Wer sich im August nicht auf die Reise ins ferne Asien begeben will, und die TV-Übetragungen als zu passiv empfindet, sollte sich Segas "Bejjing 2008" näher anschauen. Die Olympia-Versoftung glänzt mit schicker Optik und viel Atmosphäre, krankt aber an Steuerungsmacken und dem Schwierigkeitsgrad. Ob sich der Kauf trotzdem lohnt, erfahrt ihr in unserem Test.
Couch-Olympiade
Olympia – keine andere Sportveranstaltung, von der Fußball-WM einmal abgesehen, vermag es Massen dermaßen zu begeistern. Genau diese Begeisterung versucht Entwickler Eurocom in sein Spiel zu packen – mit Erfolg. Dank der Originalizenz und viel Atmosphäre kann des Sportes im heimischen Wohnzimmer ganz ohne Leistungsdruck und Terminvorgaben gefröhnt werden. Die Athleten sind fein animiert, realistisch gestaltet und fügen sich perfekt in die detaillierten, belebten Stadien ein. Da auch die Soundkulisse und die Sprachausgabe sehr "echt" herüberkommen, gibt es in diesem Bereich eigentlich nichts zu meckern.
Doch wie schaut's mit dem Inhalt aus? Ebenfalls gelungen! Satte 38 Disziplinen warten darauf, von euch gemeistert zu werden. Dabei ist eigentlich alles, was Olympia ausmacht: Schwimmen, Weitsprung, Wettlauf, Speerwerfen und und und. Die Dispziplinen können entweder einzeln, mit Freunden, in kleineren Wettkämpfen oder im Olympia-Modus ausgetragen werden. Hierin dürft ihr die Leistung eures Athleten, etwa im Bereich der Kraft oder Agilität, dann auch mit Punkten aufwerten. Das erinnert ein wenig an Rollenspiele und fügt sich sehr gut in das Spielkonzept ein. Leider reiht auch der Olympia-Modus lediglich Disziplinen aneinander – ein richtiger Karrieremodus wäre deutlich schöner gewesen.
Zudem krankt der Titel gleich in zwei Bereichen: Da hätten wir den teils zu knackigen Schwierigkeitsgrad, der schnell frustet – bis es zu ersten Erfolgserlebnissen kommt, dauert es. Auch die Steuerung hat ihre Macken: Bei einigen Disziplinen funktioniert die Bedienung sehr gut und wirkt durchdacht, bei anderen verhindern zu komplexe Tastenkombinationen den Spielspaß. Das ist schade, denn abgesehen von diesen Macken bietet der Titel eigentlich alles, was ein tolles Olympia-Spiel braucht. Immerhin haben die Entwickler versucht, eine abwechslungsreiche Bedienung zu erschaffen, wenngleich diese wie erwähnt nicht immer gelungen ist: Während beim Wettlauf das typische Tastenhämmern wartet, müsst ihr beim Turmspringen mit den zwei Sticks zwei sich bewegenden Kreismarkierungen verfolgen – gar nicht so einfach! Nervig ist oft die Startvorbereitung – etwa beim Schwimmen: Hier müsst ihr versuchen, Energie in einer Leiste perfekt zu timen, um pünktlich starten zu können. Verpasst ihr dies – und das kommt in den ersten Spielstunden doch recht häufig vor, ist der Wettkampf meist schon gelaufen. Nervig!