Pata-Pata-Pata-Pon. Pata-Pata-Pata-Pon. Was sich hier etwas merkwürdig liest, ist für die Patapon der Befehl zum Aufmarsch. Wer diese Patapon sind, was sie tun und ob ihre Begeisterung für rhythmische Musik auch auf Menschen übertragbar ist, erfahrt Ihr in unserem Test.
Um interessante Konzepte und Grafikstile scheint man bei Sony nicht verlegen zu sein. So folgt nun, nach dem kunterbunten Treiben der “Locoroco”, auch schon der nächste Streich: “Patapon”. Die Patapon sind fremdartige Wesen, welche nur aus einem grossen Auge, Armen und Beinen bestehen. Diese Patapon sind nun auf der Suche nach ES, welches ihren Legenden zufolge in “Erdend” zu finden sein soll. Allerdings brauchen die Patapon ihren “Allmächtigen”, der ihnen den Rhythmus vorgibt, mit dem sie in die Schlacht ziehen können. Klar, dass hier der Spieler einspringt, um den Patapon helfend unter die Arme zu greifen.
4 Trommeln für ein Halleluja
Zu Beginn erhält der Spieler zwei Trommeln – die Töne “Pata” und “Pon”. “Pata” wird über die Viereck-Taste, “Pon” über die Kreistaste der PSP gespielt. Recht bald folgen noch die Trommeln “Chaka” und “Don”, welche über die Dreieck- bzw. die Kreuztaste bedient werden. Hiermit spielt man im vorgegebenen Vierviertel-Takt Rhythmen, um den Patapon Befehle zu geben. So bedeutet “Pata-Pata-Pata-Pon” zum Beispiel. “Vorwärts, Marsch!”. Dabei muss man darauf achten, möglichst genau den Takt zu treffen. Tut man dies nicht, erzeugt man Misstöne, worauf die Patapon natürlich nicht reagieren. Gelingt es jedoch, den Takt zu halten, und das mehrmals hintereinander in Folge, so zählt ein Combo-Zähler hoch. Ist dieser gefüllt, verfallen die Patapon in das “Fever”, eine Art Musikrausch, in dem sie noch stärker kämpfen. Die Erkennung der Eingaben funktioniert generell sehr gut, für Spieler ohne gutes Taktgefühl vielleicht schon ein Stück zu genau. So verzeiht das Spiel keine Fehler, weswegen der Schwierigkeitsgrad vor allem vom eigenen Taktgefühl bestimmt wird.
Nachdem man die beiden Trommeln “Pata” und “Pon” erhalten hat, führen die Patapon den Spieler in ihr Dorf. Hier kann man sich neue Patapon züchten, um eine noch stärkere Armee zu erhalten. Dafür werden Rohmaterialien wie Steine, Äste, Eisen und dergleichen benötigt. Dieses gewinnt man, indem man bei der Jagd Tiere erlegt. Jede Patapon-Art erfordert andere “Zutaten”. Es stehen drei verschiedene Arten von Patapon-Kriegern zur Verfügung: Nahkämpfer (bewaffnet mit Äxten, Schwertern und dergleichen), Speerwerfer und Bogenschützen. Ausserdem stehen den Kriegern im späteren Spielverlauf noch Reittiere und diverse Gerätschaften wie Katapulte zur Verfügung, welche von dem Spieler erschaffen werden können. Auch befindet sich im Patapon-Lager der Altar, wo man sich anzeigen lassen kann, was man bereits eingesammelt hat. Dazu kommt ein Baum, an dem man mit einem Patapon mit Trompete musizieren kann, um Äste zu bekommen, welche man für die “Produktion” bestimmter Patapon-Klassen benötigt. Im späteren Verlauf bekommt man noch weitere solcher Minispielchen.
Auf in die Schlacht
Hat man sich auf der Weltkarte für eine anstehende Mission entschieden, kann man im Hauptquartier des Patapon-Lagers noch schnell festlegen, welche Truppen man mit in die Schlacht nehmen will und wie diese ausgestattet sein sollen. Zum Beispiel eignen sich die Nahkämpfer nicht so gut für Jagd-Missionen, da diese die Beute aufscheuchen würden. An Ausstattung steht den Patapon alles zur Verfügung, was sie während ihrer Beutezüge so in die Finger kriegen, wie stärkere Waffen, Schilde und Helme.
Leider gibt es nur wenige Missionsarten, lediglich die Jagd zu Beutezwecken sowie die Auseinandersetzung mit anderen Stämmen oder Monstern stehen zur Wahl. Dafür können viele der Missionen auch später noch einmal über die Weltkarte angegangen werden – bei den Kämpfen gegen Monster dann meistens eine Stufe schwerer.
Spielt man “Patapon” längere Zeit am Stück, machen sich schnell “Abnutzungserscheinungen” bemerkbar. Man wiederholt eben immer wieder die gleichen Dinge. Spielt man allerdings immer mal nur ein kleines Stückchen am Tag, ist der Aspekt weit weniger tragisch.
Der Grafikstil ist konsequent und sehr stimmig umgesetzt. Es sieht einfach wunderschön aus, wie die kleinen Patapon vor den knallbunten Hintergründen springen, tanzen und kämpfen. Auch kleinere Details sind schön umgesetzt - so verfinstert sich der Blick der Patapon, wenn sie sich einem Gegner nähern. Und auch die Ohren kriegen etwas geboten: Wenn man es schafft, im Takt zu bleiben, singen die Patapon immer weiter mit, bringen sich und den Spieler in einen regelrechten Musikrausch, welcher dann im orgastischen Gesang des Fever gipfelt – bei den Patapon, aber auch beim Spieler. Dabei ändert sich immer mal die Tonart, die sie anschlagen, je nachdem, wie lange man sie im Takt hält und je nachdem, wie man die verschiedenen Kommandos kombiniert. Es ist schwer, ja fast unmöglich, sich nicht von den Patapon anstecken zu lassen.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:

