Die "coole Sau mit dem großem ... Schwert" ist zurück! Klar, wir reden von Dante, dem Helden aus Capcoms erfolgreicher "Devil May Cry"-Reihe. Mit Teil vier verfrachten die Entwickler das Franchise erstmals auf die aktuellen NextGen-Konsolen. Neue Konsole, neues Spielprinzip? Wir haben uns die Xbox360-Variante zu Gemüte geführt, und verraten's euch!
Sieht aus wie Dante, spielt sich wie Dante, heißt aber Nero
In "Devil May Cry 4" übernehmt Ihr überraschender Weise nicht die Kontrolle über Dante, sondern über den neuen Helden Nero. Keine Angst: Nero sieht nicht nur aus wie sein großes Vorbild, sondern spielt sich auch so. Und nach ungefähr der Hälfte des Spiels manövriert Ihr auch wieder den ollen Weißschopf durch die Level. Warum das so ist, verraten wir natürlich nicht. Was wir euch verraten, ist, dass Nero einen schmucken Dämonenarm hat, der sich nicht nur nach und nach verbessern lässt, sondern auch mächtig austeilen kann. Zudem taugt das Teil prima für kleinere Schieberätsel und Klettereinlagen. Hört sich innovativ an, und ist es auch. Der Rest des Spielverlaufs gibt sich aber altbekannt. Oberstylische Kämpfe, zahlreiche Bosse, (meist) feste Kamera, Geheimmissionen, kleinere Rätsel – ein Rezept, das auch heute noch gut funktioniert. Allerdings hätten wir uns hier und da dann doch die eine oder andere Neuerung gewünscht. Warum kann Capcom seinem ersten NextGen-DMC keine freie Kamera spendieren? Hat in "Resident Evil 4" doch auch gut geklappt!
Worum geht's überhaupt? "Devil May Cry 4" entführt euch einmal mehr in eine typische japanische Actionwelt. Kitschig schöne Charaktere, stylische Outfits, ein gehöriger Einschlag von Fantasie, japanischer Kultur und deren Sicht auf ihren westlichen Pendanten lassen sich defintiv nicht leugnen. Das ist auch gut so, schließlich hebt sich "DMC 4" somit vom Hack & Slay-Einerlei ab. Story: Natürlich. Erklärung: Würde definitiv den Rahmen dieses Artikels sprengen. Soviel sei gesagt: Es geht um Dämonen, es geht um fiese Mächte, die es aufzuhalten gilt, es geht um Liebe, um fette Wummen und allerlei Mythen. Kommt euch etwas verworren vor? Dann herzlichen Glückwunsch zum Kauf eures ersten Japano-Spiels!
Orks? Nö Orbs!
Zur Mechanik muss also wenig gesagt werden – verschiedene Tastenkombinationen lösen verschiedene, obercoole Moves aus. Erledigte Gegner, zerstörte Gegenstände und diversen Kritallquellen hinterlassen sogenannte "Orbs". Das sind rote Kugeln, die es zu sammeln gilt, "kauft" Ihr euch mit jenen schließlich neue Fähigkeiten und Styles dazu. Zu erwähnen sind noch die "stolzen Seelen", die Ihr ebenfalls erhaschen könnt. Mit diesen rüstet Ihr Objekte nach – kauft beispielsweise Kristalle für die Wiederherstellung eurer Lebensenergie.
Rätseltechnisch gibt sich "Devil May Cry 4" eher einfach. So müsst Ihr mithilfe des Dämonenarms meist bestimmte Objekte verschieben, um ein speziell gesichertes Tor öffnen zu können oder kleinere Schaltereinlagen lösen. Im späteren Spielverlauf warten zudem unterhaltsame Jump 'n Run und Geschicklichkeitseinlagen. So gilt es beispielsweise, Lasersicherungen zu durchqueren oder von einem Gerüst zu entkommen, bevor dieses von einem Bossgegner zerstört wird.
Licht und Schatten
Die Spiele von Capcom waren schon immer ein Garant für bombastische Präsentation. Hier macht "Devil May Cry 4" keine Ausnahme – gerade die riesigen Bauten, die tollen Effekte, der hohe Detailreichtum und die fein animierten Charaktere überzeugen. Allerdings schwankt die grafische Qualität bisweilen etwas: So wirken die Schatten ziemlich pixelig, zudem fallen einige Areale in ihrer Qualität etwas ab. Schlecht sieht "DMC 4" jedoch zu keiner Zeit aus.
Ein besonderes Lob verdienen die ausgedehnten, grandios geschnittenen Zwischensequenzen, die sogar einen John Woo in die Schranken verweisen. Hinzu kommen die guten englischen (es gibt lediglich deutsche Untertitel) Sprecher und der facettenreiche Soundtrack. Bravo!
Etwas störend ist bisweilen das Backtracking, mit dem es die Entwickler definitiv übertrieben haben. So müsst Ihr oft nicht nur während eines Levels an bestimmte Ausgangspunkte zurückkehren, sondern kämpft euch im zweiten Abschnitt des Spiels mit Dante meist durch bereits bereiste Orte. Naja!