Um ihre Lage zu verbessern, manipulieren die Sowjets das Raum-/Zeit-Kontinuum, erschaffen so ein neues Universum und haben plötzlich statt einem zwei Feinde. Nun liegt es an uns, der UdSSR zu neuem Glanze zu verhelfen - ohne Nuklearwaffen, dafür mit Kampfbären, ziehen wir in den Kampf gegen die Alliierten und das Reich der aufgehenden Sonne. Ob wir siegreich zurückkehren werden?
Man spielt nicht mit der Zeit!
Jede noch so kleine Änderung der Vergangenheit hat Auswirkung auf die Zukunft. Was Emmett L. Brown in "Zurück in die Zukunft" Marty McFly immer wieder aufs Neue einschärfen musste, muss nun auch die Führung der UdSSR lernen. Nachdem die Regierung nämlich am Ende ist, greifen die Machthaber zu einem verzweifelten Rettungsplan: Sie reisen zurück durch die Zeit, um Albert Einstein zu töten. Denn diesen machen sie für die militärische Überlegenheit ihres Feindes verantwortlich. Das wahnwitzige Vorhaben gelingt. Wieder zurück in der veränderten Gegenwart ist Russland neu erstarkt - hat jedoch plötzlich zwei statt wie bisher nur einen Feind. Und da ohne Einstein niemals Atomwaffen erfunden wurden, muss auch darauf verzichtet werden, aber wozu hat man genug Schrott im Orbit, den man über den Feind auskippen kann?
Sei es die hanebüchene Story, die trashigen Videosequenzen oder der knallig-bunte Grafikstil: Der Ableger der "Command & Conquer"-Reihe, der mit dem dortigen Serien-Universum nichts zu tun hat, nimmt sich selber an keiner Stelle ernst. Trotzdem steckt unter dieser poppigen Aufmachung im Grunde immer noch ein "Command & Conquer"-Spiel. Ihr werdet also auch hier wieder eine Basis errichten, für Rohstoff-Nachschub sorgen, Einheiten ausbilden und in den Krieg ziehen. Dies könnt ihr im Rahmen der Kampagne entweder im Auftrag der Sowjets, der Alliierten oder dem Reich der aufgehenden Sonne tun. Jede dieser drei Kampagnen umfasst neun Missionen, die ihr sowohl in drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden angehen könnt als auch mit einem Kumpel via Xbox Live im Koop-Modus.
Zwei Basen sind besser als eine...
Wenn ihr euch fragt, wie hier ein Koop-Modus funktionieren soll: Ihr seid nicht, wie sonst in "Command & Conquer" üblich, alleine mit eurem Feind auf der Karte, sondern habt noch einen Co-Commander. Dieser teilt sich mit euch die Ressourcen, errichtet jedoch eine von euch völlig unabhängige Basis mit eigenen Truppen. Ihr könnt diesem Mitstreiter zwar knappe Befehle geben, um euch auf diesem Wege strategisch zu unterstützen, aber mehr als "Position einnehmen", "Angreifen" und dergleichen ist es dann doch nicht. Im Koop mit einem Freund sieht das natürlich ganz anders aus - hier könnt ihr euch absprechen, wie genau ihr den Feind in die Zange nehmen wollt.
Eure Hauptaufgabe ist es wie eh und je, eure Basis zu verteidigen und den Feind zu besiegen. Was genau ihr zu tun habt, erfahrt ihr vor der Mission in einem kurzen Briefing. Hier kommen auch wieder die serientypischen Realfilm-Sequenzen zum Einsatz. Seid ihr dann auf dem Schlachtfeld, baut ihr erstmal Gebäude, in denen die jeweiligen Einheiten ausgebildet bzw. erbaut werden können. Die Kaserne bietet euch Zugriff auf Infanterie, Flugfelder auf Fluggeräte und die Werft bietet allerlei See-Fahrzeuge an. Das alles kostet natürlich Credits, die ihr für den Abbau von Erz aus Minen erhaltet. Eure Einheiten sind mitunter abenteuerlich: So setzen die Sowjets auf Kampfbären innerhalb ihrer Infanterie, während die Japaner auch mal Kampfroboter auf euch loslassen. Die Alliierten hingegen setzen gerne mal dressierte Delfine gegen eure Flotte ein. Daneben habt ihr auch noch (weibliche) Spezial-Einheiten zur Verfügung - bei den Russen ist das Natasha, eine Scharfschützin, die auch Luftschläge anordnen kann. Die Alliierten schicken dagegen Tanya in die Schlacht.
Geheimwaffen - der Schlüssel zum Sieg!
Ein weiteres wichtiges Instrument für den Sieg sind die sogenannten "Geheimprotokolle". Hierbei handelt es sich um besonders mächtige Waffen, die jedoch einige Zeit brauchen, bis sie aufgeladen und verfügbar sind. Während die Russen ihren Weltraumschrott auf den Gegner entladen, nutzen die Alliierten die Möglichkeit der Kryonik, um den Feind zu stoppen. Es gibt jede Menge dieser geheimen Protokolle, und ihr tut gut daran, euch frühzeitig mit diesen vertraut zu machen. Gerade beim Angriff auf gegnerische Strukturen erweisen sie sich als äusserst nützlich.
Oft erweitert sich eure Mission noch, nachdem ihr einen ersten Teil erfüllt habt. So werdet ihr nach Einnahme eines feindlichen Gebäudes plötzlich vom Angreifer zum Verteidiger, weil der Gegner dieses Gebäude zurückerobern will. Dadurch dauern eure Missionen unter Umständen auch mal ein wenig länger - ihr könnt aber jederzeit im Menü euer Spiel speichern und zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen.
Stilvoll kämpfen
Insgesamt macht "Alarmstufe Rot 3" einen sehr guten Eindruck: Die knallbunte Grafik mag nicht jedermanns Geschmack sein, ist jedoch äusserst stimmig umgesetzt. Der Soundtrack bietet von härteren Klängen bis zu Bombast eine breite Palette an musikalischer Untermalung. Die ganzen irrwitzigen Einheiten und Ideen legen sich um das Grundgerüst des klassischen "Command & Conquer"-Gameplays. Auch die Steuerung ist wunderbar gelungen. Trotz des actionreichen Ablaufes eurer Missionen habt ihr das Geschehen die gesamte Zeit über gut im Griff. Das verdankt "Alarmstufe Rot 3" vor allem dem aus dem "
»Command & Conquer 3"-Addon "
»Kanes Rache" bekannten Aktionsrads. Auf Tastendruck wird auch hier wieder ein Rad eingeblendet, über das ihr von jedem Ort der Karte aus vollen Zugriff auf die Bau-Funktionen eurer Basis habt. Oben rechts auf dem Bildschirm wird immer eine Karte eingeblendet, auf der ihr stets einen Überblick über die gesamte Umgebung habt. Eine Neuerung gegenüber "Kanes Rache" ist die Möglichkeit, diese Karte heranzuzoomen, um so schneller zu navigieren.
Wer nicht alleine spielen will, kann via Xbox Live entweder die Kampagne im Koop-Modus mit einem Freund bestreiten oder auf mehreren Karten gegen andere Spieler antreten. Gut versteckt ist der Gefechts-Modus, in dem ihr unter einstellbaren Bedingungenen gegen KI-Gegner antreten könnt - diesen findet ihr nämlich unter "Multiplayer". Apropos KI: Die ist insgesamt recht gut ausgefallen, schwankt jedoch mitunter gewaltig. Warum sich der Feind auch in völlig aussichtslose Gefechte wirft, statt einen geordneten Rückzug anzutreten, ist uns ein Rätsel.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:

