Auf Xbox Live gibt es seit dem letzten, großen Update einen Bereich für so genannte Indie-Games. Sie sind billiger als Arcade-Spiele und stammen nicht von großen Entwicklern, sondern von kleineren Firmen oder Privatpersonen, die sich gerne am Programmieren von Xbox 360-Spielen versuchen. Eine Unmenge an entsprechenden Titeln steht mittlerweile zum Download bereit - sowohl Demos als auch Vollversionen, die für einen Preis von durchschnittlich 80 Microsoft-Points zu haben sind. Wir haben uns für euch umgeschaut und im folgenden Special die besten Indie-Games zusammengestellt.
Stein, Papier, Schere
Advanced Rock Paper Scissors ist eine eher schwache Ausgabe vom bekannten „Schere, Stein, Papier“. Der Unterschied besteht allein darin, dass es sich hierbei um die drei Elemente Feuer, Wasser und Wald handelt. Jeder Spieler (ob CPU oder menschlicher Gegner) erhält mehrere Karten mit unterschiedlichen Farben (rot, grün und blau, die für die Elemente stehen) und verschiedenen Werten. Nun wird über X,A,B oder Y eine Karte gewählt, die man spielen möchte. Der Gegner tut dies ebenfalls und so treten diese zwei Karten gegeneinander an. Gewonnen hat die Karte, die das stärkere Element darstellt. Bei gleichen Elementen entsteht ein Unentschieden und die nächsten beiden Karten werden gespielt. Beendet ist dieses eher langweilige Duell dann, wenn ein Spieler alle 15 Lebenspunkte verloren hat. Wenn ihr ein Kartenduell verliert, werden euch Punkte in Höhe des Wertes der Gewinnerkarte abgezogen. Kommt ein Spieler irgendwann auf 0, hat er das Spiel verloren.
Auch wenn ich grundsätzlich nichts gegen Neuauflagen von echten Klassikern habe, und erst recht gerne in Nostalgie, ist
Advanced Rock Paper Scissors nicht wirklich empfehlenswert. Das Pseudo-Kartenspiel im Stile von Schere, Stein, Papier ist weder innovativ noch spaßig.
Dating mit Hindernissen
Auch das nächste Game erinnert weitgehend an frühere Zeiten: In
Who did I date last night? schlüpft ihr in die Rolle eines verzweifelten Mannes, der sich nicht mehr daran erinnern kann, welche Dame er am Abend zuvor ausgeführt hat. Ihr erhaltet sechs Tipps, wie zum Beispiel „Ich glaube, sie mag Bikinis“ oder „Ich glaube, sie hat langes Haar“, und müsst dann aus einer Reihe von Fotos auswählen, welche Damen in Frage kommen und welche nicht. Das hört sich zwar ganz witzig an, verliert aber bereits nach wenigen Versuchen seinen Reiz. Schließlich bleiben die Damen immer die gleichen und es fällt sehr leicht, schon anfangs großflächig auszusortieren. Außerdem stört die Hintergrundmusik immens und auch die Damen sind nicht wirklich alle eine Augenweide. Allerdings eine ganz witzige Idee, die ein klein wenig an das berühmte „Wer bin ich?“ erinnert.
Sind das die beiden ersten Spiele, über die man stolpert, ist das Interesse an den Indie-Games wahrscheinlich so gut wie verflogen. Falls man nun noch einen dritten Kandidaten der Klasse „gähn“ erwischt, ist die Begeisterung dahin. Doch welche Perlen bleiben euch dann vorenthalten?
Avatare im freien Fall
In
Avatar Drop von Entwickler RodYan stürzt euer Avatar aus enormer Höhe in Richtung Boden. Die Flugbahn ist gespickt mit Ballons und Ringen, die durchflogen werden können. Je nach Ringgröße erhaltet ihr Punkte. Die Ballons halten den Avatar kurz auf, oder aber - vorausgesetzt ihr trefft einen der wenigen grünen Ballons - ihr werdet wieder in die Richtung geschleudert, aus der ihr gekommen seid. Zumindest solange, bis die Schwerkraft euch daran erinnert, wofür sie bekannt ist. Das Spiel ist insgesamt sehr spaßig und die Verrenkungen, die euer Avatar bei diesem Indie-Game leisten muss, sehen äußerst schmerzhaft aus. Das witzige
Avatar Drop ist natürlich der Multiplayer: Ob lokal oder online, bis zu vier Avatare können zeitgleich den freien Fall erleben und versuchen, möglichst viele Punkte zu sammeln. Sobald der erste Avatar durch den letzten großen Ring gefallen ist, ist das Spiel beendet und die Punkte werden ausgewertet. Insgesamt ein sehr witziges Game, welches die 80 Microsoft Points definitiv wert ist.
