Namenschaos pur: Als Nintendo 1993 Star Fox nach Europa bringen wollte, gab es rechtliche Schwierigkeiten mt dem Namen, weswegen das Spiel als StarWing erschien. Dem N64-Nachfolger, ursprünglich Star Fox 64 getauft, erging es nicht anders und es kam unter dem Titel Lylat Wars zu uns. Erst mit dem 3DS-Remake kommt das Actionspiel nun unter seinem ursprünglichen Titel mit 3D-Anhängsel auf den Markt. Wir haben uns mit dem Team um Fox McCloud noch einmal in die Schlacht gegen Andross gestürzt.
Zeit für die Rückrunde
Der finstere Andross ist zurück! Nach seinem letzten Versuch, das ganze Lylat-System zu unterwerfen, wurde er auf den Planeten Venom verbannt. Doch fünf Jahre später registrierte General Pepper merkwürdige Aktivitäten auf Venom und schickte ein Team um James McCloud aus, diese zu untersuchen. Durch Verrat konnte die Truppe ihren Auftrag nicht erfüllen und nur Peppy Hare kehrte zurück. Jahre später greift nun Andross erneut nach der Macht über das Lylat-System und attackiert den vierten Planeten des Sternenhaufens, Corneria. General Pepper ruft das Star Fox-Team zu Hilfe, welches unter dem Kommando von James' Sohn, Fox McCloud, fliegt. Mit im Team: Peppy Hare, Falco Lombardi und Slippy Toad. Zusammen machen sie sich auf den Weg, erst Corneria zu befreien und danach zu Venom gelangen, um Andross endgültig das Handwerk zu legen.
Habt ihr das N64-Original gezockt, dürfte das Hauptspiel von
Star Fox 64 3D für euch kaum etwas Neues beinhalten. Zumindest, was das Gameplay angeht. Ihr schlüpft wieder in die Rolle von Fox McCloud und nehmt hinter dem Steuer seines Arwings Platz. Den steuert ihr durch einen Levelkorridor. An einigen Stellen, meist bei Gefechten mit Endgegnern, wird allerdings auch in den freien Flugmodus gewechselt. Hier habt ihr dann mehr Möglichkeiten, etwa um Gegner herumzufliegen. In wenigen festgelegten Ausnahmen übernehmt ihr die Kontrolle über einen Panzer oder ein U-Boot. Der Arwing ist jedoch euer Hauptgefährt und zu einigen Manövern fähig, die glücklicherweise alle vorab im Übungsmodus trainiert werden können. Loopings und Wendemanöver führt ihr entweder per Tastenkombo oder Druck auf das Steuerkreuz oben beziehungsweise unten aus. Mit den Schultertasten könnt ihr den Arwing schräg stellen, was euch erlaubt, schmale Passagen zu durchfliegen. Zudem könnt ihr so schnell nach links oder rechts ziehen und sogar - durch doppeltes Antippen - den Gleiter rollen lassen. Neben seiner Laserkanone, die sich durch einsammelbare Items aufbessern lässt, verfügt euer Gefährt über ein Bombenabwurfsystem. Aber die Geschosse müssen natürlich erstmal eingesammelt werden.
Auch die Gyro-Sensoren des 3DS kommen zum Einsatz: So lenkt ihr den Arwing (oder die anderen Gerätschaften) durch Kippen und Neigen des Handhelds. Das erwies sich im Test allerdings als ziemlich unpraktisch und kollidiert natürlich auch mit der dreidimensionalen Darstellung. Wer will, kann es ja mal antesten, eine wirkliche Bereicherung stellt es nicht dar.
