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FASZINATION AMIGA 500
 Special von Sebastian Hamers (20.05.2011) Artikel-Feed (RSS) abonnieren

Am 23. Juli 1985 stellte die Firma Commodore in New York den Amiga 1000 vor. Nach schleppendem Start nahm der Amiga-Zug rasch Fahrt auf. Nach dem Commodore 64 bedeutete der Schritt hin zur 16-Bit Power einen echten Quantensprung. Auch für mich war die Freundin eine langjährige Lebensbegleiterin, der ich viele schöne Spielstunden zu verdanken habe. Für die jüngere Generation der Spieler ist es vermutlich schwer, die Faszination Amiga zu verstehen. Dieser Artikel ist Erklärungsversuch, Lobpreisung und Retrotrip zugleich.


Der Tag, an dem ich mir den Amiga 500 samt Speichererweiterung auf 1MB RAM im frisch eröffneten Saturn besorgte, ist mir noch gut in Erinnerung geblieben. Erste Erfahrungen mit dem Computer konnte ich schon einige Monate zuvor bei einem Freund machen, der die schmucke Hardware schon eine Weile vor mir besaß. Im Vergleich dazu fühlte ich mich mit meinem C64 wie in der Steinzeit.


Workbench Experience

Seien wir ehrlich! Niemand wollte einen Computer wie den C64 oder den Amiga zum Arbeiten, Verwalten von Dateien oder zum Erlernen einer Programmiersprache. Dennoch bot gerade der C64 eine komfortable Möglichkeit, sich ein wenig mit BASIC zu beschäftigen. Die einfachsten Befehle waren schnell verinnerlicht und entsprechend fix gab es auch die ersten Erfolgserlebnisse. Ein wenig Verwunderung trat beim ersten Einschalten des Amiga 500 ein. Keine Befehlseingabe, kein blinkender Cursor, nur der schlichte Startscreen ohne Möglichkeit der Interaktion. Um ein Programm zu starten, war es nicht mehr nötig, die Tastatur zu bedienen.

LOAD“*“,8,1
RUN


Wie oft hatte ich diese Zeilen in die C64-Tastatur gekloppt? Und jetzt? Einfach Diskette einschieben und los geht der Spaß. Wobei das natürlich nur die halbe Wahrheit ist. Von „sofort los“ kann natürlich auch in der 16-Bit Ära der Heimcomputer keine Rede sein. Ladezeiten waren auch beim Amiga 500 an der Tagesordnung. Allerdings in deutlich reduzierter Form. Die 3,5 Zoll Diskette fasste mit 1,44MB nicht nur ein vielfaches der 5,25 Zoll Schlabberdisk des C64, sondern transportierte die Daten auch deutlich schneller in den RAM.

Dem Rechner lag auch eine grafische Benutzeroberfläche bei, die Amiga Workbench. Lange Zeit bevor Microsoft mit Windows die PC-Welt revolutionierte, konnte Commodore schon so etwas vorweisen. Allerdings benutzte kaum jemand die Workbench. Warum auch? Schließlich ließen sich die Essentials auch ohne die Workbench starten: die Spiele. Im Freundeskreis gingen manche gar so weit, die Diskette auf der sich die Nutzeroberfläche befand, zu löschen, um eine wertvolle Leerdiskette zu gewinnen. Das hatte ich mich dann aber doch nicht getraut…


Eine ganze Welt frischer Spiele

Das Amiga-Fieber hatte Deutschland und seine Schulhöfe schnell erfasst. Etliche Kopien wurden von hier nach dort und wieder zurück kopiert. Woher die Originale kamen, wusste vermutlich niemand so genau. Besonders beliebt waren auch die Kopierprogramme, von denen es eine stattliche Anzahl gab. In mindestens ebenso hoher Stückzahl gab es allerdings auch Viren, um die sich damals die wenigsten Gedanken machten. Gut in Erinnerung geblieben ist mir etwa der „Saddam“ Virus. Dieser hatte nur eine einzige Aufgabe: jedes File auf der Diskette zu öffnen und in diese das Wort „Irak“ zu schreiben.

