Anläßlich der Veröffentlichung von »Ghostbusters: The Video Game wollen wir euch einen kleinen Einblick in die Welt der Geisterjäger natürlich nicht vorenthalten. Die meisten von euch werden die beiden Filme sicherlich kennen, falls nicht: Es lohnt sich, die Streifen nachzuholen. Hier bekommt ihr zur Einstimmung schonmal alles Wissenswerte.
Wer sind die Geisterjäger?
Man mag es nicht glauben, doch Ray Stantz (Dan Aykroyd), Peter Venkman (Bill Murray) und Egon Spengler (Harold Ramis) sind Wissenschaftler. Ihr Fachgebiet ist das Paranormale, aufgrund ihrer zweifelhaften Theorien und Methoden werden sie jedoch ihrer Universität verwiesen. Daraufhin gründen sie eine Firma, die sich der Beseitigung paranormaler Erscheinungen (also Geistern) widmet: Die Geisterjäger. Von einer ehemaligen Feuerwehrwache aus - die sie zum Geisterjäger-Hauptquartier umgebaut haben - starten sie mit Ecto-1, ihrem Einsatzfahrzeug, in ihre Unternehmungen. Dabei haben sie allerlei Ausrüstung im Gepäck: Protonen-Packs (nicht-lizenzierte Nuklear-Beschleuniger), die wie Rucksäcke getragen werden und es ermöglichen, einen Strahl zum Fangen von Geistern abzuschiessen; Geisterfallen zum Einsperren der Spukgestalten und PKE-Meter sowie Geisterbrille, um unsichtbare Phänomene aufzuspüren. Unterstützt werden die drei von Janine Melnitz (Annie Potts), die bei den Jungs als Sekretärin angeheuert hat und Winston Zeddemore (Ernie Hudson), der als vierter Geisterjäger zu den drei "Gründern" stößt.
Sicher, die grandiosen Effekte sind ein Grund für den Erfolg der Filme. Allerdings dürfte der Kultfaktor vor allem vom genialen Wortwitz herrühren - viele der Dialoge sind einfach immer noch für einen Lacher gut. Teilweise liegt das allerdings auch an der für die 80er-Jahre typischen Übersetzungsqualität. Doch auch im englischsprachigen Original ist der Humor der Reihe nicht zu unterschätzen.
Regie bei beiden Filmen führte Ivan Reitman, der auch die Produktion übernahm. Die Drehbücher wurden von Dan Aykroyd und Harold Ramis geschrieben - die zeichnen auch für die Story des jüngsten
Ghostbusters-Spiels verantwortlich. Dan Aykroyd zufolge ist das Spiel "im Wesentlichen der dritte Film".
Worum geht es in den Filmen?
Im ersten Teil von 1984 geht es zunächst mal um die Entstehung der Geisterjäger. Ihr Rauswurf aus Universität gibt dabei den Anstoß, in die freie Marktwirktschaft zu gehen. Bald schon haben sie ihr Hauptquartier bezogen und eine erste Kundin: Dana Barrett (Sigourney Weaver). Die hat in ihrem Kühlschrank nämlich einen Dämon gesehen. Die Geisterjäger finden jedoch keine Spur, und so dümpelt ihr Geschäft weiter vor sich hin. Erst ein Auftrag vom Sedgewick-Hotel, wo ein schleimiger Geist sein Unwesen treibt, bringt sie nach vorne. Und sie finden mehr über den Dämon im Kühlschrank und einen geheimen Kult von Gozer-Anbetern heraus, zu denen auch der Architekt des Hauses gehörte, in dem Dana wohnt. Als die Umweltbehörde den Geisterjägern ihre Sperrvorrichtung zum Lagern der gefangenen Geister abschaltet, kommt es zur Katastrophe... und die Geisterjäger landen genau zu diesem ungünstigen Zeitpunkt im Gefängnis.
Der zweite Teil, erschienen 1989, spielt fünf Jahre nach den Geschehnissen des Erstlings. Den Geisterjägern wurde die Erlaubnis, ihre Dienste bei der Beseitigung übernatürlicher Phänomene anzubieten, per einstweiliger Verfügung untersagt. Ray betreibt ein Geschäft für okkulte Bücher und verdingt sich teilweise als Geisterjäger mit Winston auf Kindergeburtstagen. Egon betreibt weiterhin Forschung, während Peter eine Talkshow moderiert. Doch unter der Stadt sammelt sich ein Fluß aus psychokinetischem Schleim, der all die böse Energie der Metropole in sich konzentriert. Die Geisterjäger machen sich auf eigene Faust daran, dieses Phänomen zu erforschen - bis sie dafür vor Gericht landen. Eine Probe des Schleimes entwickelt bei der Urteilsverkündung jedoch ein gefährliches Eigenleben und erweckt zwei Geister, die dem Richter nicht unbedingt wohlgesonnen sind. Er hebt die Verfügung auf, damit die Geisterjäger die Störenfriede einfangen können. Somit sind sie wieder im Geschäft und kümmern sich nun darum, den Schleim zu untersuchen und die Folgen einzudämmen.
War der erste Film noch ein ziemlicher Erfolg, wurde der zweite Teil eher verhalten aufgenommen. Zuwenig Neues, Ideenlosigkeit und Humormangel warfen Kritiker den Machern vor. Einen gewissen Unterhaltungswert kann man dem Streifen dennoch nicht absprechen, da er wie auch der erste Teil ein buntes Action-Abenteuer mit viel Witz und (seinerzeit) aufwendigen Tricks darstellt.
Was gibt es sonst noch von den Geisterjägern zu sehen?
Neben den Filmen (und einigen eher schlechten Versoftungen) gibt es noch zwei Zeichentrickserien:
The Real Ghostbusters machte 1986 bis 1991 den Anfang. Diese griff im Grunde die Charaktere und Begebenheiten der Filme auf. Die Geisterjäger kämpften in jeder Folge mit anderen Geistern, wie sie es eben auch in den Filmen taten. Der komische Name ergibt sich daraus, dass es bereits eine Serie namens
Ghostbusters gab, diese aber nichts mit dem Columbia Pictures-Franchise zu tun hatte. Später folgte, aufgrund der Popularität von Slimer, der Ableger "Slimer & The Real Ghostbusters". Dort bekam der Hausgeist der Geisterjäger eine tragendere Rolle zugewiesen, was vor allem jüngere Zuschauer anlocken sollte. Gebracht hat es nichts - der Ableger wurde sehr bald eingestellt.
Als zweite Zeichentrickserie folgte dann
Extreme Ghostbusters (1997). Diese unterschied sich stilistisch gewaltig von der Vorgängerserie. Einzig Egon, Janine und Slimer tauchten dort noch auf, die Hauptrollen spielten vier neue Geisterjäger. Deren Ausrüstung unterschied sich nicht nur optisch, sondern auch in der Wirkung, gewaltig von der der alten Geisterjäger.