Quer durch das Universum
Die Action in
Star Fox 64 3D findet auf dem oberen Screen in 3D statt, auf dem unteren erhaltet ihr einen Statusbericht eures Arwings. Euer Team ist natürlich in jeder Mission dabei und gibt ab und an Funksprüche von sich. Großmaul Falco hat dabei recht wenig Hilfreiches beizutragen, Peppy allerdings versorgt euch immer mal mit taktischen Tipps. Eine Sonderstellung nimmt Slippy ein - der ruft nämlich meistens um Hilfe, weil er mal wieder Gegner im Nacken hat. Das passiert auch anderen eurer Kameraden immer wieder, bei Slippy ist es allerdings der Normalzustand. Dennoch ist der Trupp sehr sympathisch und es tut schon ein wenig weh, wenn einer der Jungs abdrehen muss, weil er zuviele Treffer eingesteckt hat. Zumal er dann erstmal für die nächste Mission ausfällt, um Reparaturen am Arwing vornehmen zu können.
Zwischen Corneria und Venom liegen fünf Welten. Welche von den insgesamt 16 Leveln das sind, hängt von eurer Spielweise ab. Entdeckt ihr geheime Passagen, gelangt ihr über andere Wege zu eurem Ziel. Dabei wird einiges an Abwechslung geboten: Ihr zischt über Planetenoberflächen wie der des erdähnlichen Planeten Corneria, jagt durch Meteoritenfelder und verfolgt sogar einen Zug. Selbst unter Wasser hält nichts und niemand das Star Fox-Team auf. Wirklich lang ist
Star Fox 64 3D dennoch nicht, schon nach knapp einer Stunde kann Andross bereits das Zeitliche gesegnet haben. Wiederspielwert entsteht vornehmlich durch die alternativen Routen und die Möglichkeit, alle bereits absolvierten Level nochmal im Arcademodus anzugehen. In diesem bekommt ihr eine Zahl an zu beseitigenden Feinden vorgegeben, um entsprechend eine Medaille zu verdienen.
Mitspieler gesucht. Bitte nicht zu weit weg.
Zusätzlichen Wiederspielwert soll der Multiplayer-Modus von
Star Fox 64 3D bieten. Warum der nicht Online spielbar ist, erschließt sich uns allerdings nicht so recht. So geht es eben nur lokal gegen bis zu drei Mitspieler in den Kampf. Die müssen praktischerweise das Spiel nichtmal selbst besitzen, um an einem Match teilzunehmen. Und wenn euch nicht nur drei zusätzliche Spiele, sondern auch drei Mitspieler fehlen, geht es eben gegen die KI. Drei verschiedene Spielmodi stehen zur Auswahl, das Ziel ist aber immer das Gleiche: Die anderen Flieger abknallen und selbst nicht zerlegt werden. Dabei ist es egal, ob ihr eine Variante des guten alten Last-Man-Standings spielt, auf Zeit oder Punkte. Die Maps orientieren sich allesamt an den Welten aus dem Hauptspiel und bieten genug Platz, im freien Flugmodus spannende Duelle auszutragen.
Die Umsetzung in 3D ist
Star Fox 64 3D sehr gut bekommen. Q-Games und Nintendo haben das Spiel von Grund auf neu gebaut, haben dabei aber alle Eigenheiten der N64-Vorlage beibehalten. Dennoch: Wirklich beeindrucken kann die Grafik des Remakes nicht. Sicher, gerade die Endgegnerkämpfe profitieren von der dritten Dimension, aber Modelle und Texturen sind alles andere als hochauflösend. Dafür ist nichts vom Look der Vorlage verloren gegangen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Spiels stehen fünf Sprachen zur Verfügung. Zwar sind die Dialoge auch weiterhin ziemlich simpel gestrickt, da sie aber ohnehin nur Aufhänger für die Missionen sind, ist das verschmerzbar. Besser zündet da hingegen der Soundtrack: Die Stücke von Koji Kondo und Hajime Wakai wurden komplett neu aufgenommen und erklingen in neuerlichem Glanz. Und das Beste daran: Habt ihr das Hauptspiel durchgespielt, wird in den Optionen die Soundtest-Funktion freigeschaltet, mit der ihr euch die Stücke in Ruhe anhören könnt.