Man könnte meinen, Nintendo habe keine Wii-Spiele mehr, die dieses Jahr erscheinen könnten. Denn der neueste Geschäftsstreich des Riesen-Konzerns ist es, alte Gamecube-Spiele mit einer an Wii-Remote und Nun-Chuk angepassten Steuerung zum Budget-Preis noch einmal auf den Markt zu bringen. Der erste Titel in dieser sogenannten "New-Play-Control"-Reihe ist der Strategie-Action-Adventure-Mix "Pikmin". Ob die neue Bedienung gut gelungen ist und sich ein Kauf lohnt, klären wir in unserem Test.
Immer noch gut!
2002 erschien "Pikmin" für den guten alten Gamecube und konnte sofort sowohl Presse, als auch die Spielerschaft begeistern. Die Wertungen waren durchweg hoch und so folgte zwei Jahre später auch schon ein
»Nachfolger. Aus diesen Gründen brauchen wir wohl nicht mehr allzu viel über das Spiel an sich sagen. Für diejenigen, die sich unter "Pikmin" noch nichts vorstellen können:
Ihr spielt Olimar, einen kleinen Weltraumpiloten mit Knubbelnase, der auf einem ihm fremden, unwirtlichen Planeten abstürzt. Dabei verstreuen sich insgesamt 30 Teile seines Raumschiffs in der ganzen Gegend, sodass er diese nun suchen muss, um sein Gefährt zu reparieren. Das Problem dabei: Olimar hat nur 30 Tage Zeit, danach ist sein Energievorrat für sein Lebenserhaltungssystem aufgebraucht.
Doch zum Glück muss der kleine Kerl sich nicht allein auf die Suche nach den Teilen begeben. Er entdeckt nämlich kleine, Blumen-artige Lebewesen, die er einfach Pikmin nennt. Diese sind ihm durchaus freundlich gesinnt und gehorchen auf's Wort. So helfen sie ihm im Kampf gegen allerlei Monster, reißen Steinblockaden ein und tragen die Teile des Raumschiffs zu eben diesem. Allerdings steht ihm zu Beginn gerade mal ein Pikmin zur Verfügung. Mit diesem alleine gewinnt ihr als Spieler jedoch keinen Blumentopf. Also heißt es erst einmal: Pikmin produzieren! Doch wie in einem Strategiespiel üblich benötigt ihr dazu natürlich Ressourcen. Und da wir hier von pflanzenartigen Wesen sprechen, ist es wohl nicht verwunderlich, dass euch Blumen als Rohstoffe zur Verfügung stehen. Ersatzweise halten auch erledigte gegnerische Monster als Ressource her. Die Pikmin tragen diese dann zur "Zwiebel", quasi ihrer Brutstätte. Aus dieser fallen dann neue Pikmin, die ihr jedoch erstmal "ernten", also aus dem Boden ziehen müsst. Das ist allerdings etwas mühsam, da sich dieser Vorgang nicht automatisieren lässt. Stattdessen müsst ihr jeden Pikmin einzeln "ernten", was bei mehreren zig Exemplaren ganz schön nervig sein kann.
Die Pflanzenwesen gibt es übrigens in drei verschiedenfarbigen Ausführungen: Rot, gelb und blau, jede mit speziellen Eigenschaften ausgestattet. So können die Gelben zum Beispiel explosive Steine aufheben und diese auf Gegner oder Wegblockaden werfen. Durch die Kombination der drei Pikmin-Arten muss auch mal das ein oder andere, intelligent gemachte Rästel gelöst werden.
Mit den Pikmin im Gepäck erkundet ihr nun die Level, immer auf der Suchen nach den Raumschiffteilen. Getrödelt werden sollte dabei jedoch nicht, da ihr für jeden Tag eben nur begrenzt Zeit habt. Außerdem solltet ihr darauf achten, alle Pikmin am Ende eines Tages auch wieder in ihre Zwiebel zurückgebracht zu haben, da ihr sie tagübergreifend behaltet. Habt ihr sie nicht in ihr Heim zurückgeführt, lasst ihr sie zurück und verliert sie somit für die nächsten Spieltage. Und man kann nie genug Pikmin haben! Zu beachten ist jedoch, dass jede Pikmin-Art auch ihre eigene Zwiebel hat. Die Roten müssen zurück in ihre rote Zwiebel, die Blauen und Gelben wiederrum in ihre eigenen. Das sorgt für Spannung.
Insgesamt ergibt sich eine Spielzeit von ca. 10 bis 12 Stunden. Das ist zwar ganz ok, es hätte aber auch ruhig noch länger sein können. Zum Glück schaltet ihr während des Spiels aber noch sogenannte Challenge-Levels frei, die nochmal über das Ende hinaus für Spaß sorgen.
Bedient sich gut!
Spielerisch ist "Pikmin" natürlich immer noch genau das Gleiche wie schon vor sieben Jahren. In Sachen Steuerung hat sich jedoch einiges getan. So müsst ihr das Spiel nun nicht mehr mit dem Gamecube-Controller steuern, sondern bewegt Olimar und seine Pikmin per Wii-Remote und Nun-Chuk durch die Gegend. Und das funktioniert, man möchte schon sagen, nahezu perfekt. Gerade bei einem Strategiespiel wie "Pikmin" macht sich die bewegungssensitive Bedienung bezahlt. Man hat alles einfach nochmal besser unter Kontrolle als damals auf dem lila Würfel. Mit dem Analog-Stick bewegt ihr Olimar durch die Levels, mit der Wii-Mote weiß ihr den Pikmin ihr Ziel zu. Hier hat sich Nintendo ein großes Lob verdient.
Was sich im Vergleich zur Gamecube-Version jedoch gar nicht geändert hat ist die Grafik. Zwar gibt es jetzt auch einen 16:9-Modus, aber ansonsten ist die Technik immer noch die Alte. Dementsprechend unscharf sind die Texturen, großartige Effekte sucht ihr vergebens. Dafür stimmt der Knuddel-Faktor: Die Charaktere sehen einfach nur putzig aus.
Auch akustisch hat sich nichts getan. Eine Sprachausgabe gibt es nach wie vor nicht, alle Texte müssen gelesen werden. Die Musik ist zwar nett, wiederholt sich jedoch zu oft. Viel Abwechslung ist hier also nicht vorhanden.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:

