Dass Disney-Lizenzversoftungen mitunter auch recht brauchbar sein können, bewies zuletzt der "»Kung Fu Panda". Mit "Bolt - Ein Hund für alle Fälle" bekommt nun der neueste Streifen von Disney seine Umsetzungen für die gängigen Konsolen. Wir haben dem Superhund auf den Zahn gefühlt.
Star oder Held?
Bolt ist ein richtiger Film-Hund. Seit Jahren schon spielt er in einer Fernseh-Serie die Hauptrolle - hier verfügt er über Superkräfte, mit denen er immer wieder das Mädchen Penny rettet. Diese ist auch im wahren Leben seine Besitzerin. Wenn die Kameras nicht laufen hat Bolt natürlich auch keine Superkräfte, was ihm allerdings nicht bewusst ist - die Serie ist für ihn Realität, und er davon überzeugt, ein Hund mit Superkräften zu sein. Während es im Animations-Film vor allem um Bolt in der realen Welt geht, dreht sich im zugehörigen Spiel alles um Bolt, den Superhund.
Im ersten Level, das auch gleich als Tutorial dient, seid ihr jedoch erstmal mit Penny unterwegs, um ein Schurkenversteck zu infiltrieren. Und glaubt uns: Penny ist alles andere als ein wehrloses kleines Gör! Stattdessen verfügt sie über einen "Scooterstab", der ihr einige Tricks ermöglicht. So benutzt sie diesen nicht nur, um damit ihre Feinde zu verprügeln, sondern auch als Kletterhilfe. Den Stab zwischen zwei Balken geklemmt, kann sie sich bequem nach oben transportieren lassen... oder über Abgründe hinweg. Noch dazu besitzt sie einen Tarnanzug, der es ihr ermöglicht, sich unsichtbar zu machen. Ideal also, um sich an den Gegner anzuschleichen und ihn lautlos zu erledigen.
Kurz vor Ende des Tutorial-Levels greift dann auch Bolt in das Geschehen ein. Hier ändert sich das Gameplay dann recht grundlegend von dem ruhigen Part mit Penny ab. Bolt kann seine Feinde direkt attackieren, ihm stehen dazu mehrere Angriffsbewegungen zur Verfügung. Auch kann er sich einfach an einen Gegnern festkrallen, und diese dann werfen. Im späteren Verlauf des Abenteuers bekommt der Superkläffer noch einige Super-Kräfte spendiert, wie Laser-Augen oder Superhund-Geschwindigkeit.
Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung...
Was allerdings schon im Tutorial auffällt, wird im späteren Verlauf des Spiels mehr als ärgerlich: Die Kamera ist absolut starr und lässt sich auch nicht nachjustieren. Das verhindert, dass man sich einen guten Überblick über die Umgebung verschaffen kann. Und manchmal sorgt es auch dafür, dass ihr durch ein Manöver direkt im nächsten Abgrund landet.
Im weiteren Spiel wird immer mal wieder zwischen Penny und Bolt gewechselt, wirkliche Highlights neben einigen netten Quicktime-Sequenzen, bleiben allerdings völlig aus. Leider kommen auch nur wenige neue Spielelemente hinzu, und so wiederholt sich eigentlich das immer wieder gleiche Spielchen: Mit Penny schleichen, mit Bolt prügeln. Die Level sind allesamt recht fantasievoll gestaltet, lassen jedoch aufgrund des Stils Details vermissen. Dafür kann man dem Titel allerdings nicht einen zu hoch angesetzten Schwierigkeitsgrad vorwerfen. Es wird eigentlich immer genau erklärt, was ihr als nächstes zu tun habt. Das kann erfahrenere Spieler schnell nerven, jüngeren Spielern dürfte das den Einstieg jedoch enorm erleichtern.
Akustisch gibt es recht gut arrangierte Hintergrundmusik im Stil von Agentenfilmen auf die Ohren. Die Soundeffekte können da nicht ganz mithalten, und die Gegner haben leider nicht viel zu sagen. Die Zwischensequenzen dagegen kommen sehr sympathisch rüber und bringen einigen Witz mit.