Ihr wisst nicht, wer Naruto ist? Nein, dann lohnt sich das Weiterlesen für euch nicht - alle Fans des Animes sollten jedoch durchaus mehr als einen flüchtigen Blick auf die neue Versoftung des orange-gekleideten Ninjas werfen. Versprochen werden nicht weniger als 52 spielbare Kämpfer und ein Einblick, wie sich Naruto seit dem Verlassen seines Dorfes verändert hat - der Beginn der "Naruto Shippuden"-Saga in spielbarer Form.
Auf zum Training
Wir erinnern uns: Naruto verliess das Hidden Leaf Village, um sich seinem Ninja-Training widmen zu können. "Shippuden" setzt zweieinhalb Jahre nach seinem Weggang ein - Naruto kehrt nach der Beendigung seines Trainings zurück in sein altes Dorf. Und nicht nur Naruto ist sichtlich gereift, sondern auch seine Freunde haben sich verändert und sind in der Hirarchie aufgestiegen. Doch viel Zeit für Wiedersehensfreude bleibt nicht: Der neue Kazekage Gaara wurde aus dem Dorf des Sandes entführt - von zwei Mitgliedern der Akatsuki: Sasori und Deidara.
Die Versoftung setzt im "Master Mode" - dem Herzstück des Spieles - ein wenig früher ein: In der Endphase von Narutos Training. Er erreicht zusammen mit Jiraiya ein kleines Dorf, dessen Bewohner von Schattenwesen unter dem Einfluß einer Kreatur namens "Black Shadow" terrorisiert werden. Und sie treffen Aoi, ein junges Mädchen, was sich in die Höhle von "Black Shadow" aufmacht - als Opfer. Das will Naruto nicht zulassen und folgt ihr.
Jump'n'Fight
Wenn die neue Versoftung auch wie die Vorgänger im Kern ein Beat'em Up beherbergt, zu Beginn des "Master Mode" merkt ihr davon eher wenig. Ihr lauft und springt mit Naruto durch die Gegend und könnt Kisten und Vasen zerstören, die immer mal Gegenstände beinhalten. Gegner gibt es zunächst keine, aber ihr sammelt Erinnerungsstücke ein - diese sind später wichtig für den "Hero Mode". Kommt ihr beim Dorf an, werdet ihr nach einer kurzen Cutscene direkt in die Höhle verfrachtet. Hier scheint sich Naruto fast zu einem Jump'n'Run zu entwickeln: Ihr hüpft durch die Höhle, überwindet Abgründe, legt Schalter um und sammelt ein, was ihr an Items und Erfahrungspunkten finden könnt. Gespeichert wird an überall verstreuten Savepunkten. In einigen Bereichen kommt es zu Kämpfen, die einen kleinen Stilbruch darstellen - statt im Beat'em Up-Stil einen nach dem anderen zu vermöbeln, kämpft ihr an Ort und Stelle gegen alle.
Das Kampfsystem unterscheidet sich jedoch nicht gross von dem im Beat'em Up-Modus. Gegner in eurer Nähe werden direkt anvisiert und mit der Kreistaste attackiert ihr sie. Die Dreieck-Taste löst, gefüllte Chakra-Leiste vorausgesetzt, euren Special-Move aus: Rasengan.
Alte Freunde
Nach etwa anderthalb Stunden sollte "Black Shadow" dann auch endlich besiegt sein - und ihr kehrt in das Hidden Leaf Village zurück. In der Stadt erwarten euch einige kleinere und größere Missionen, die ihr annehmen könnt. Oft erforscht ihr dabei auch das umliegende Land. Leider ist dort, abseits der Missionen, recht wenig los. Dafür machen die Missionen aber durchaus Spaß: Ob ihr verdeckte Kämpfer enttarnen müsst oder Frösche fangt, Abwechslung ist geboten. Nichts sonderlich aufregendes, aber es unterhält eben ganz gut.
Doch auch nach dem "Master Mode" gibt es noch einiges zu entdecken: Da ist zum einen der oben schon erwähnte "Hero Mode". In diesem könnt ihr mit den eingesammelten Erinnerungsstücken die Geschichte von Naruto nacherleben. Angefangen bei der Versiegelung des neunschwänzigen Dämons im Körper von Naruto bis hin zu den Ereignissen der "Shippuden"-Reihe. Jedes Erinnerungsstück bringt euch in der Zeitleiste ein Stückchen weiter - mal erwarten euch dahinter Kämpfe oder kurze Sequenzen zum Ansehen.
Battle Start
Ansonsten bietet der Titel gewohnte Kost: Im "Free Battle" könnt ihr euch wie in jedem anderen Beat'em Up mit den Charakteren der Reihe prügeln. Bei einer Auswahl von gigantischen 52 Kämpfern - manche müssen zunächst freigeschaltet werden - sollte sicher jeder seinen Liebling finden. Dass es dem Kampfsystem an Tiefgang mangelt, werdet hr verschmerzen müssen. So spielen sich alle Charaktere recht ähnlich und unterscheiden sich eigentlich nur durch ihre Geschwindigkeit und die jeweiligen Attacken (die jedoch meist ähnlich aufgerufen werden). Wie auch in den anderen Teilen kommen hier auch wieder die Items zum Einsatz - so werft ihr mit Wurfsternen, schmeisst mit Brandbomben um euch oder nutzt eure Specialmoves.
Zudem gibt es noch einen Shop, in dem ihr die erspielten Ryos (das Geld in der Welt von Naruto) gegen Figuren oder Videoschnipseln eintauschen könnt. Diese können dann in eurer Sammlung angesehen werden.
Besser als der Vorgänger, aber...
Ganz klar: Technisch unterscheidet sich der neueste Teil kaum von seinem Vorgänger, "
»Naruto: Ultimate Ninja 3". Schicker Anime-Stil und gelungene Sound-Ausgabe erwarten euch auch hier wieder. Zudem wurden einige Scherereien mit der Kamera übernommen, allerdings "entschärft". Und doch hat mir der neueste Teil durch seinen Adventure-Anteil etwas mehr Spaß gemacht. Aber auch nur ein bisschen - denn im Kern verbleibt ein auf Dauer recht monotoner Prügler, der jeglichen Tiefgang vermissen lässt. Weiteres Manko: Ihr könnt zu Beginn des Spiels eine Sprache auswählen - entweder englisch oder französisch. Deutsch steht nicht zur Auswahl. Dafür bekommt ihr aber, wenn ihr über einen Spielstand des Vorgängers verfügt, ein paar Ryos und Items geschenkt.