Irgendwie dazu gehörten auch die Demosequenzen der Hackerszene. Die Hacker entfernten nicht nur den Kopierschutz, sondern bauten auch gleich noch nette Cheats mit in die Spiele ein. Auf Wunsch ließen sich unendlich viele Leben, Munition oder gleich die Unverwundbarkeit einstellen. In vielen Spielen war dies auch bitter nötig, da der Schwierigkeitsgrad der Spiele im Schnitt wohl deutlich höher lag als heutzutage. Casualspieler suchte man damals noch vergebens. Amiga-User waren Hardcorezocker, die sich notfalls auch ohne Cheat stundenlang in ein Spiel verbeißen konnten. Schon tausendmal an einer Stelle in den Abgrund gestürzt? Egal, vielleicht klappt es ja beim tausendundersten Mal. Leidesfähig waren sie wohl, die Amigazocker.


Von der Arcade auf den Amiga

Doch welche Spiele bewegten uns damals eigentlich? Echte Highlights waren immer Portierungen aus der Spielhalle. In Deutschland blieb der Jungend der Zutritt in die Spielhöllen verwehrt, doch während des Italienurlaubs konnte sich jeder Pubertierende frei in den Sala Giochis bewegen. Stundenlang umkurvten wir die Automaten, staunten über die atemberaubende Grafik und fieberten mit, wenn sich die beiden Spielhallenchampions in Street Fighter vermöbelten.

Hin und wieder fand auch eines der Spiele seinen Weg auf den Amiga. Spiele wie Capcoms Final Fight oder auch besagtes Street Fighter wurde irgendwann auch für Commodores 16-Bit Maschine umgesetzt. Tatsächlich machten die Spiele auch Spaß. Im Nachhinein muss man jedoch zugegeben, dass die Steuerung eigentlich eine echte Zumutung gewesen ist. Da der Joystick des Amigas lediglich über einen einzigen Feuerknopf verfügte, ließ sich ein komplexes Beat 'em Up kaum vernünftig steuern. Aber das Teil kam aus der Spielhalle, als MUSSTE es cool sein. Egal wie hakelig es auch sein mochte.


Erste Kontakte mit der Maus

Natürlich gab es aber auch Spielkonzepte, die mehr auf die Eigenschaften des Amigas zugeschnitten waren. Dies waren nicht unbedingt die Spiele aus den Arcades, sondern eigens für 16-Bit Rechner erstellte Software. Etwas, das den Amiga von den Konsolen wie dem SNES oder dem Mega Drive abgrenzte, war die beigelegte 2-Tasten Maus, natürlich mit Kugel. Die Technik war faszinierend. Brav folgte der Mauszeiger den Bewegungen der Hand, it's magic! Vielen Spielkonzepten kam diese Eingabetechnik auch deutlich zugute. Mit Grausen erinnere ich mich noch an Maniac Mansion, das ich damals auf dem C64 tatsächlich mit einem Joystick spielte. Unvorstellbar! Mit der Maus steuerten sich Adventures und die damals sehr beliebten Wirtschaftssimulationen wie Mad TV oder Oil Imperium eine ganze Klasse besser.

Hauptsteuerungseinheit blieb aber dennoch der Joystick. Dank der Kompatibilität zu vielen anderen Heimcomputern und Konsolen wie dem C64 oder dem Atari VCS2600 ließ sich bequem auch alte Hardware an den Amiga anschließen. Die Halbwertzeit der Joysticks war dennoch oft von kurzer Dauer. Joystickkillerspiele wie Decathlon verloren auf dem Amiga zwar an Relevanz, die empfindlichen Mikroschalter segneten dennoch häufig das Zeitliche.


