Im Rahmen der gamescom 2010 zeigte Nintendo auch den neuen Handheld 3DS - leider nur hinter verschlossenen Türen. Wir haben uns für euch das Gerät einmal näher angesehen und verraten euch, was die Hosentaschen-Konsole zu bieten hat. Achtung: Der folgende Artikel kann Spuren von Sabber enthalten.
Handhelds an der Leine
Da liegen sie vor uns, angekettet an einer kleinen weißen Box inmitten des ebenfalls recht kleinen Raumes: Vier schwarze Nintendo 3DS. Äusserlich dem DS, von dem mehrere auf der weißen Ledercouch verteilt liegen, sehr ähnlich. Die Geräte werden aufgeklappt und an uns durchgereicht. Zunächst fällt der flache Analog-Stick auf der linken Seite auf. Der obere Bildschirm ist ein wenig breiter als der untere, unter dem sich noch drei Tasten verbergen (Select, Home und Start). Wir drücken lieber den rechts daneben angebrachten Power-Knopf und der 3DS erwacht zum Leben.
Zunächst bekommen wir eine Techdemo gezeigt, die aus mehreren kleinen Objekten, wie etwa Statuen, besteht. Hier können wir dann mit dem Analogstick um das Objekt kreisen und experimentieren ein wenig mit dem Schieberegler für den 3D-Effekt. Ausgeschaltet sieht das Bild aus, wie auf einem herkömmlichen DS (mit verbesserter Auflösung). Je weiter der Schieberegler aber nach oben geschoben wird, desto räumlicher wird die Darstellung auf dem Display. Es ist, als würde der Hintergrund des 3DS nach hinten gezogen und das Objekt wie ein Akkordeon entfaltet. Und das alles ohne 3D-Brille oder ähnliche Hilfsmittel. Wir kippen den Bildschirm etwas, um zu überprüfen, wie sich das auf die Ansicht auswirkt. Und tatsächlich: Irgendwann ist ein Winkel erreicht, in dem wir das Bild doppelt sehen und nicht mehr in 3D.
Wir wollen mehr sehen!
Die Objekte mögen ja schon beeindruckend gewesen sein, aber jetzt wollen wir mehr sehen. Ein paar Handgriffe (da die gezeigten Handhelds noch nicht über die finale Software-Oberfläche verfügten), schon ist eine Techdemo zu
Metal Gear Solid: Snake Eater 3D geladen. Und die hat es in sich: Schon bei den Logo-Einblendungen kommt die Tiefe des Raumes voll zur Geltung. Wenn dann noch die Kamera zwischen Farnen, Büschen und Bäumen durchfährt, wird es schlichtweg atemberaubend. Steuern können wir Snake zwar nicht, aber mit dem Analogstick die Kamera um ihn herum bewegen. Glücklicherweise lässt Kojima Productions in dieser Demo nicht ständig Objekte auf den Betrachter zukommen (wie es etwa in 3D-Kinos zu Beginn immer gerne getan wurde, um auch ja den 3D-Effekt eingesetzt zu haben), sondern nutzt diese Möglichkeit nur, um die Umgebung und den Charakter plastisch wirken zu lassen. Und das gelingt! Dennoch kommt ab und an mal ein Objekt weiter nach vorne - etwa eine Wespe, ein fallender Stein oder der Arm eines nach seiner Zigaretten-Packung suchenden Soldaten. Auch das aus dem Finale von
»Metal Gear Solid: Snake Eater bekannte Blumenfeld wird gezeigt und beeindruckt.
Als nächstes interessierte uns die Demo zu
Resident Evil: Revelations. Diese zeigt Jill Valentine, Chris Redfield und Albert Wesker. Die Untertitel scheinen sich hierbei vollständig von der dahinter ablaufenden Sequenz abzuheben - grandios! Aber auch die Szenerie selber glänzt mit einigem Einsatz der Effekte und zeigt auch einige Sequenzen, die man aus
»Resident Evil 5 beziehungsweise dem Addon
In Alpträumen verloren kennt. Ob das gezeigte Gespräch Rückschlüsse auf die Story des eigentlichen Spiels zulässt? Warum ist Wesker an einen Stuhl gefesselt und wird von Jill bedroht, welche widerum von Chris bedroht wird? Wir wissen es nicht - und man konnte (oder wollte) uns dazu auch nichts verraten. Gehören die gezeigten Szenen tatsächlich zum Spiel, dann dürfte
Resident Evil: Revelations wohl zeitlich noch vor den Ereignissen von
In Alpträumen verloren angesiedelt sein.
3D dezent eingesetzt
Auch in den weiteren gezeigten Demos wird der 3D-Effekt dezent und glaubwürdig eingesetzt. Es steht allerdings natürlich zu befürchten, dass sich einige Spiele-Hersteller erstmal mit dem recht plakativen Einsatz der neuen Möglichkeiten negativ hervortun werden. Gezeigt wurden uns unter anderem Szenen aus
Kid Icarus: Uprising,
Nintendogs & Cats (man konnte sogar mit einem von drei Hunden ein wenig spielen),
Mario Kart und
Pilotwings (hier konnte man mit einem von zwei Geräten selbst in die Lüfte gehen). Auch sehr beeindruckend waren Szenen aus Zack Snyders neuestem 3D-Film
Legend of the Guardians.
Das letzte antestbare Feature ist die integrierte 3D-Kamera. Leider mangelte es in dem kleinen Raum an Motivmöglichkeiten, um die Wirkung des Effektes testen zu können. Unsere Versuche, im Vordergrund den Tisch und im Hintergrund einen Monitor aufzunehmen, waren wenig überzeugend. Bislang ist es zudem nur möglich, 3D-Fotos aufzunehmen - ob die finale Software die Möglichkeit bieten wird, kleine Filme in 3D zu drehen, ist fraglich.
Alle Details zur Technik, den Features und dem Spiele-Lineup für die Hosentaschen-Konsole erfahrt ihr in unserem ausführlichen
»Special zum Nintendo 3DS auf GameRadio.de.