Ryu Hayabusa ist wohl einer der berühmtesten Ninjas der Games-Geschichte. Bereits 1988 hatte er seinen ersten Auftritt im Arcade Beat-Em-Up „Shadow Warriors“. 1989 bis 1991 folgten dann drei weitere Games für das NES und ab 1992 konnte man Ryu dann auch auf dem Gameboy, SNES oder der PSX begleiten. 1999 und 2001 gab es dann ein Wiedersehen in Dead or Alive 2 und 3, wo sich der akrobatische Ninja von seiner wohl schönsten Seite zeigte. Dieses Jahr, 13 Jahre nach Ryus Arcade-Auftritten, bekommt er nun wieder ein eigenes Game spendiert und das kann sich sehen lassen. Ninja Gaiden ist wohl eines der besten Games die in diesem Jahr für die XBox erschienen sind, das war Grund genug für uns, euch das Spiel einmal näher vorzustellen.
Einfach mal die Wand hoch gehen
Ryu Hayabusa ist der Hauptcharakter des Spiels, das jüngste Mitglied des Hayabusa Clans, welcher als Nachkomme des Drachens bezeichnet wird. Der Anführer, Ryus Vater, hat den Clan verlassen, um in den Bergen zu leben. Als Abschiedsgeschenk legt er das mächtige Drachen-Schwert, was schon seit Jahrhunderten dem Clan gehört, in Ryus Hände. Dieses Schwert besitzt magische Kräfte und wurde seit jeher dazu benutzt, böse Gottheiten zu bekämpfen. Im ersten Level, welches zugleich als Training fungiert, macht ihr euch auf den Weg in die Bergfestung des Shadow Clans, deren Anführer Ryus Mentor ist. Doch diese Tatsache garantiert noch lange keinen friedlichen Eintritt in die Festung. Auf dem Weg zum Haupttor lernt der Spieler beim Überwinden von Schluchten und Felsspalten erst einmal die akrobatischen Fähigkeiten Ryus kennen. Dieser entpuppt sich als wahrer Wirbelwind und überwindet, die ihm gestellten Hürden mit Leichtigkeit. Mit Hilfe der Sprung-Taste könnt ihr Abgründe mit einem Tastendruck überwinden, euch an Vorsprüngen nach oben ziehen, an Ästen schwingen und sogar an den Wänden entlang laufen. Braucht man bei anderen Spielen schon zwanzig Minuten, um sich mit all den Combos anzufreunden und diese fehlerfrei zu vollbringen, geht einem die Steuerung von Ninja Gaiden schon nach wenigen Minuten in Fleisch und Blut über. Steht Ryu beispielsweise in einem engen Schacht, kann er dessen Wände per Doppelsprung mit Leichtigkeit überwinden und die Steuerung geht dabei fast automatisch von der Hand.
Mit Schwert und Shuriken
Auf dem Weg durch das ganze Spiel bekommt Ryu auch immer wieder Hilfestellungen, mittels kleiner Pfeile, die wie von Geisterhand in seiner Umgebung in die Wand geschossen werden. Darauf finden sich kleine Hinweise, die euch helfen, wenn ihr einmal nicht weiterkommt. Doch auf dem Weg in die Ninja-Festung lassen auch Gegner nicht lange auf sich warten. Dank sehr vieler Schlag- und Sprung Kombos stellen diese aber auch kein großes Problem dar. Die drei Angriffs-Tasten können in Kombination miteinander eingesetzt werden und somit hat sich Ryu der Feinde innerhalb von Sekunden entledigt. Neben Sprüngen, Schlägen und Tritten mit dem Schwert kann Ryu ebenfalls mit Shuriken, auch als Wurfsterne bekannt, angreifen. Da diese zur Grundausstattung eines Ninjas gehören, ist ihre Anzahl unbegrenzt. Im späteren Spielverlauf kann Ryu aber auch noch weitere Wurfgeschosse in sein Arsenal aufnehmen, dazu zählen beispielsweise auch ein Bogen, Explosionsgeschosse oder ein mit Klingen besetzter Boomerang. Diese Waffen sind jedoch leider immer nur auf 15 Geschosse beschränkt, welche ihr manchmal an Leichen findet. Nur zu schnell sind diese verschossen und ihr müsst wieder auf euer Schwert zurückgreifen. Auch Ryus Primärwaffen, zu denen das Schwert zählt, können erweitert werden, so bekommt ihr im Laufe der Zeit auch ein Nunchaku oder einen War Hammer. So gut wie alle Waffen können durch die in den Levels verteilten Shops, mit dem nötigen Kleingeld, noch verbessert werden, somit bekommen sie eine höhere Durchschlagskraft und mehr Trefferpunkte.
