Im Rahmen der Veröffentlichung der PSP Go wollen wir euch in unserer PSP-Woche das Sony-Handheld ausführlich vorstellen. Wir werfen einen Blick auf die Technik, die Spiele und die Zukunft der tragbaren PlayStation. Wer die grundlegenden Funktionen der PSP in Bewegung sehen möchte, sollte unser >> kommentiertes »Video zu den Features des Handhelds nicht verpassen!
Zögerlicher Start
Die PlayStation Portable (abgekürzt: PSP) erschien in Deutschland am 1. September 2005 – zu diesem Zeitpunkt war sie in Japan bereits gute 10 Monate auf dem Markt. Was die PSP auszeichnet, ist definitiv ihr Display – ein kristallklares 16:9-Bild. Aber leider gab es über das Display nie nur Gutes zu berichten, so tauchten sehr bald Meldungen von Bildschirmen mit Pixelfehlern auf und immer mehr Käufer störten sich an der Schlierenbildung bei schnellen Bewegungen. Aber auch die Buttons sorgten für Verdruss bei den Fans – nur zwei Schultertasten und ein Analogpad, das war vielen zuwenig. War man doch von der stationären PS2, die nur ein ein kleines Stück „stärker“ ist als die PSP, anderes gewohnt. Aber der größte Kritikpunkt war lange Zeit der Spielenachschub – zum Release in Deutschland - immerhin fast ein Jahr nach Japan-Start - standen kaum gute Spiele für das Gerät in den Läden.
Das konnte die PSP aber durch ihre Multimedia-Fähigkeiten durchaus kompensieren. Die PSP war und ist mehr als nur eine portable Spielkonsole, sie ist ein regelrechter Multimedia-Alleskönner. So verbergen sich unter der schwarzglänzenden Oberfläche ein MP3- und Videoplayer, Zugriff auf das Internet und nicht zuletzt eine Bildbetrachtung. Spätere Versionen der Firmware brachten weitere Video-Codecs, Unterstützung für RSS-Feeds, Internet-Radiostreams und dergleichen ein. Auch folgte bald Zusatz-Peripherie wie eine Kamera oder ein GPS-Empfänger. Anfangs versuchte Sony zudem Filme auf UMD - dem PSP-eigenen Format - anzubieten und als Format zu etablieren, dieses Experiment kann jedoch mittlerweile als gescheitert angesehen werden. Klar – wer möchte den Film auf einem Format haben, dass nur auf PSP funktioniert, wenn er stattdessen eine Blu-ray oder zumindest DVD haben kann, welche er sich zu Hause in groß ansehen und auch in ein PSP-konformes Format konvertieren kann?
Trotz aller Möglichkeiten lag die PSP bei vielen Käufern lange Zeit untätig herum, da gute, neue Spiele Mangelware waren. Heute hat man mit der PSP jedoch Zugriff auf ein recht ansehnliches Spiele-Portfolio.
Spielen wie daheim
Anders als bei anderen tragbaren Systemen, sind viele Spiele fast 1:1-Ableger ihrer großen Vorbilder auf den stationären Konsolen, vor allem der PS2. So finden sich zwei
Grand Theft Auto-Teile auf der PSP ebenso wie Ableger von
Metal Gear Solid,
God of War oder auch
Silent Hill. Alle natürlich technisch etwas runtergeschraubt und an die Möglichkeiten der PSP angepasst, aber durchaus ihren großen Vorbildern gerecht werdend und technisch mitunter sehr beeindruckend. Und so bekamen viele Reihen bald schon eigene tragbare Ableger spendiert. Einige der wichtigsten Spiele für PSP stellen wir euch in einem >>
»kommentierten Video kurz vor, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Schaut auf jeden Fall mal rein.
Dem Spielen unterwegs stand allerdings eine Hürde im Weg: Die Akkulaufzeit. Diese schwankt zwischen 4-8 Stunden, ist damit je nach Auslastung der PSP schnell am Ende. Und gerade der 333MHz-Modus der PSP, den viele aktuelle Spiele verwenden, zehrt gewaltig am Akku. Es gibt aber Akkus, die eine höhere Laufzeit versprechen.