Geteilter Spaß ist doppelter Spaß

Amiga-User taten also gut daran, gleich immer einen ganzen Haufen an funktionierenden Joysticks auf Lager zu haben. Nicht nur wegen der Empfindlichkeit der Sticks, sondern auch weil sich viele Spiele zu zweit spielen ließen. Das Onlinezeitalter lag noch Äonen entfernt, so dass sich der beste Kumpel immer mit vor dem Rechner hocken musste. Möglichkeiten, sich zu zweit vor dem Screen auszutoben, gab es reichlich. Da es auch noch keine vernünftige 3D-Darstellung gab, gelang dies sogar ohne Splitscreen. In 2D düsten oftmals zwei Spieler gleichzeitig über den Bildschirm und retteten die Welt vor bösen Aliens. Mit zwei Spielern gleichzeitig war aber auch erstmal das Ende der Fahnenstange erreicht. Optionen für vier Spieler gab es höchstens in einigen Wirtschaftssimulationen, in denen die Spieler nacheinander ihren Zug abgaben. Dennoch habe ich den Amiga als sehr geselligen Heimcomputer in Erinnerung.

Trotz der großen Verbundenheit und der vielen guten Erinnerungen an den Amiga, kam aber Anfang bis Mitte der Neunziger schließlich doch die Zeit des PCs. Nachdenklich wurde ich als ich Monkey Island 2 auf einer zweistelligen Stückzahl von Disketten erhielt. Gott sei Dank besaß ich zu dieser Zeit schon ein zweites Diskettenlaufwerk, was absoluter Luxus war. Trotz der Zusatzhardware fühlte ich mich aber dann doch zum Diskjockey degradiert. Während der (laaaangen) Ladezeiten waren oftmals gleich mehrfach die Disketten auszutauschen.


Fortschritt oder Rückschritt?

Also musste schließlich doch ein leistungsfähiger PC her. Es handelte sich damals um einen potenten 386DX mit 40 MHz, 4MB RAM, 1MB Video RAM und 240MB Festplatte. Monkey Island 2 ließ sich darauf natürlich problemlos installieren. Wartezeiten gab es keine und natürlich auch kein nerviges Diskettengewechsel.

Allerdings vermisste ich auch die einfache Bedienbarkeit des Amigas. Nachdem ich mich so sehr an das einfache Einschieben der Diskette und des Autostarts der Spiele gewöhnt hatte, musste ich wieder mit einer Eingabeaufforderung vorlieb nehmen… ganz wie damals auf dem C64. Schnell stellte sich heraus, dass die Bedienung von MS-DOS 5.0 doch ein ganzes Stück komplizierter war. Neben den Schikanen, die MS-DOS an sich schon bereithielt, bereitete mir die Speicherverwaltung enorme Bauchschmerzen. XMS, EMS, konventioneller Speicher… all dies wollte bedacht werden. Auch der Anschluss eines Joysticks ließ sich nicht so ohne weiteres bewerkstelligen. Wer eine Soundkarte besaß, konnte den Stick über den Gameport anschließen und musste anschließend das Gerät kalibrieren. Der Anschluss von zwei Joysticks gestaltete sich zum wahren Albtraum. Hier war der Amiga doch sehr komfortabler, wenn natürlich auch nicht ganz so flexibel wie der PC.





Neben dem C64 war der Amiga 500 die Hardware meiner Jugend. Tage und Nächte verbrachte ich vor dem Rechner. Ob alleine und mit Freunden, der Amiga hatte immer das passende Spiel parat. Die einfache Bedienbarkeit und die vielfältige Spieleauswahl machten die Hardware zu etwas ganz Besonderem. 1,44 MB auf eine Diskette, 4-Kanal Sound, Mausbedienung und 1MB RAM sorgten für ein tolles und nie gesehenes Spielerlebnis. Heimcomputern wie dem C64 oder dem Atari800 hatte der Amiga also vieles vorraus. Dank seiner exzellenten Bedienbarkeit sorgte der Amiga für viel Freude in deutschen Jugendzimmern und machte das Gerät zum Kult.
 
