Zubehörhersteller Snakebyte möchte die gamescom nutzen, um seine neuen Produkte der Öffentlichkeit vorzustellen. Den meisten von euch wird Snakebyte als Lieferant von Tragetaschen für Handhelds, Gamepads oder Spielehüllen bekannt sein. Wenig interessant für einen Produktvorschau? Bevor ihr euch zum nächsten gamescom-Artikel weiterklickt, solltet ihr jedoch zur Kenntnis nehmen, dass derzeit ein Android-Tablet speziell für Gamer in der Mache ist. Wenn ich damit eure Aufmerksamkeit gewinnen konnte und ihr neugierig auf ein ungewöhnliches Konzept geworden seid, dann solltet ihr euch diesen Artikel auf keinen Fall entgehen lassen.
Bevor wir euch das Konzept von
snakebyte eins – so der Name des Android-Tablets – vorstellen, möchten wir zunächst über einen neuen Controller von Snakebyte sprechen. Auf den ersten Blick sieht der
idroid:con aus wie ein standardmäßiges Gamepad, vom Design her dem des DualShock-Controllers nicht ganz unähnlich. Allerdings arbeitet der
idroid:con nicht mit den üblichen Verdächtigen wie PS3 oder Xbox 360 zusammen, sondern wurde für den Einsatz an iOS- und Android-Geräten designt. Die Kommunikation zwischen Controller und Endgerät passiert ganz einfach und kabellos via Bluetooth. Er verfügt über zwei analoge Sticks und ein Digikreuz, sowie vier Aktionstasten und die gleiche Anzahl an Schulterbuttons. Komplettiert wird das Set durch die vier Funktionstasten Start, Select, Turbo und Clear. Geladen wird der in das
idroid:con integrierte Akku mit dem beiliegenden 2 Meter langen USB-Kabel.
Vor Ort konnten wir den Controller auch gleich an einem handelsüblichen Android-Tablet ausprobieren. Als erstes Testobjekt musste der Egoshooter
Shadowgun herhalten, der mit fulminanter Grafik derzeit die Spielecharts im
Google Play Store stürmt. So toll die Grafik aber auch ist, mit dem Touchpad steuert sich der Shooter derart schwammig, dass ich schon nach kurzem Anspielen schnell aufgegeben habe. Schön, dass sich der Entwickler dazu entschlossen hat, den Snakebyte Controller als Steuerungsmöglichkeit zuzulassen. Mit dem gewohnten Gamepad geht doch gleich alles viel flüssiger von der Hand. Das gleiche Erlebnis hatte ich anschließend bei SEGAs Klassiker
Sonic CD. Mit Touchpad kaum steuerbar, kommt mit dem
idroid:con ein schönes Retrofeeling auf. Leider unterstützen noch nicht alle Spiele den Controller. Diesbezüglich befindet sich Snakebyte aber im Gespräch mit vielen Entwicklern, damit unser liebgewonnenes Gamepad schon bald von deutlich mehr Spielen unterstützt wird.
Snakebyte mit neuer Vertriebsplattform für Android
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer breiteren Unterstützung könnte dabei der
snakebyte eins Store werden. Dort können Entwickler ihre Spiele veröffentlichen und von vornherein deutlich machen, dass die Titel auch das entsprechende Gamingzubehör unterstützen. Zeitgleich steht es den Entwicklern aber auch frei, ihre Games ebenfalls im bekannteren
Google Play Store zu veröffentlichen. Restriktionen seitens Snakebyte gibt es nicht. Jeder Android-Entwickler kann für
snakebyte eins entwickeln. Wie es um den Erfolg dieser Plattform bestellt ist, bleibt natürlich noch abzuwarten. Dennoch, die Vorstellung einer breiten Auswahl von Androidspielen, die auf einen haptischen Controller zurückgreifen, klingt verlockend.
Snakebyte: Wir sind ein Hardwarehersteller
Nachdem Controller und Vertriebsplattform schon fertig beziehungsweise eifrig in der Mache sind, fehlt es natürlich noch an einem entsprechenden Endgerät, auf dem sich die Spiele auch in hoher Qualität abspielen lassen. Hier wartet Snakebyte mit einer echten Überraschung auf. Das
snakebyte eins ist ein 7" Tablet, das in zwei verschiedenen Varianten mit einem Android 4.0 Betriebssystem ausgeliefert wird. Die Standardausführung kommt mit Bluetooth Controller und entsprechender Maus daher, die das Steuern der Spiele deutlich erleichtern sollten. Zusätzlich liegt dem Set eine Dockingstation bei, mit dem das Gerät an den heimischen Fernseher angeschlossen werden kann. Die zweite Ausführung, das sogenannte
Gametab, verfügt zusätzlich über physische Tasten direkt am Gehäuse des Tablets. Die technischen Daten des
snakebyte eins sind noch nicht final. Dennoch hat Snakebyte eine Mindestausstattung bekannt gegeben, über die das Gerät verfügen soll:
- RK 3066 1.6 GHz
- Dual Core Cortex A9 CPU mit Media- und mathematischem Koprozessor
- Quad Core Mali-400 MP GPU (Open GL ES2.0 & 1.1, OpenVG 1.1)
- 1080p@60fps, 1080p@30fps (3D) video decoder
- 16 GB Flash on-board, 1 GB DDR3 RAM
- Micro SD Slot (32 GB)
- USB Host & OTG
- HDMI Out (HDMI 1.4)
- Bluetooth 4.0 (2x)
- IPS 1280*800 screen, 7”
- hochwertige Komponenten: schneller Markenspeicher, japanische Batteriezellen
Eine Kopie von OUYA?
Möglicherweise wird dem ein oder anderen Leser dieses Konzept bereits durch das Kickstarter-Projekt
OUYA bekannt vorkommen. Die Android-Konsole weist in der Tat einige Parallelen zum
snakebyte eins auf. Beide bieten eine Android-Plattform und einen Controller mit haptischen Knöpfen. Der Vorteil des Snakebyte-Geräts liegt allerdings in der Mobilität. So lässt sich das Tablet natürlich jederzeit vom Fernseher abklemmen und auf dem eigenen Screen weiterbetreiben. Weiterhin besteht auch die Möglichkeit, das Spielgeschehen auf dem Tablet von den Abläufen auf dem TV-Bildschirm zu lösen. Damit wären gar Spielkonzepte ähnlich der Wii U möglich. Doch das ist alles noch Zukunftsmusik. Zunächst gilt es für Snakebyte weitere Partner für das ambitionierte Projekt ins Boot zu holen. Gelingt dies, könnte das
snakebyte eins eine sehr interessante Plattform für Spieler werden. Das Tablet wird voraussichtlich im 1. Quartal 2013 in den Handel kommen. Ein Preis steht ebenfalls schon fest. 199€ soll das
snakebyte eins mitsamt Controller, Maus und Dockingstation kosten.