PSP-2000 bis PSP-3000
Auf der E3 2007 stellte Sony der Welt eine überarbeitete Fassung der PSP vor: Die
PSP Slim & Lite (interne Bezeichnung: PSP-2000). Diese ist leichter und dünner als die Ur-Fassung, verfügt über einen UMD-Cache für das (verbesserte) UMD-Laufwerk und kann per USB-Verbindung aufgeladen werden. Zusätzlich wurde der Arbeitsspeicher auf 64MB verdoppelt, was ein schnelleres Laden von grossen Internetseiten und Videos ermöglicht. Interessantestes Feature ist aber wohl der VideoOut-Ausgang, über den die PSP an den heimischen TV angeschlossen werden kann. Hiermit lassen sich dann Videos und Bilder am TV betrachten. Um Spiele auf den großen Bildschirm zu kriegen, braucht es allerdings ein Spezialkabel sowie einen Fernseher mit Progressive Scan.
Auf der GamesConvention 2008 zeigte Sony eine neue Fassung der PSP – interner Name:
PSP-3000. Eigentlich bringt die PSP-3000 nur ein stark verbessertes, da kontrastreicheres und ein wenig entspiegelteres, Display sowie ein Mikrofon mit, sonst hat sich nichts im Vergleich zur PSP Slim & Lite getan. Schon kurz nach Veröffentlichung wurden erste Macken am Display bekannt. So sollen dort unschöne Scanlines und Antialiasing-Probleme auftreten. Sony Japan führte dies in einer ersten Stellungnahme auf Hardware-Eigenschaften zurück, eine Behebung dieser Problematik ist bislang wohl nicht geplant.
PSP Go
Durch kleinere Pannen gelangte schon vor der öffentlichen Präsentation auf der E3 2009 an die Öffentlichkeit, wie sich Sony die Zukunft der PSP vorstellt: Die
PSP Go. Intern trägt diese die Bezeichnung N-1000, wird jedoch fälschlicherweise oft als PSP-4000 bezeichnet. Diese kommt mit einigen Änderungen daher - so wurde das Design beispielsweise völlig überarbeitet. Der Bildschirm wurde durch einen (kleineren) Slide-Screen ersetzt, der über den Bedienelementen liegt. Komplett gestrichen wurde das UMD-Laufwerk: Spiele sind nun via Download über den PlayStation Store erhältlich und werden auf den 16 Gigabyte internen Speicher der
PSP Go transferiert. Statt eines Memory Stick Pro Duo kommt in der neuesten Hardware-Auflage ein Memory Stick Micro zum Einsatz. Zudem unterstützt die
PSP Go nun Bluetooth und ist nochmal um einiges leichter als die PSP-3000.
Ob Sony mit dem neuen Konzept Erfolg beschienen ist, ist allerdings fraglich. So stößt der Wegfall des UMD-Laufwerkes den Besitzern einer älteren PSP (samt entsprechender Spiele) sauer auf. Zudem ist das PlayStation Network zum Start mit nur wenigen Spielen gefüllt - zumindest in Deutschland. Da diese als Download teilweise genauso viel oder sogar mehr kosten als die UMD-Fassung im Laden, dürfte sich da der Ansturm ohnehin in Grenzen halten. Auch der Verlust der Möglichkeit, gebrauchte Spiele wieder zu verkaufen, dürfte vielen nicht gefallen.
Im
»zugehörigen Video stellen wir euch die grundlegenden Funktionen der PSP vor. Mit dabei: XMB, PlayStation Store, Abspielfunktion für MP3 und Videos sowie Internet-Browser und Internet-Radio-Empfang.
Weiteres zur Zukunft des tragbaren Handhelds, wie
Room oder
Minis, erfahrt ihr im nächsten Teil unseres Specials.