Magie vs. Bossgegner
Doch der junge Ryu versteht sich nicht nur auf die herkömmlichen Kampfkünste, sondern beherrscht auch einige überaus effektive Zauber, Ninpo genannt. Diese findet ihr im Spiel in Form von Schriftrollen, welche dann Feuer- oder Eiszauber hervorrufen. Umso höher das Level des jeweiligen Zaubers, umso mehr Schaden richtet ihr damit an. Natürlich sind diese Zauber nicht unbegrenzt nutzbar, sondern ihre Kraft muss erst durch einen Trank aufgeladen werden, pro Trank könnt ihr den Zauber einmal ausführen. Mit Hilfe von Tränken lässt sich auch Ryus Gesundheit wieder aufladen, nur leider sind diese zu spärlich in den Levels verteilt, was aufgrund der ebenso selten verteilten Savepoints sehr oft zu Frustmomenten führt. Doch noch zu viel größerem Frust führt meist, der am Ende jedes Levels platzierte Boss-Gegner. Im Falle unseres ersten Levels hat es Ryu hier mit seinem Mentor Murai zu tun, welcher ihn zu einem Kampf herausfordert und fröhlich sein Nunchaku schwingt. Seine Energieleiste erstreckt sich über den gesamten Bildschirm, während unsere nur ein gutes Viertel davon ausfüllt. Wie es bei Bossgegnern Tradition ist, muss der Spieler nun selbst in mühevoller Kleinarbeit herausfinden, wie diese endlose Energieleiste wohl zu verkürzen ist. Diese Tatsache wird von den einen als Herausforderung und von den weniger ausdauernden Spielern als sehr hoher Frustfaktor angesehen. Doch umso höher ist der Triumph, wenn man es am Ende doch schafft, den Gegner zu besiegen.
Rätselspaß im Zeppelin
Im Verlauf des Spiels besteht eure Aufgabe natürlich nicht nur im Verprügeln von Feinden, sondern auch im Lösen von Rätseln, welche die grauen Zellen teilweise doch sehr beanspruchen. An Abwechslung mangelte es den Gamedesignern dabei nicht, jedoch ist der Spieler beim Lösen oft sehr gefordert. Mal müsst ihr einfach nur einen Schlüssel finden, ein anderes Mal gilt es mit Hilfe einer waghalsigen und schwierigen Sprungkombination einen Wandvorsprung zu erreichen. Und dabei hängt man oft am längsten fest, da es bei den Sprungrätseln auf das perfekte Timing ankommt und man so auch einige Versuche braucht. Am Ende des ersten Levels gibt es dann auch ein Wiedersehen mit Ayane aus Dead or Alive. Sie gehört zu Ryus engen Freunden und erzählt ihm völlig außer Atem, dass ihr Dorf angegriffen wurde. Als neuer Anführer eilt Ryu sofort ins Tal, um der Sache auf den Grund zu gehen und somit beginnt seine Reise auf den Spuren des Vigor Imperiums und den mysteriösen Kreaturen, welche es auf Ryu abgesehen zu haben scheinen. Dabei verschlägt es ihn an die abenteuerlichsten Locations, wie eine unterirdische Grabstätte oder einen Zeppelin, welchen es zu manipulieren gilt. Auch hier bekommt der Spieler sehr viel Abwechslung geboten und der Spielverlauf wird nie langweilig, trotz dass einige Locations und Gegenspieler so gar nicht in das Setting zu passen scheinen. Die Grafik des Spiels kann man wohl als Meilenstein bezeichnen, da sie alles aus der XBox herausholt, was deren Hardware zu bieten hat. Von detaillieren Texturen, flüssigen Animationen bis hin zu schönen Lichteffekten, ist Ninja Gaiden auch grafisch ganz vorn dabei.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