Futter für Zombie-Jäger
In
I maed a gam3 w1th zomb1es!!!1 geht es dagegen schon heftiger zu. Als kleines Pixelmännlein steht ihr einer Armee von Zombies gegenüber, die mit Flammenwerfer, Laser oder Maschinengewehr besiegt werden müssen. Eine wirkliches Spielende tritt erst ein, wenn man das zeitliche gesegnet hat - die Armee der Zombies ist nämlich unerschöpflich. Falls die Zombies wirklich einmal ausgehen, greifen eben grüne Wabbelmonster oder rot-weiße Schlangen, die sehr an
Snake erinnern, an. Ebenso witzige Features sind der Soundtrack sowie der Hintergrund des Games selbst. Ihr starrt in der Vogelperspektive auf euer Männchen, und wenn gerade mal genügend Zombies ausgemerzt wurden, um den Boden zu sehen, werdet ihr feststellen, dass dieser sich ständig verändert. Ob nun ein Schachbrettmuster oder eine langweilige Wiese - alles ist möglich. Ein ziemlich witziges Ballerspiel, das im Multiplayer noch viel mehr rockt als alleine.
Runden-Rennen aus der Vogelperspektive
Little Racers trifft meinen persönlichen Geschmack noch mehr. Ein witziges Arcade-Rennspiel, das mehr zu bieten hat, als man von einem Indie-Game erwarten würde: Sechs Rennstrecken, Turniermodus für Single- und Multiplayer, Quickmatch, verschieden Autoklassen, Schwierigkeitsgrade und Rundenanzahl. Aus der Vogelperspektive überblickt man die komplette Rennstrecke, welche meist aus einfachen Figuren, wie zum Beispiel einer großen Acht, besteht. Über X wird die eigene Karosse beschleunigt, mit dem Stick wird gelenkt. Anfangs zwar etwas ungewohnt, doch nach einer gewissenr Zeit bekommt man die Steuerung in den Griff und kann fröhlich drauf losfahren. Ein hoher Spaßfaktor ist hier auf jeden Fall gegeben.
Controller als Freudenspender
Etwas ganz anderes erwartet euch in
A Perfect Massage. Dieses Programm basiert einzig und allein auf der Vibration des Xbox 360-Controllers. Je nach Wahl des „Massageprogrammes“ beginnt der Controller 10 Minuten lang zu vibrieren - hart, weich, schnell, zärtlich, wie ihr es wünscht. Das hört sich zwar nach absolutem Trash an, doch die Controllervibrationen im Nacken vermitteln ein recht angenehmes Gefühl, das zwar sicherlich in medizinischer Hinsicht nicht an eine professionelle Massage rankommt, aber dennoch einen kleinen Funken Luxus ins Haus bringt. Auf jeden Fall eine witzige Idee und eine neuartige Nutzung der Controllervibrationen
Angeln im virtuellen Gewässer
Ebenfalls für die eher ruhigeren Gemüter ist
Fishing Girl gedacht. Wie der Name bereits sagt, wagt man sich an einen liebevoll gestalteten See, der vor buntenr Fischen in verschiedenen Größen nur so wimmelt, um dort den großen Fang zu machen. Für jeden gefangen Fisch erhält man ein paar Goldstücke, die man später für eine längere oder stabilere Anglerleine ausgeben kann. Dadurch erreicht man auch tiefere Regionen des Sees und kann so größere Fische fangen, die eine schwächere Leine problemlos durchgebissen hätten. Ein Ganz amüsantes Minigame, das die Zeit angenehm vertreibt.
Ein ursprünglicher Plattformer
Unterhaltung liefert aber auch
Pixel Man, ein auf das simpelste reduzierte Jump´n´Run. Man steuert ein kleines weißes Männlein in
Super Mario Bros.-Perspektive durch leere Gänge. Das Ziel ist das Erreichen eines kleinen, gelben Vierecks. Um dort hinzugelangen heißt es natürlich Springen (A) und Laufen (Stick). Die grauen Felder stellen Boden oder Vorsprünge dar, die roten Flecken sollte man lieber meiden, da sie dem Männlein nicht gut tun (Lava?Feuer? egal!). Dieses pixelige Game ist auf das Nötigste reduziert, aber bringt dennoch immensen Spaß. Von A nach B zu kommen, ist das einzige Ziel - und das natürlich meist über Umwege. Fazit: simpel und dennoch spaßig.