Die erste Gamescom war für Veranstalter und Besucher ein voller Erfolg und konnte den Besucherrekord der alten Games Convention auf Anhieb übertreffen (»siehe Newsmeldung). Wir wollen die beiden Messen trotzdem noch einmal gegenüberstellen und in den einzelnen Punkten Gelände, Verkehrsanbindung, Stadt, Inszenierung und Presse miteinander vergleichen.Anmerkung: Wir beziehen uns bei diesem Vergleich lediglich auf die alte Games Convention. Die weiterhin bestehende Games Convention Online bleibt daher außen vor.
Städte
Die Millionenstadt Köln hat knapp doppelt so viele Einwohner wie das in Sachsen gelegene Leipzig. Die Rheinmetropole bietet entsprechend auch deutlich mehr Hotels in allen Preissegmenten. Während auf der
Games Convention eine frühe Buchung Pflicht war, kann man sich bei der
Gamescom bei der Hotelsuche relativ viel Zeit lassen. Den zahlreichen Sehenswürdigkeiten in der überlaufenen Kölner Innenstadt (Dom, Rheinufer,…) steht ein familiäres, charmanteres Leipziger Stadtzentrum gegenüber. Beide Städte haben definitiv ihren Reiz. Daher geht diese Runde mit einem Unentschieden aus.
1:1 für beide Messen
Verkehrsanbindung
Das mitten in der Stadt gelegene Messegelände der
Gamescom befindet sich in direkter Nähe zum Hauptbahnhof. Per S-Bahn, U-Bahn oder Bus ist die Messe also bestens zu erreichen. Der wenige Kilometer entfernte Flughafen Köln-Bonn sorgt für eine perfekte Anbindung mit zahlreichen Flügen. Wer mit dem Auto zur
Gamescom gelangen will, muss sich jedoch teilweise mit überfüllten Straßen herumschlagen.
Das Leipziger Messegelände liegt außerhalb der Stadt, direkt an der Autobahn. Eine Durchquerung der Stadt mit dem Auto ist auf der
Games Convention demnach keine Pflicht. Busse und Straßenbahnen sorgen für eine (etwas längere) Anfahrt vom Stadtzentrum aus. Leipzig verfügt zwar ebenfalls über einen Flughafen. Da dieser jedoch deutlich kleiner ist, sind Zwischenlandungen und Umsteigen meist unvermeidbar.
1:0 für Köln
Messegelände
Das deutlich größere Messegelände der
Gamescom sorgt aufgrund der breiteren Durchgänge für einen entspannteren Messebesuch. Der Boulevard, der die einzelnen Hallen miteinander verbindet, kann den großen Ansturm besser verkraften, noch leer stehende Hallen sorgen auch in Zukunft für eine mögliche Erweiterung der Messe.
Das Leipziger Messegelände war mit der
Games Convention des letzten Jahres eindeutig an seine Grenzen gestoßen. Die gläsernen Verbindungsröhren erwiesen sich als aufgeheiztes Nadelöhr. Die dichter gedrängten Stände machten den Messerundgang oft zur Geduldsprobe. Dafür bietet Leipzig sehr weitläufige, begrünte Außenbereiche, die etwas Erholung vom Messetrubel ermöglichen.
Knappes 1:0 für Köln
Inszenierung
Während auf der
Games Convention eine Unterhaltung in den Hallen aufgrund der ohrenbetäubenden Beschallung der Stände fast unmöglich war, bot die
Gamescom hier eine vergleichsweise erträgliche Lärmkulisse. Der Hauptgrund dafür dürfte in den oft in sich geschlossenen Ständen zu finden sein, die jedoch oft für lange Schlangen und damit verbundene Wartezeiten sorgten. Auf der
Games Convention waren die Stände meist offener angelegt, so dass alle Besucher einen Blick auf aktuelle Trailer werfen konnten. Generell war in diesem Jahr ein Trend hin zu kastenförmigen Messeauftritten zu erkennen. Lediglich die Stände von Bethesda (Containerburg) oder Sony (Wohnzimmeratmosphäre) stachen positiv heraus.
1:0 für Leipzig
Pressearbeit
Beide Messen sind zwar primär für das Publikum ausgelegt. Doch natürlich liegt auch eine umfangreiche Presseberichterstattung im Interesse der Veranstalter. Mit einer überall verfügbaren WLAN-Anbindung wurde die Arbeit für Journalisten auf der
Games Convention deutlich erleichtert. Im Gegensatz dazu bot die
Gamescom zwar einen deutlich größeren Bereich für die Presse, da das Drahtlosnetzwerk allerdings nur auf diesen Raum beschränkt war, mussten schon am ersten Tag viele Journalisten auf dem Boden sitzend ihre Texte tippen. Der Snack-Bar auf der
Games Convention mit Kaffee-Flatrate steht eine vollwertige Kantine mit günstigen Preisen auf der
Gamescom gegenüber. Ein Schicksal teilen jedoch beide Messen: Sie stehen noch immer im Schatten der E3. Nur wenige Publisher nutzen die europäische Messe für große Ankündigungen. Der Großteil der Informationen, Präsentationen und Demos wurde bereits auf der amerikanischen Spielemesse präsentiert.
Knappes 1:0 für Leipzig (aufgrund der besseren WLAN-Anbindung)
Ergebnis
Sowohl die
Gamescom als auch die
Games Convention konnten bei unserem direkten Vergleich jeweils 3 von 5 Punkten für sich beanspruchen. Beide Messen bieten eigene Vor- und Nachteile, was Austragungsort, Verkehrsanbindung oder Inszenierung betrifft. Lässt man die für Messebesucher nicht relevante Pressearbeit außen vor, so kann sich die
Gamescom knapp vor der
Games Convention platzieren.
Natürlich handelt es sich bei den von uns aufgeführten Punkten um eine subjektive Betrachtung, die aus unseren persönlichen Erfahrungen resultiert. Da ihr die Messen sicherlich anders wahrgenommen habt, würden wir uns über eine rege Beteiligung in den Comments freuen.