Das Universum von Segas "Phantasy Star" ist gross: Auf immerhin 5 Teile (diverse Episoden, Portierungen und Ableger nicht mitgerechnet) brachte es die Reihe, bevor 2006 auf der Playstation 2, dem PC und der Xbox 360 "Phantasy Star Universe" erschien. Nun schiebt Sega ein Addon für dieses Spiel nach – mit neuen Gebieten, neuen Items und einer neuen Storyline. Wir haben uns Offline ins Gefecht geschmissen und sagen euch, ob das Spiel auch überzeugen kann.
Die Hintergrundgeschichte
Die Geschichte von "Phantasy Star Universe" spielt im Gurhal-System mit seinen drei Planeten, auf denen vier verschiedene Rassen leben: Da gibt es die Menschen, dann noch die Newmans, Beasts und CASTs, welche von den Menschen abstammen. 500 Jahre lang tobte hier ein Krieg, bis man zu einem recht brüchigen Frieden fand. Dieser hielt immerhin 100 Jahre... bis eine neue Gefahr auftaucht: Die SEED. An diesem Punkt begann die Story des Vorgängers...
... und "Ambition of the Illuminus" setzt dort an, wo dieser endete. Während die Beseitigung der letzten SEED im vollen Gange ist, erkennt die Erleuchtete in einer Vision, dass dem Gurhal-System eine noch weit grössere Gefahr erst noch bevorsteht.
Wer bin ich?
Dieses Mal ist man nicht als Ethan Waber unterwegs, sondern erstellt sich zu Anfang einen eigenen Charakter. Hier gibt es die komplett freie Auswahl: Ihr bestimmt nicht nur den Namen, sondern auch Rasse, Geschlecht, Aussehen in vielen Facetten (Haare, Körper, Augen, ...), sowie Kleidung eures Charakters. Hat man dann seinen Held (oder Heldin) erstellt, geht es auch schon auf die Kolonie der GUARDIANs, einer interplanetaren Sicherungstruppe. Man bekommt erst einmal ein Quartier zugewiesen samt Partner-Bot, wird von einem Ausbilder herumgeführt und kriegt die wichtigsten Orte gezeigt sowie in einem kurzen Tutorial die Grundlagen des Kampfes und der Menüs erklärt. So gewappnet wird man dann alleine gelassen, um sich selbst auf die Suche nach neuen Missionen zu machen. Und Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben, gibt es einige.
Im GUARDIAN-Hauptquartier kann man sich Missionen abholen, die die Geschichte weiter vorantreiben. Allerdings – ohne Kampferfahrung ist das meist nicht zu empfehlen. Darum gibt es freie Missionen. Über das Bild-Telefon im eigenen Quartier erfährt man, wo im Gurhal-System Aufträge verfügbar sind. Meist geht es einfach nur darum, ein Gebiet von den SEED zu befreien. Dabei könnt ihr von besiegten Gegnern wieder allerlei einsammeln und später gegen Geld (Mesetas) verkaufen. Ausserdem gibt es natürlich auch Erfahrungspunkte, die den Charakter im Level aufsteigen lassen, und somit die eigenen Kräfte erhöhen. Auch der Umgang mit Waffen ist an Statuswerten ausgerichtet – je öfter man eine Waffe einsetzt, desto weiter steigt auch diese im Level auf und wird mächtiger.
Mit den erbeuteten Mesetas lässt sich in den Kolonien einiges anstellen – neue Waffen, Rüstungen und Modifikationen lassen sich dort käuflich erwerben. Und wenn man schon einkauft, kann man sich auch gleich mit neuen Outfits oder einem neuen Haarschnitt eindecken? Alles kein Problem.
Mein Partner, der Bot
Wie schon erwähnt, bekommt jeder GUARDIAN einen sogenannten Partner-Bot zugeteilt. Dieser befindet sich in eurem Quartier, und ihr könnt allerhand mit diesem anstellen. Zum einen dient er euch als Lager für alles, was ihr nicht mit euch rumschleppen wollt, zum anderen kann euer Partner-Bot Gegenstände synthetisieren. Das bedeutet, Ihr gebt ihm einen “Bauplan” in Form einer Platine und alles an “Zutaten”, welche Ihr in den Kämpfen aufsammeln oder in einem Laden kaufen könnt, und schon produziert euer Bot den gewünschten Gegenstand. Ihr könnt auch Gegenstände an euren Bot übergeben, dieser wird diese dann verzehren, und sich dadurch nach und nach verändern – bis zu einer Stufe, wo er euch auch auf das Schlachtfeld begleiten kann und für euch als Bunker für Gegenstände fungiert.
Spaßbremse?
Das Erfüllen von Nebenmissionen und das Vorantreiben der Story macht einige Stunden wirklich Spaß, wird allerdings mangels Abwechslung aber recht schnell öde. Allerdings ist der Offline-Modus ja auch nicht der Kern des Spieles, und Online kommen noch viele weitere Möglichkeiten im Charakterausbau, der Waffen und dem Ausbau des eigenen Quartiers sowie diverse neue Örtlichkeiten zum bestehenden PSU-Universum hinzu. Allerdings gibt es, zumindest auf dem PC, weit bessere MMO-Alternativen. Wer das Setting der Reihe mag und mit “Phantasy Star Universe” Spaß hatte, wird aber auch mit dem Addon nicht viel falsch machen können.
Die Optik ist sicherlich nicht die top-aktuellste, zaubert aber manch schönen Effekt oder Endgegner auf den Screen. Auch steuerungstechnisch macht PSU:AotI eine gute Figur – man hat seinen Charakter eigentlich meistens gut im Griff. Weniger gelungen ist dagegen die Musikuntermalung, die absolut undynamisch ist und sich in keinster Weise dem Spielverlauf anpasst, sondern immer nur belanglos vor sich hin dudelt. Auch der Schwierigkeitsgrad erweist sich als äußerst unausgegoren – manche Stellen können durchaus frustrieren, lassen sich aber dennoch lösen, wenn man sich vorher ein wenig aufgepowert hat oder sich mal kurz Gedanken zur Lösung des Problems gemacht hat.