Beat 'em Up-Fans bekommen nach »Super Street Fighter IV 3D Edition nun endlich neues Futter für den Nintendo 3DS: Team Ninja schickt die Recken (und Mädels) der Dead or Alive-Reihe auf das Handheld. Ob es neben wogenden Brüste in 3D noch andere Argumente für den Kauf des Prüglers gibt, verraten wir im Test.
Die komplette Geschichte von Anfang an
Mit
Dead or Alive: Dimensions schickt euch das Entwickler-Studio Team Ninja auf eine Zeitreise durch die Geschichte der beliebten Beat 'em Up-Serie. Zumindest im Story-Modus,
Chronik genannt. Praktischerweise fungiert dieser circa vierstündige Modus auch als eine Art Tutorial, weswegen dieser den besten Einstiegspunkt in das Spiel darstellt. Serienveteranen werden sich aber auch ohne Tutorial schnell zurechtfinden, die Move-Palette und das Kampfsystem entsprechen genau dem Spielgefühl der "großen" Konsolenfassungen. Neben Tritten, Schlägen und Würfen sind es vor allem die Griffe, die das Gameplay bestimmen. Mit einem Griff kontert ihr die Attacken eures Gegners. Das erfordert präzises Timing, habt ihr das aber erstmal gefunden, stellt auch der höchste Schwierigkeitsgrad kein großes Problem mehr dar.
Die
Chronik reiht nicht einfach nur Kampf an Kampf, ihr bekommt durch Zwischensequenzen - teils vorgerendert, teils in Spielgrafik - noch die komplette Geschichte von
Dead or Alive bis
Dead or Alive 4 serviert, in entsprechend verkürzter Form und aufgeteilt auf fünf Kapitel.
Habt ihr das hinter euch (oder keinen Bock auf die komprimierte Story), könnt ihr euch dem
Arcade-Modus von
Dead or Alive: Dimensions widmen. Auf sechs Kursen bekommt ihr es mit einer Handvoll Gegner zu tun, entscheidend für eure Bewertung ist die Zeit, die ihr für einen Durchlauf braucht. Ähnlich aufgebaut ist der
Survival-Modus. Hier spielt allerdings die Zeit eine eher untergeordnete Rolle, entscheidender ist eure Ausdauer. Anfangs bekommt ihr es mit zehn Gegnern hintereinander zu tun, spätestens bei 50 Kontrahenten wird es aber schon träge, einen nach dem anderen auf den Boden zu schicken. Und wenn man dann 100 Kämpfern gegenübersteht... ihr könnt es euch denken. Daher ist es schön, wenn man nicht alleine ist - das ermöglicht euch der
Partner-Modus. Zusammen mit einem KI-Mitstreiter schlagt ihr euch durch 20 Missionen, mal gegen einen, mal auch gegen ein Team aus zwei Gegnern. Zudem gibt es noch die Möglichkeit, ein
Freies Spiel zu absolvieren: Ihr bestimmt, wie lange der Kampf dauern soll, auf welchem Schwierigkeitsgrad ihr spielen wollt und schon geht es los. Einen
Trainings-Modus, in dem ihr euch mit den Moves vertraut machen könnt, gibt es natürlich auch.
Der weltweite Wettstreit
Irgendwann ist aber all das erschöpft. Dann bleibt euch nur noch der
Multiplayer-Modus. Sowohl lokal als auch online könnt ihr euch mit anderen Mitspielern messen. Wie auch bei
Super Street Fighter IV 3D Edition ist aber gerade das Online-Spiel mit Freunden eine schwierige Kiste. Eine richtige Einladungsfunktion gibt es nicht, das macht das Zustandekommen eines Spieles mit Freunden zu einem reinen Zufall. Dafür kann man, wenn man gegen fremde Spieler antreten will, wählen, ob diese etwa aus der eigenen Region stammen oder weltweit gesucht werden sollen. Durch die Kämpfe gewinnt ihr Punkte, die euren Spielerrang festlegen - anhand dessen werden dann auch Gegner für euch gesucht. Die Matches laufen auch bei langsamer Verbindung recht flüssig, wirklich grobe Einbrüche konnten wir nicht feststellen. Ärgerlich sind, wie so oft beim Online-Gaming, die Matchabbrecher. Hier wäre es löblich gewesen, wenn das Spiel solches Verhalten abstrafen würde.
Zu Beginn des Spieles ist die Kämpferriege mit acht Charakteren noch recht überschaubar - im Verlauf der einzelnen Modi schaltet ihr aber weitere Recken frei. Insgesamt stehen euch später 25 Charaktere zur Auswahl. Diese verfügen sogar über unterschiedliche Kostüme, zudem könnt ihr in speziellen Matches (
Throwdown-Modus) gegen über StreetPass zufällig erhaltene Ghosts der Entwickler antreten und spezielle Klamotten freischalten. Nett ist auch der Fotomodus, in Form der
Vitrine: Ihr schaltet immer mal wieder Figuren frei, die ihr in den Levelhintergründen platzieren könnt. Ähnlich wie die Dioramen, die man mit den Augmented-Reality-Karten auf dem 3DS erstellen konnte, könnt ihr daraus dann 3D-Bilder erzeugen. In umfangreichen Kampfstatistiken erhaltet ihr zudem einen Überblick über eure gesamte Spielerfahrung.
Bewährtes Gameplay, super Technik
Technisch ist
Dead or Alive: Dimensions äusserst eindrucksvoll: Die Animationen sind flüssig, die interaktiven Arenen abwechslungs- und detailreich. Dazu gibt es schicke Effekte, etwa wenn ihr einen Gegner gegen einen Elektrozaun tretet. Auch das Spielgefühl entspricht dem der großen Fassungen - die Matches sind schnell und durch das gelungene Kampfsystem äusserst dynamisch. Anfänger können auf dem unteren Touchscreen zudem Kombos per Berührung ausführen, genau wie in
Super Street Fighter IV 3D Edition. Aufgrund der Masse würde das zum gezielten Einsatz allerdings Scrollen erforderlich machen - ein schnelles Ausführen bestimmter Moves fällt damit flach. Für das richtige Feeling sorgt dann noch die Sprachausgabe. In den Optionen könnt ihr statt der englischen Synchro auch zum japanischen Original wechseln, zudem stehen mehrere Sprachen für Bildschirmtexte und Untertitel zur Auswahl. Sehr löblich.
Einen technischen Makel gibt es aber doch: Zwar läuft
Dead or Alive: Dimensions auch bei zugeschaltetem 3D flüssig in 30 Frames pro Sekunde, in 2D erreicht es aber butterweiche 60 Frames. Die Framerate wird also in 3D einfach mal halbiert. Schade, da das Spiel vom 3D-Modus stark profitiert - die Arenen haben eine wirklich schön anzusehende Tiefe vorzuweisen.