Auch die letzten Pulisher haben mittlerweile erkannt, dass hochwertiger Downloadcontent nicht nur die Langlebigkeit bestimmter Titel erhöht, sondern auch Millionen zusätzlicher Dollars in die Kassen spült. "Operation Anchorage" ist das erste von drei Mini-Addons, die den Rollenspielhit "»Fallout 3" um hochwertige Zusatzinhalte erweitern. Warum es euch in der ersten Zusatzmission allerdings ausgerechnet ins verschneite Alaska verschägt, verraten wir euch in unserem Test.
Der Weg nach Anchorage
"Operation Anchorage" lässt sich nach dem Download über den Xbox-Live-Marktplatz nicht direkt aus dem Menü starten - ihr müsst in "Fallout 3" zumindest euer ehemaliges Zuhause - den Atomschutzbunker - verlassen, um Zugriff auf den Zusatzcontent zu erlangen. Befindet ihr euch im Ödland, erhaltet ihr nach kurzer Zeit einen Notruf von der Fraktion der Ausgestoßenen (Brotherhood of Steel), dem ihr via Pip-Boy nachgeht. Hierzu markiert ihr die Mission am besten mit einem Wegpunkt. Los geht es in der Metrostation Bailey's Crossroads, durch die ihr euch allerdings erst kämpfen müsst, um ins Hauptquartier der Bruderschaft zu gelangen. Nachdem ihr den Untergrund verlassen habt, geht es gleich nochmal zur Sache: Der Eingang zum Stützpunkt wird von einer Horde Mutanten versperrt, durch die ihr euch mit Hilfe der Ausgestoßenen schnetzelt. Ist dies erledigt, kann der Trip nach Alaska endlich beginnen. Zumindest fast.
Willkommen in der Hölle
Der Ausflug ins ungewohnte Szenario will schließlich erst erklärt werden. Der Kniff: Im Lager der Bruderschaft steht ein alter Militärsimulator, der eine der wichtigsten Schlüsselmissionen in der Geschichte des "Fallout"-Universums, die namensgebenden "Operation Anchorage" (Befreiung der Stadt von eingefallenen Chinesisichen Invasoren) nachstellt. Schafft ihr dies, wird der unterirdische Weg zu einer prall gefüllten Waffenkammer freigegeben, für die sich sowohl die Bruderschaft, als auch ihr interessiert. Da euer Pip-Boy als Schnittstelle für den Simulator fungiert, handelt ihr kurzerhand einen Deal aus: Ihr absolviert die Mission, bekommt dafür aber auch einen Teil der Ausrüstung aus der Waffenkammer. Gesagt, getan!
Habt ihr im Simulator, in dem man übrigens auch sterben kann, Platz genommen, findet ihr euch nach kurzer Zeit in den verschneiten Bergen im Gebiet um Anchorage wieder - eine willkommene Abwechslung zum optisch eher eintönigen Ödland. Die Erweiterung besteht im Kern aus zwei großen Missionen: Die erste Aufgabe führt euch durch eine Kette verschiedener Bergbasen, die als Zugang zu drei riesigen Geschützen, die die Stadt bombadieren, fungieren. Am Ende der Mission müsst ihr diese per Sprengsatz zerstören. Die eigentliche Befreiung der Stadt findet danach statt: In drei kleinen Einzelmissionen, denen der Sturm auf Anchorage samt Bosskampf folgt. Ungefähre Gesamtspielzeit: moderate drei Stunden.
Bekannte Technik, ungewohntes Gameplay
"Operation Anchorage" nutzt natürlich die gleiche Engine wie das Hauptprogramm, sieht also sehr schick aus. Das eisige Szenario ist detailliert und atmosphärisch umgesetzt, der Sound sorgt für akustische Winterstimmung. Erfreulich: Die komplette Erweiterung wurde professionel eingedeutscht.
Eine Sache könnte alle Spieler, die sich am Rollenspielteil des Hauptprogramms erfreut haben, allerdings sauer aufstossen: Das Gameplay wird fast komplett auf den Shooterpart reduziert. Echte Entscheidungsfreiheit gibt es nicht, Leichen können nicht geplündert werden und linear geht die ganze Geschichte auch noch zu. Wer sich daran nicht stört, wird gut unterhalten, sollte aber kein zweites "Call of Duty" erwarten: Die Soldatenanzahl bleibt übersichtlich, wirkliche Massenschlachten gibt es nicht.