Über 10 Millionen verkaufte Einheiten sprechen eine deutliche Sprache. Microsofts Bewegungssteuerung Kinect ist bislang ein voller Erfolg für die Redmonder. Zahlreiche Casualgamer griffen zur Xbox 360 und legten sich die innovative Kamera zu. »Kinectimals, »Kinect Sports oder »Kinect Joyride sorgten für unmkomplizierte – Kinectgegner sprechen gar von seichter – Unterhaltung vor dem heimischen Fernseher. Jetzt möchte Microsoft nochmals ordentlich nachlegen und neues Futter für Kinect nachliefern. Wird es dann endlich auch Kost für uns Coregamer geben? Wir haben uns die kommenden Kinect-Hits einmal genauer vorgeknöpft und bieten euch einen Ausblick auf die neuesten Spieleperlen.
Als Microsoft Ende 2005 die Xbox 360 in die Läden brachte, verfolgte der Windows-Konzern eine klare Strategie. Mit einer einzigartigen Onlineanbindung und einem ganzen Haufen an Shootern, Racern und Rollenspielen nahmen die Redmonder eine klar umrissene Zielgruppe ins Visier: die Coregamer. Die Verkaufszahlen gaben ihnen Recht. Masterchief & Co. sorgten dafür, dass sich die installierte Hardwarebasis stetig vergrößerte. Mit der Einführung der Wii rollte Nintendo jedoch bekanntermaßen das Feld von hinten auf. Der große Erfolg von Nintendo stellte sich jedoch nur bedingt durch
Mario und
Zelda ein. Vielmehr waren es Titel wie
»WiiSports oder
»Wii Fit, die mit eingängiger Steuerung für Begeisterung sorgten. Plötzlich wagten sich auch Oma und die kleine Schwester an die Konsole. Eine neue zahlungskräftige Zielgruppe wurde erschlossen: die Gelegenheitsspieler.
Auf genau jene hatte es Microsoft abgesehen, als man Kinect der breiten Masse vorstellte. Die Gruppe der Coregamer wusste man ohnehin schon in den eigenen Reihen. Schnell waren zehn Millionen Kameras verkauft. Eine ganze Serie von Spielen für Gelegenheitsdaddler machte sich gut im Ladenregal und erwirtschafteten starke Gewinne. Jetzt – nachdem Microsoft sein Baby Kinect etabliert hat – schielen die Redmonder abermals auf uns Coregamer, die sie mit attraktiven Spielen ködern möchten.
Ryse
Allein der Name Crytek lässt den ambitionierten Gamer mit der Zunge schnalzen. Dank Spielen wie
»Far Cry oder
»Crysis genießen die Frankfurter einen exzellenten Ruf in Videospielerkreisen. Die Verwunderung in Fachkreisen war groß, als Crytek die exklusiven Arbeiten an diesem Kinecttitel verkündete. Gelingt es dem deutschen Entwickler wirklich die komplexe Steuerung, die wir von ihren Spielen gewohnt sind, auf Kinect zu übertragen? Dies darf zumindest bezweifelt werden. Dennoch stehen die Chancen auf einen anspruchsvollen Titel recht gut, bürgt doch der Name Crytek für eine gewisse Qualität. Viele Details zum Spiel liegen leider noch nicht vor. Das Setting wird sich im antiken Rom ansiedeln, so viel ist bereits bekannt. Mit Schwert und Schild kann sich der Spieler durch die einstige Weltstadt kämpfen. Hoffen wir, dass es Crytek gelingt, den Schwertkampf weitgehend lagfrei in
Ryse zu transportieren.
Potential: 4/5
Star Wars Kinect
Es war wohl eine Frage der Zeit bis LucasArts ein
Star Wars Spiel mit Kinect Unterstützung anbieten würde. Die Möglichkeit, sein Lichtschwert mit der Bewegung der Hand zu steuern, lag schließlich nahe. Vermutlich noch in diesem Jahr wird es dann soweit sein. Glücklicherweise wird sich LucasArts nicht einzig auf den Schwertkampf fokussieren, sondern lässt auch andere Elemente mit einfließen. So haben die Entwickler für das fertige Spiel auch aufregende Flugsequenzen mit X-Wings und Tie Fightern versprochen. Auch das in Kinect integrierte Mikrofon soll seinen Einsatz bekommen. Wir sind gespannt, ob es nach einer langen Durststrecke endlich mal wieder ein gelungenes Spiel mit der
Star Wars Lizenz gibt.
Potenzial: 3/5
Dance Central 2
Nicht wenige Kinect-User sind der Meinung, dass
Dance Central das bislang beste Spiel für Kinect ist. Auf jeden Fall war es eines der erfolgreichsten. Konsequenterweise legen die Musikspielexperten von Harmonix nun den zweiten Teil nach. Hervorzuheben ist dabei wohl insbesondere der umfangreiche Karrieremodus, der im ersten Teil noch schmerzlich vermisst wurde. Des Weiteren bietet der Nachfolger natürlich mehr vom Altbewährten. Neue Charaktere und Umgebungen wird es ebenso geben wie insgesamt 40 neue Songs, zu denen ihr das Tanzbein schwingen dürft. Wie
»Rock Band User es schon gewohnt sind, lassen sich die Lieder aus dem ersten Teil übernehmen. Sehr vorbildlich!
Potenzial: 5/5
Kinect Sports: Season Two
Das britische Softwarehaus Rare bastelt nach dem Erfolg von
Kinect Sports derzeit eifrig an einem zweiten Teil. Nachdem bereits das Erstlingswerk durchaus zu unterhalten wusste, stehen die Chancen gut, dass die Reihe ihr Potential weiter ausbauen kann. Sechs neue Sportarten hat Rare ins Programm genommen. Mit Golfen, Darts, Tennis oder Skifahren möchte der Entwickler erneut die sportlichen Kinect Spieler für sich gewinnen. Die Briten haben dabei nicht nur an der Präzision der Steuerung gearbeitet, sondern auch die Möglichkeit der Spracherkennung eingefügt. Könnte schon ganz witzig sein, wenn euch der Caddy auf Zuruf den passenden Golfschläger reicht.
Potenzial: 4/5
Forza Motorsport 4
Klar, natürlich handelt es sich bei
Forza Motorsport 4 nicht um einen klassischen Kinecttitel. Ein Lenken des Wagens via Handbewegung wäre für die Rennsportfreaks von den Turn10 Studios wohl auch undenkbar. Dennoch haben die Entwickler die Kamerasteuerung als optionales Zusatzelement ins Spiel eingebaut. Die Möglichkeiten mit der Kamera zu interagieren werden sich jedoch in Grenzen halten, der Fokus liegt deutlich auf dem klassischen Gameplay. Wer unbedingt möchte, kann seinen Boliden mit der Hand lenken, was Fans der Reihe jedoch vermutlich höchstens zu Testzwecken machen werden. Interessanter ist da schon die Möglichkeit des Head-Trackings. Durch Bewegungen des Kopfes kann sich der Spieler im Cockpit umsehen. Vor dem Rennen kann man zudem um den Wagen herumgehen und sich die Pracht der Karosserie von allen Seiten betrachten.
Forza Motorsport 4 zeigt einen interessanten Ansatz. Die Kamera dient als mögliche Zusatzoption zur klassischen Steuerung mit dem Gamepad, genau an den Stellen, an denen es sinnvoll ist.
Potenzial: 5/5
Kinect Disneyland Adventure
Ähnlich wie schon
Kinectimals richtet sich auch
Kinect Disneyland Adventures an eine jüngere Zielgruppe. Im Spiel dürft ihr – oder euer Sprössling – eine virtuelle Rundreise durch das sagenhafte Disneyland starten. Dort trefft ihr auf viele bekannte Figuren wie Mickey Maus oder Donald Duck, mit denen ihr interagieren könnt. Zudem sind viele Themenbereiche und auch Attraktionen des Parks im Spiel nachgebildet. Ob der Titel spielerisch gehaltvoll wird, bleibt abzuwarten. Eine tolle Optik, der Einsatz von vielen beliebten und bekannte Figuren oder der Einbau bekannter Musiken könnten das Spiel aber gehörig aufwerten.
Potenzial: 3/5
Fable: The Journey
Im Kinect-Reigen darf natürlich auch Peter Molyneux nicht fehlen. Mit seinem Studio Lionhead steuert der Stardesigner ein eigenes Spiel aus dem
Fable Universum bei.
Fable: The Journey wurde von Grund auf für Kinect designed und ist bewusst keine konsequente Weiterführung der Serie. Dennoch tauchen bekannte Figuren wie die weise Theresa auch hier auf. Der Protagonist des Spiels ist allerdings ein gänzlich unbekannter Kutscher. Seine Mission: die Rettung der Welt! Dazu steht ihm zunächst einmal sein treues Pferd samt Kutsche zur Verfügung. Mit den Zügeln in der Hand lässt sich das 1PS Vehikel via Kinect durch die Waldwege steuern. Im späteren Verlauf werden weitere Elemente hinzugefügt. Ein wesentlicher Bestandteil ist dabei das Zauberspruchsystem. Mit mehr oder weniger komplexen Gesten richtet der Spieler magischen Schaden an, der je nach Zauberspruch variiert. Warten wir ab, wie genau Kinect die diversen Zaubergesten erkennt und die Magie auf den Bildschirm zaubert. Immerhin wagen Molyneux und Lionhead mal einen anderen Ansatz, um Kinect auch den Coregamern schmackhaft zu machen.
Potenzial: 4/5