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Über "Faszination Amiga 500" im Forum diskutieren

#1 | AmigaMaster [20.05. | 23:46] 
Diskette nicht gleich Diskette
1,44 MB auf eine Diskette? Da trübt die Erinnerung, 1,44 MB ist das "PC" HD Format. Standard am Amiga waren Double Density Disketten mit einer Kapazität von ca. 1 MB, von denen 880 KB nach dem Formatieren frei blieben. Nur selten wurden auch 1,76 MB HD-Disketten genutzt, da man ein entsprechendes HD Floppylaufwerk benötigte (eines davon lächelt mich hier gerade an). Durch Nutzung anderer Dateisysteme, die u. a. 82 anstatt der 80 Sektoren nutzten, liess sich unkomprimiert sogar mehr als 2 MB pro Floppy rausholen - Speicherplatz um alle Kosten war die Devise.

Im Grunde eine schöne Zeit, ich weiß noch genau wie ich mit einem Freund jahrelang Supercars 2 gezockt haben. Angefangen hat es immer mit den Worten "Schiesst du mich nicht ab dann schiess ich dich auch nicht ab" - heute spiele ich mit derselben Person auf der PS3 online mit oder gegneinander (derzeit Portal 2) und ich bin mir sicher, dass wir das in 30 Jahren weiterhin so handhaben, was auch immer die Technik dann parat haben wird.

#2 | Micha [21.05. | 00:14] 



12.935
Faszination Amiga 500
Da ist deine Erinnerung offenbar noch etwas klarer als die von Basti :)

Ich hatte nur einen Freund, der damals einen Amiga hatte. An sich war ich als PC-Spieler auch nicht wirklich neidisch... bis ich Monkey Island bei ihm gesehen hab. Deutlich runder, mehr Farben, toller Sound.

#3 | Sebham [21.05. | 08:37] 



2.615
Faszination Amiga 500
@AmigaMaster: Damn, du hast natürlich vollkommen Recht. Sehe es mir nach, in meinem Alter verblassen die Erinnerungen schonmal ;-).

#4 | TaPuLaToR [21.05. | 14:30] 



1.710
Faszination Amiga 500
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um auf meine Auswahl der besten Spiele für den Amiga 500 hinzuweisen: http://www.gameradio.de/special/special/1679/amiga_500_-_die_besten_spiele_fuer_commodores_freundin.html

Bastis Artikel behandelt das Thema Amiga 500 ja eher allgemein. Und gewohnt unterhaltsam. :)

#5 | :-D [23.05. | 06:51] 
Faszination Amiga 500
Ich galube warum uns diese Ära sogut in Erinnerung bleibt, ist das Gefühl das es immer was neues gab. Man hatte vier (mehr oder weniger) volle diskettenboxen und spielte ein game nach dem anderen und alle hatten ein bestimmes flair, was meiner meinung nach heute nicht mehr erreicht wird. Das liegt aber sicher daran, das man sich satt gesehen hat. Auch wenn die grafik heute weitaus besser ist. Aber es flasht einen nicht mehr so wie damals.

Am Anfang der Amiga zeit muss ich auch sagen das das teil keine konkurenz zu befürchten hatte. Ich dachte mit meinem Amiga 600 mit 2MB getrimmt Kickstartwechsel auf 1.3 (da leider viele games nur darauf liefen) und einem weiteren diskettenlaufwerk hab ich den absoluten über rechner. Die Soundeffekte waren dem PC noch überlegen und grafisch waren Sie relativ gleichwertig. Bis zu dem Tag als VGA grafiken Standart wurden und ich Wolfenstein 3D und Doom kennen gelernt habe. Da musste ich leider eingestehen, das die Kapitulation nicht mehr fern sein würde.

Dennoch bin ich froh das es den PC gibt, denn er ist und hoffe bleibt die Übermaschine. Denn als ich von Emulatoren gehört habe und heute sehe wie gut diese umgesetzt sind, freue ich mich das durch solche Programme die alten gerätschaften nicht in vergessenheit geraten.


 






















16 Bit Power
beiliegende Maus
3,5 Zoll Disketten
1 MB Speichererweiterung
vierstimmiger Soundchip


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