Das alljährliche Spiel: "FIFA" vs. "Pro Evolution Soccer" lautet das Duell der beiden wichtigsten Fussballspiele. Da passt es dann auch, dass beide beinahe zeitgleich in den Handel kommen. Wohl oder übel müssen sich die Kontrahenten stets einer Gegenüberstellung stellen. Auf der einen Seite steht meist die realistische Fussballsimulation "PES", auf der anderen das actionreiche, aber nicht authentische "FIFA". Ob dieses, teilweise bestätigte, Klischee dieses Jahr angebracht ist, erfahrt ihr in den folgende Zeilen.
Datenwahn
Wenn es um Lizenzen geht, bleibt "FIFA 09" nach wie vor Spitzenreiter. Eine enorme Anzahl an realen Ligen und Turnieren sowie die originalen Datensätze sprechen Bände. Für Kenner der Vorgänger sollte diese Information nichts Neues sein. Weiterhin gilt also: Wer auf Lizenzen setzt, kommt an EA´s "FIFA 09" nicht vorbei. Die Zahlen: Über 30 Ligen und 500 lizenzierte Mannschaften, 60 Turniere, davon existieren immerhin 42 in der Realität. Dagegen kann "
»PES 09" rein gar nichts ausrichten, obschon der Konkurrent die exklusiven Champions League-Rechte besitzt.
Alles dabei
Zu den nicht gerade knapp bemessenen Mannschaften und Ligen, offeriert "FIFA 09" die volle Breitseite an Spielmodi. Ihr könnt dutzende von Ligen unsicher machen, etliche Turniere bestreiten, motivierende Herausforderungen annehmen, Freundschafts- und Multiplayerspiele austragen oder euch für den beliebten Managermodus entscheiden. Letzterer hält euch nicht nur mit obligatorischen Dingen wie Transfers oder Mannschaftstaktik auf, sondern erlaubt es, weitaus mehr Tätigkeiten nachzugehen. Darunter fallen: Werbeverträge unterschreiben, Talente suchen und verpflichten und so weiter. Ebenso mit dabei ist der gängige "Be a Pro"-Modus, in dem ihr lediglich einen vorher charakterisierten Spieler auf seinem Weg vom Dorf- bis zum Top-Verein begleitet.
Wirkungsvolle Updates
"FIFA 09" legt also wieder viel Bedeutung auf den Management-Part und geizt nicht mit abwechslungsreichen Spielmodi. Für erfolgreich abgeschlossene Herausforderungen schaltet ihr ab einer gewissen Anzahl von erwirtschafteten Punkten auf Wunsch neue Bälle, Vereine beziehungsweise zusätzliche Trikots frei - ein motivierendes Feature. EA saß dennoch nicht auf der faulen Haut und verbesserte einfach nur Altbekanntes, sondern spendiert euch die sogenannte "adidas Live Season". Wer mit dem Internet verbunden ist, erhält so bis zum März 2009 jede Woche Spieler-Updates. Was es damit auf sich hat? Je nachdem wie gut oder schlecht die Fussballer in der Realität aktuell drauf sind, verändern sich auch die Spielerwerte der virtuellen Kicker dynamisch mit. Soll heißen: Spielt Profi XY im wahren Leben schlecht, wirkt sich das auch auf die Leistung des Spielers XY im Spiel aus. Über das speziell eingerichtetes Untermenü dürft ihr allerdings nur eine Liga auswählen, die wöchentlich mit Daten versorgt werden soll. Für weitere müsst ihr Bares auf den Tisch legen. Stehen neue Updates bereit, ladet ihr diese bequem über besagtes Untermenü von EA´s Server herunter.
Überhaupt wurde das Menü ordentlich überarbeitet. Es sieht nicht nur schick und modern aus, sondern bietet auf Wunsch zudem zuschaltbare Widgets. Zum Beispiel lassen sich News aus dem wahren Profi-Leben oder Ergebnisse der letzten TV-Übertragung einblenden. Da kommt Stimmung auf...und ein unbeschreibliches Mittendrin-Gefühl.
Game, play!
In einem "FIFA"-Test ist ein Vergleich mit Mitbewerber "PES" unvermeidbar, da sich beide jedes Jahr um die Krone streiten. Während "FIFA" seit jeher mit der vollen Ladung an Lizenzen protzen kann, siegt "PES" durchgehend in Bezug auf ein realistisches Gameplay. Letzteres bleibt bei "FIFA 09" weitgehend identisch. Immer noch spielen sich die Partien trotz stetiger Verbesserung sehr actionlastig, das facettenreiche Gekicke von Konamis Fussballsimation hat hier nach wie vor klar die Nase vorn. Häufig identische Tor-Schüsse, auf Lange Sicht variantenarme Spielzüge - das Geschehen auf dem Platz ist und bleibt verhältnismäßig monoton. Wenn man Konamis Fussballgame und EA´s aktuellste Ausgabe gegenüberstellt, fallen die Unterschiede deutlich auf: Die Bälle springen bei Bodenkontakt zuweilen abnormal hoch in die Luft, Torschüsse schließen auch unauffällige Mittelklassekicker aus weiter Ferne erfolgreich ab. Im Vergleich mit älteren "FIFA"-Ausgaben wird andererseits klar, dass EA viel dafür geschuftet hat, um das Spiel realistischer und authentischer auf den Platz treten zu lassen. Demzufolge stellt "FIFA 09" hinsichtlich des Gameplays die bislang beste Ausgabe dar.
