Mystische Wesen gehen seit jeher Hand in Hand, um einen bestimmten, uns nur all zu gut bekannten, Zweck zu erfüllen. Den Zuschauer in Angst und Schrecken zu versetzen. Während die Horror-Ikone schlechthin immernoch der Vampir sein dürfte, ist es in den modernen Mythen meistens ein Wesen, welches um einiges ekelhafter zu Werke geht: Der Zombie. Woher der lebende Tote kommt, wo man ihn überall antreffen kann und was ihn so schrecklich macht, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen. Doch Vorsicht: Lesen auf eigene Gefahr!
Hmm, lecker! Gehirn!
Der Zombie ist inzwischen in so vielen absurde Theorien in Videospielen, Filmen und Literatur aufgetaucht, dass eine eigentliche Definition unmöglich ist. Es ist jedoch bekannt, dass das Wort Zombie aus dem Afrikanischen stammt, wo das Wort nzùmbe ungefähr soviel bedeutet wie Totengeist.
Die Erfindung des Zombie liegt lange zurück und lässt sich auf eine der Urängste der Menschheit zurückführen. Früher war es gang und gebe, Angst vor Schwarzer Magie zu haben (Wer erinnert sich da nicht an solch intelligente Ideen wie die Hexenverbrennung), die unter anderem auch mit der Rückkehr bereits Verstorbenener in Verbindung gebracht wurde. Die Ironie an dieser Sache war, dass man im 18. Jahrhundert Wachpersonal einstellte, das Untote, die sich aus dem Totenbett erheben, erneut zur Strecke bringen sollte. Sie kamen sogar häufig dazu, diese Tätigkeit auszuführen, allerdings nur, weil der damalige Fortschritt noch keine genaue Feststellung des Todes erlaubte und so einige zur Strecke gebracht wurden, die eigentlich noch am Leben waren, aber bereits für tot erklärt wurden.
Inzwischen geht man davon aus, dass der Zombie aus einem so genannten Hoax (Einer Falschmeldung die sich öffentlich oder in privaten Kreisen verbreitet) entstanden ist, die behauptete, dass haitianische Voodoo-Priester ihre Opfer mit Hilfe eines Pulvers in einen Scheintod-Zustand versetzen konnten, um sie dann Tage später als willenlose Sklaven wiederzubeleben.
Das interessante hierbei ist, dass es in der Geschichte hieß, dass Pulver wurde mit Juckpulver vermischt und dem Opfer auf die Haut aufgetragen wurde. Durch den ständigen Juckreiz und das damit verbundene Kratzen sollte das Pulver dann ins Blut gelangen. Hier könnte eine der ungeschriebenen Zombie-Regeln entstanden sein, dass eine Infektion durch eine Kratzwunde entstehen kann, wie es häufig in Filmen aufgegriffen wurde.
Der Forscher Wade Davis erklärte diese Theorie in seinem Buch „The Serpant and the rainbow“ das als „Die Schlange im Regenbogen“ auch verfilmt wurde. Der Glaube an die Zombiepraktiken ist in Haiti immernoch weit verbreitet. So ist es laut Paragraph §246 des haitianischen Gesetzbuches verboten, sich einen Zombie als willenlosen Sklaven anzueignen.
Bis die Fetzen fliegen
In der amerikanischen Kultur und später auch auf der ganzen Welt, wurde der Zombie vom bedrohlichen realen Wesen, zu einem Stilmittel in Horror, Fantasy und Science-Fiction. Der erste bekannte Film, der sich mit dem Thema Zombies beschäftigt, dürfte Victor Halperins „White Zombie“ von 1932 sein. Zahlreiche Verfilmungen die sich den fleischfressenden Untoten annahmen folgten.
Dabei gab es endlos viele Theorien, wie so ein Zombie entstehen kann. Schwarze Magie, Viren- bzw. Pharmaforschung, Infektionen, der bekannte Blitzeinschlag in eine Leiche (Frankenstein lässt grüßen) oder die Übernahme durch einen Parasiten, dürften die bekanntesten unter ihnen sein. Verwunderlich ist dabei teilweise, wie detailliert manche Entstehungsgeschichten, trotz der Tatsache, dass es sich um reine Fiktion handelt, sind.
Über die Jahre sind dabei auch die ungeschriebenen Regeln der Zombiethematik entstanden: Infektionen erfolgen über indirekte oder direkte Blutübertragung, z.B. Biss oder Kratzwunde. Zombies sind langsam, lassen sich am besten über einen Schuss in den Kopf ausschalten und weisen meist starke Verwesungerscheinungen auf.
Heutzutage wird sich aber zunehmend von diesen Klischees entfernt, um den Zombie wieder etwas interessanter und unberechenbarer zu machen. So kann er inzwischen meistens rennen oder ist wieder in der Lage in geringem Maße zu denken. Doch eines ist gleich geblieben: Der Hunger nach Menschenfleisch.
Doch schon damals gab es erste Filme, welche die Zombiethematik parodierten, so z.B. Peter Jacksons Splatterkomödie "Braindead" aka "Dead Alive". In diesem Film wird auf der sumatrischen Insel Skull Island (Eine Anspielung auf die Insel, auf der King Kong lebt) ein Rattenaffe gefunden, stilecht für die abgefahrene Story entstand dieser, nachdem ein Baumaffe von einer Beutelratte vergewaltigt wurde. Durch den Biss des Rattenaffen entstanden zwar extrem dumme, aber auch extrem zähe Zombies die weder durch einen Schuss in den Kopf noch sonstige Zerstückelung aufzuhalten waren.
Das daraus entstandene Genre der Splatterkomödien wurde zuletzt auch von "Shaun of the Dead" aufgegriffen, welcher eine Parodie auf sämtliche „...of the Dead“ Filme darstellt.
Es sind so viele von ihnen
Die Bedrohung der Zombies wird meistens noch durch die schiere Überzahl der lebenden Toten verstärkt. Dadurch verwandelte sich das eigentlich für Grusel bekannte Horrorgenre in Splatter, wo Kettensägen, Messer, Bleistifte und sogar Rasenmäher Anwendung in der Zombie-Bekämpfung fanden.
Mit Videospielen wie "Half Life" und "Resident Evil", hielt der Zombie dann auch Einzug in die Videospielwelt. Der eigentliche Untote fand aber schon Jahrzehnte zuvor einen Platz in diversen Games, egal ob als Auferstandener in diversen RPGs oder als Mumie und Skelett in Spielen mit Fantasythematik.
Doch egal ob als Zombie, Untoter oder noch differenzierter als Lich. Der wandelnde Tote hat sich zum Kultobjekt der modernen Unterhaltungsmedien gewandelt und wird seinen Platz an der Spitze nur sehr widerwillig wieder abtreten.
Es gibt sogar ein alkoholisches Getränk namens Zombie. Dieser Rumcocktail ist in der Rezeptur sehr variabel, die Hauptsache ist, dass drei bis sechs Sorten Rum mit bis zu 70% enthalten sind und durch das Hinzufügen von Fruchtsäften abgeschmeckt werden. Der Name des Drinks entstand, nachdem ein Gast bei dem amerikanischen Restaurantbetreiber Donn Beach in den 30ern ein starkes alkoholisches Mixgetränk verlangte und daraufhin beschrieb, er habe sich zwei Tage lang wie ein Untoter gefühlt.