Es gibt Spiele, die sind allein schon spaßig, entwickeln aber erst im Multiplayer ihre volle Wirkung. In diese Kategorie fällt auch Konamis Fussball-Simulation Pro Evolution Soccer. Anhand des neusten Ablegers PES 10 möchten wir euch ein paar Einsteiger- und Fortgeschrittenen-Tipps geben – in der Hoffnung, eure Spielweise beim Rasenschach vielleicht etwas verbessern zu können.
Tipp 1 – Mannschaftsauswahl
Dieser Tipp ist genauso effektiv wie banal. Achtet stets darauf, welches Team euer Gegner spielen wird und welche Mannschaft ihr dagegen setzen wollt. Wichtig ist das, weil die Auswahl eures Gegenspielers schon viel über seine Art verraten kann. Bevorzugt er eher eine offensiv-starke Mannschaft wie Portugal oder Argentinien, mehr komplette Teams mit guter Abwehr und Sturm à la Spanien bzw. Brasilien oder Defensiv-Bollwerke fürs Kontern, wie es z.B. Inter Mailand ist? Natürlich sollte man sich nicht beim Offensiv-Monster Real Madrid auf die gute Abwehr von Manchester United verlassen, während man dann nach vorne kein Spiel aufziehen kann. Unweigerlich kriegt man in der Summe der Chancen dann meist ein Doppelpack an Toren. Denkt nicht nur wie ihr die Stärken des Gegners kompensieren, sondern auch diese zu eurem Nutzen verwenden könnt. Ich persönlich entscheide mich gerne für Chelsea beim Spiel gegen Madrid, weil ich ein gutes Kurzpass-Spiel mit Lampard und Ballack in die Spitze zu Drogba aufziehen kann und Abwehrexperten wie Terry, Alex oder Carvalho dem madrilenischen Dream Team das Leben schwer machen.
Vergesst trotz aller Mannschafts-Schwerpunkte nicht abwechslungsreich aufzutreten. Der FC Barcelona ist zwar am stärksten in Form eines Dreier-Sturms, aber diese Spielweise wird vom Gegner bereits erwartet. Daher lohnt es sich, auch mal in der Halbzeit auf das Sturmerduo Ibra und Henry mit einem Messi im offensiven Mittelfeld als Passgeber umzustellen. Den Gegner anderweitig ins Unbekannte tappen zu lassen, ist auch durch ein nicht so oft gewähltes Team möglich. Olympique Lyon und Manchester City haben Ausnahmespieler wie Tevez, Govou oder Wright-Phillips in ihren Reihen, werden aber von der Masse der Spieler ignoriert. Kommen dann diese Talente im Match zum Tragen, habt ihr den Aha-Effekt auf eurer Seite. Als Stolperstein entpuppt sich nur die DLC-Version eures Spiels. Da Robinho mittlerweile wegen Formschwäche wieder ausgeliehen in Brasilien kickt, steht er ManCity nicht zur Verfügung. Also verzichten böse Naturen auf ein Update und haben noch Robben bei Madrid, Viera bei Inter oder eben Robinho auf dem Flügel bei Manchester zur Verfügung.
Tipp 2 – Die Form
Habt ihr euch nun auf ein Team festgelegt, werft immer ein Blick auf die Form eurer Truppe. Denn wie soll die beste Abwehr der Welt bei der englischen Nationalmannschaft gegen die Brasilianer bestehen, wenn alle formschwach sind? Dann doch lieber auf die Franzosen zurückgegriffen, die zwar nicht so bretthart verteidigen, aber dafür in der Form ihres Lebens sind. Denn zeigt der magentafarbene Pfeil nach oben, hat der Spieler bis zu 20 Prozent mehr Potential als wenn er bloß grün ist. Das reine Auf-die-Form-schielen hat sich übrigens auch nicht bewährt. Soll heißen, dass ein leicht formschwacher Christiano Ronaldo immer noch besser die Abwehrreihen durchbricht wie ein gut aufgelegter Granero im rechten Mittelfeld.
Tipp 3 – Variantenreichtum
Nachdem wir das Grundgerüst festgelegt haben, geht es daran, dieses zu variieren. So könnt ihr euch mit den neu hinzugekommenen globalen Spielweisen festlegen wie eng der Abstand zum ballführenden Spieler ausfallen soll oder wie häufig Positionswechsel durchgeführt werden. Persönlich editiere ich mir aber hier nie den Wolf, denn die Zeit bis zum Matchbeginn ist begrenzt. Daher achte ich immer auf eine Manndeckung der gegnerischen Spitzenspieler, die ich gerne bei Bedarf nicht nur durch die Innenverteidigung, sondern auch per Außenverteidiger oder gar defensivem Mittelfeld doppeln lasse. Ihr müsst euch aber immer vor Augen halten, dass ein Lionel Messi immer Torgefahr ausstrahlt. Der Kleine dribbelt sich auch durch zwei Spieler hindurch seinen Weg zum Tor. Schießen kann er zwar nicht so gut, aber der Pass auf den Hammerschuss von Ibra kann er trotzdem schlagen.
Tipp 4 – Die Taktik
Danach nicht vergessen, eure Lieblingstaktiken auf die Knöpfe des Gamepads/Tastatur zu legen. Denn durch Drücken des linken Triggers kann man so schnell auf Konter oder auf Pressing umstellen. Je nach Spielstil kann auch die komplette Defensive oder die erbarmungslose Offensive als dritte und vierte Taktik empfohlen werden. Denn liegt man in der 70. Minute mit zwei Toren hinten, kann man so vielleicht den Gegner überraschen und doch noch überrollen. Genau das Gleiche, nur umgekehrt mit der totalen Defensive, ist wünschenswert, wenn das Gegenüber zusätzlich zu den starken Offensiv-Spitzen der Argentinier, nun auch die kopfballstarke Abwehr in euren Strafraum beordert.
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Und da man darüber ganze Bücher schreiben kann, wo man genau flanken soll, welche Tricks auf dem Rasen tatsächlich umsetzbar sind und welche Techniken eher etwas für Schönspieler sind, lasse ich es erstmal dabei bewenden. Fakt ist jedenfalls, wenn man in der Grundbauphase vieles falsch gemacht hat, dann helfen auch die besten Skills am Pad nicht mehr weiter. Gerne gehe ich aber auch in einem zweiten Special näher auf die Praxisphase des Rasenschachs ein.