteiligt. Da man Künstler selten an einem Fleck halten kann, kam es, dass Kengo Takeuchi Square Enix verließ um seine eigenen Projekte voran zu treiben. Eines dieser Projekte ist der animierte Fantasy Film: „Yonna in the solitary fortress“.
Es war einmal...
Die junge Yonna und ihr älterer Bruder Stun waren schon immer Außenseiter, ausgestattet mit besonderen Fähigkeiten wurden sie stets gefürchtet als auch verachtet. Wie es bei den Menschen so ist wenn sie etwas nicht verstehen, schlägt das gesunde Misstrauen schnell in ungesunde Hysterie und Hass um. Um diesem Hass zu entgehen, flüchten die Geschwister in eine einsame Festung.
Die Regierung hat derweil ihr ganz eigenes Interesse an Yonna. Sie wollen sich ihre Gabe zu nutze machen. Welches Ziel dabei genau verfolgt wird, wird leider nie wirklich näher beleuchtet. Ihr könnt eurer Fantasie also freien Lauf lassen. Gutes dürfte die Regierung jedenfalls nicht im Sinn haben. Um Yonna für sich zu gewinnen, schickt die Obrigkeit den jungen Agenten Garda ins rennen. Der hat einen guten Kern und versucht stets seine Aufgaben so zu erfüllen, wie sie ihm aufgetragen wurden. So will er anfänglich auch Yonna für sich gewinnen, um sie der Regierung in die Hände zu spielen.
Doch nicht nur Garda ist hinter Yonna her. Auch der mit Flügeln besetzte Piggot versucht an Yonna heran zu kommen. Dafür wählt er jedoch den Weg über Yonnas Bruder. Piggot ist ein sehr undurchsichtiger Charakter, der nur nach seinen eigenen Regeln spielt. Im Verlauf des Films werden Yonna und der zum Guten bekehrte Garda von Piggot hinters Licht geführt und in der einsamen Festung beginnt ein Streit, der mit dem Tod enden könnte...
Innen pfui, außen hui?
Wo die Story noch etwas hölzern und undynamisch wirkt, sollte optisch einiges geboten werden. Dem ist jedoch leider nicht so. Schlecht sieht „Yonna“ zwar nicht aus, von einem Computeranimations-Profi wie Kengo Takeuchi hätte ich mir aber trotzdem um einiges mehr erwartet. Animationen, Haare, Hintergründe, all das hat man in Zwischensequenzen der „Final Fantasy“-Spiele in viel beeindruckenderer Weise gesehen. Dabei fällt vor allem die tote Welt als sehr negativ auf. Einzig die wenigen Charaktere erzeugen ein wenig Leben, die Schauplätze wirken steril und tot. Da stellt auch die Zauberei von Yonna, bei der sie ein paar hübsche Fantasy-Gestalten erschafft, nur den berüchtigten Tropfen auf den heißen Stein dar - die Wirkung verpufft.
Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist...
Musikalisch konnte man mit Toshio Okazawa einen talentierten Musiker verpflichten, der den Kurzfilm passend untermalt und die Stimmung gut einzufangen vermag. Das einige der Lieder ins Deutsche übersetzt wurden und sogar recht hörenswert eingesungen wurden, ist eine nette Abwechslung. Die Synchronisation ist weitestgehend ok, ihr solltet allerdings nicht zuviel erwarten. Leider gibt die optisch eher starre Vorlage auch einfach nicht viel her, um sie mit einer ausdrucksstarken Stimme lebendiger zu machen. Daraus resultierend passt sich die Synchro dem optischen Eindruck an: Es fehlt einfach an Lebendigkeit.