Zudem macht "FIFA 09", den Spielablauf betreffend, einige Sachen sogar besser als "
»PES 2009". So steht die Defensive noch sicherer und kompakter in der eigenen Hälfte. Die Raumaufteilung wirkt realistischer. Lediglich die gewählte Schwierigkeitsstufe beeinflusst die Aggressivität der Gegner. Auf Anfänger-Einstellungen agiert die Abwehr sehr gelassen und gewährt simple Dibblings durch die eigene Hintermannschaft, während in den höheren Stufen Alleingänge selten zum Erfolg führen. In der Regel kombinieren die KI-Gegner klug, schießen regelmäßig aus der zweiten Reihe und können sich meistens auf einen zuverlässig haltenden Torwart verlassen.
Oh, wie ist das schön?
Die insbesondere für Fans sicherlich wichtigste Neuerung ist die kräftig überarbeitete Grafikengine der PC-Version. Verglichen mit der des Vorjahres fällt die Veränderung merklich auf - weitgehend im positiven Sinne. Der neu eingeführte 3D-Rasen sieht wunderschön aus, 350 neue Animationen bringen mehr Authentizität ein und über die schärfer aufgelösten Spielertexturen freuen sich Käufer der PC-Version ebenfalls. Nichtsdestotrotz bleibt die Optik hinter den Konsolenfassungen zurück, die schlicht und einfach noch mehr Details zu bieten haben. Auffällig: Allerlei Spieler gleichen einfach nicht ihrem Vorbild, auch wenn man grob erkennt, um wen es sich handeln soll. Grund hierfür sind zum einen die Gesichter selbst, die viel zu markant rüberkommen, zum anderen die Frisuren, die sehr häufig in keinster Weise zum Spieler passen. Zum Beispiel trägt Rene Adler, Bayer Leverkusens junger Torwart, eine lange weiße Mähne - unverständlich. Auch wenn eine Großzahl der Kicker originalgetreu dargestellt wird, wirken die generell plastisch anmutenden Gesichter ziemlich unmenschlich. Außerdem lassen die Abschnitte neben dem Platz hübsche Texturen und Details vermissen.
Maus-Kontrolle
Zweite Innovation neben der Live Season-Integrierung: Die Maus- Tastatursteuerung. Neben der konventionellen und altbewährten Variante via Controller, besteht die Möglichkeit, mit der Kombination aus Maus und Tastatur Partien zu bestreiten. Diese ungewöhnliche Option steuert sich ausgesprochen gut, vergleichen mit der Gamepad-Steuerung aber lange nicht so direkt und vorteilhaft. Mit der linken Maustaste und mit Hilfe eines Fadenkreuzes wird gepasst, mit der rechten geschossen. Spieler bewegt ihr mit den Shooter-typischen WASD-Tasten. Löblich seitens EA, dass PC-Spieler solch eine eigenständige und exklusive Steuerungs-Alternative vorgesetzt bekommen, die Gamepad-Bedienung dürfte trotzdem den meisten mehr zusagen, insbesondere gegen menschliche Kontrahenten, sobald es auf schnelle Tasteneingaben ankommt.
Die Schlacht ruft
Dank vollwertiger Lizenz kommen zum Beispiel in der Allianz Arena die Schlachtrufe der bayerischen Fans zum Einsatz, was zusammen mit der ordentlichen
»Musikuntermalung ein gelungendes Gebilde ergibt. Mit Ausnahme der Kommentatoren, die zwar viele Informationen preisgeben, auf Dauer jedoch unangebrachte Aussagen vom Stapel lassen.
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Anmerkungen:
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Aufgrund von gleich drei Neuerungen ("adidas Live-Season", neue Grafikengine, Maus-Tastatursteuerung) verdient "FIFA 09" den Innovations-Award. Trotz neuer Optik bleibt ein Grafik-Award hingegen aus (Spieler-Optik, Details).
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Die aufpolierte Grafik bedeutet gestiegene Hardwareanforderungen.
- "FIFA 09" beinhaltet den unbeliebten DRM-Kopierschutz. -> »Verweis
Unser Testsystem:
Q6600 @ 3,2Ghz
GF 8800 GTS G 92
4GB RAM
Windows Vista Home Premium 32 Bit
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
