Mit "TNA iMPACT" bekommt die WWE nicht nur im TV starke Konkurrenz, sondern seit neuestem auch in der Videospiel-Szene. Midway sicherte sich nun die Lizenz der seit 2002 bestehenden Liga und geht damit als alleiniger Konkurrent ins Titelrennen mit THQs "Smackdown vs. Raw". Wer die Nase vorn hat, wenn es um schwitzende Männer in knappen Hosen geht, erfahrt ihr unserem Test.
Mehr, als nur eine gebrochene Nase
TNA bietet neben den typischen Wrestling-Modi auch einen sehr interessanten Story-Modus. Darin steigt ihr in der Rolle eines maskierten TNA-Wrestlers in den Ring, der kurz davor steht, den TNA World Champion Gürtel zu gewinnen. Aber er hat seine Rechnung ohne die üble Backstage-Politik gemacht, die ihm den raschen Aufstieg in der Liga nicht gönnt. So ist es das Tag Team LAX, das euch davor warnt, den begehrten Gürtel zu gewinnen. Doch der Stolz des Wrestlers lässt dies natürlich nicht zu und so gewinnt ihr den Titel trotz der Vorwarnung. Dies ruft erneut LAX auf den Plan, die euch daraufhin niederschlagen und bewusstlos zurücklassen. Wie so oft in der Videospielgeschichte folgt als nächstes eine Amnesie. Ihr erwacht, ohne zu wissen, wer ihr seid, eingehüllt im Ganzkörpergips in einem mexikanischen Krankenhaus.
Doch es gibt Hoffnung, denn zwei Ärzte versichern euch, euer Gesicht wiederherzustellen und so beginnt die eigentliche Geschichte mit dem Erstellen des Protagonisten. Hier wartet auch schon der erste Kritikpunkt: Die Auswahlmöglichkeiten, um eurem Wrestler ein individuelles Aussehen zu verpassen, sind um einiges geringer als in den WWE-Spielen "Smackdown vs. Raw".
Mit neuem Gesicht und neuer Motivation startet ihr eine Amateur- Karriere als Wrestler in Mexiko und schafft so recht schnell den Durchbruch zurück nach Amerika. Dort liegt es an euch, euch zurück an die Spitze von TNA zu kämpfen.
Wenn etwas so leicht ist, dass es schwer wird...
dann ist es die Steuerung von "TNA". Tritte, Würfe und Schläge werden ganz simpel durch einfaches Betätigen von A, Y und X ausgeführt, in Kombination mit den Schultertasten dann nochmals verstärkt oder zu Aufgabegriffen umgewandelt. Über einen Druck auf die RB Schultertaste kontert ihr. Klingt einfach? Ist es auch, nur scheint es so, dass das Spiel geradezu erwartet, dass ihr jeden einzelnen Schlag abwehren könnt, wer nicht kontert verliert. Eure Gegner kontern fast ununterbrochen. So werdet ihr schnell merken, dass einfaches Button-Mashing nicht funktionieren wird - erst kontern, dann angreifen anders führt hier kein Weg zum Ziel. Habt ihr euren Gegner dann lange genug bearbeitet, füllt sich eure Impact-Leiste auf und ihr könnt durch den B-Button einen Finisher ausführen, dieser lässt so schnell keinen Gegner mehr aufstehen und führt in den meisten Fällen zum 3 Count und zum Sieg.
Klein aber fein?
Die Auswahl an Wrestlern ist nett, so finden sich 25 Vertreter der amerikanischen Liga im Spiel wieder und es ist lobenswert zu erwähnen, dass sogar Neuzugänge wie Booker T noch ins Spiel eingebaut wurden. Die Wrestler können im traditionellen 1 vs. 1 Single Match gegeneinander antreten, aber auch im Tag Team, Submission, Handicap und ähnlichen Spielarten. Neben den allseits bekannten Matchtypen eines Wrestlingspiels ist auch TNAs Spezialität das Ultimate X Match dabei. Ein Fight, in dem es darum geht, ein über dem Ring aufgehängtes X als erster zu ergattern und sich damit den Sieg zu holen. Das war es aber leider auch schon, denn das Spiel zieht, was den Umfang betrifft, in sämtlichen Belangen gegenüber THQs Wrestling-Spiel den Kürzeren.
An den Grundlagen des Spiels werdet ihr jedoch nicht verzweifeln, so bietet der Titel ausführliche Erklärungen für jede Einzelheit des Gameplays, doch nicht nur das! Diese Erklärungen werden von den Wrestlern selbst vorgetragen. So ist es z.b. Samoa Joe, der euch über die Perfektionierung der Aufgabegriffe aufklärt - ein nettes Gimmick für die Wrestlingfans unter euch.
Hautnah dabei!
Es gibt eigentlich nur ein Wort, welches das Aussehen der Wrestler beschreibt: Fotorealismus. Die 360- und PS3-Version in Verbindung mit einem HDTV zeigen euch jede einzelne Schweissperle, die den Wrestlern über die Stirn läuft. Lediglich die Zuschauer lassen zu Wünschen übrig, könnten sie doch glatt einem PS2-Spiel entsprungen sein. Typische Grafikfehler, wie das Verschwinden eines Armes im Körper eines anderen Wrestlers, wenn gerade eine Attacke ausgeführt wird, gibt es aber hier genauso wie bei den WWE-Titeln von THQ.