Adventure-Games sind wieder gross im Kommen. Und dieses Feld wird derzeit nicht nur von den Software-Firmen beackert, auch einige Hobby-Entwickler wagen sich, mit vielen Ideen und Engagement im Gepäck, an die Entwicklung eigener Adventures. Dieses Mal haben wir uns mit Privatermittler Alan Baxter in die Ermittlungen zu einem Mordfall gestürzt.
Alan Baxter, P.I.
Schönheitschirurg Dr. Christopher Bedford wird ermordet in seinem Büro aufgefunden. Die Polizei hat schnell einen Tatverdächtigen: Walter Vanderbuilt. Dieser ist der Bruder der Verlobten des Opfers und erzürnt gewesen, dass der Doktor die geplante Hochzeit hat platzen lassen. Doch ist er wirklich der Mörder von Dr. Bedford? Walter zumindest bestreitet dies. Darum setzt die Mutter von Walter Alan Baxter, seines Zeichens Privatermittler, auf den Fall an. Dieser begibt sich sofort nach Beverly Hills, zum Anwesen der Vanderbuilts.
An dieser Stelle steht auch ihr als Spieler – direkt vor dem Anwesen der Vanderbuilts. Jetzt heisst es erstmal, sich mit Steuerung und Interface vertraut machen. Fahrt ihr mit der Maus über einen wichtigen Gegenstand in der Szene, ändert sich das Erscheinungsbild des Cursors und die Bezeichnung des Gegenstandes wie angezeigt. Mit Druck auf die rechte Maustaste öffnet sich ein kleines Interaktionsmenü, in dem die drei Funktionen Benutzen, Anschauen und Sprechen verfügbar sind. Um also einen Gegenstand zu nehmen, wählt ihr in der Szene den Gegenstand an und dann im Interaktionsmenü die Hand zum Benutzen, um diesen aufzunehmen. Mit den drei Grundbefehlen kommt das Spiel problemlos aus, wie in neueren Adventures üblich wird auf eine Verbleiste am unteren Bildschirmrand verzichtet. Dafür gibt es, wenn ihr mit dem Cursor an den oberen Bildschirmrand fahrt, ein Inventar, in dem die Gegenstände gezeigt werden, die ihr bei euch tragt.
Zurück in die 60er
Der Grafikstil mag schlicht erscheinen, wirkt jedoch im gesamten Spiel sehr homogen und stimmig umgesetzt. Gleiches gilt für die Musik, die sehr viel zur gelungenen Stimmung beiträgt, jedoch schnell "dudelnd" wirkt. Hier hilft es jedoch, die Lautstärke der Musikuntermalung etwas runterzudrehen. Dann werden auch die Sprecher nicht davon übertönt. Und das wäre schade, waren hier doch allerhand professioneller Sprecher am Werk, um den Charakteren ihre Stimmen zu leihen.
Gerade einmal 200MB "wiegt" der (kostenlose!) Download des kompletten Spieles. Das mag recht wenig anmuten, und ist es leider auch. Adventure-Profis haben das Spiel in weniger als zwei Stunden durchgespielt. Dafür wird man aber die ganze Zeit über gut unterhalten. Die Rätsel sind allesamt logisch aufgebaut, Hänger in Form vergessener oder übersehener Gegenstände gibt es nicht. Das ist Fluch und Segen zugleich - Segen, da es so nicht möglich ist, irgendwo festzustecken; Fluch, weil das Spiel dadurch sehr geradlinig und leicht wird. Ist das ein Kritikpunkt? Nein, denn so können sich auch Adventure-Einsteiger voll auf die Geschichte konzentrieren. Die ist zwar recht bald vorhersehbar, dennoch wirklich gut umgesetzt.