Die eifrigen Jungs und Mädels von City Interactive schlagen wieder zu! Knapp zwei Monate, nachdem wir uns durch den halbwegs soliden Simpelshooter "Terrorist Takedown 2" ballern durften, ist der belastbare Abzugsfinger in neusten 20 €-Ballermann "Operation Blitzsturm" ein weiteres mal gefragt. Im Kern bietet der neuste Spross des Entwicklers das gleiche wie sein Vorgängerprodukt – mit ausgetauschtem Szenario und ein paar kleinen Verbesserungen.
Hundefelsen 3D?
"Operation Blitzsturm" versetzt Euch mal wieder in den Zweiten Weltkrieg. Dennoch ist das Szenario deutlich interessanter, als das der jüngst veröffentlichten Terroristenhatz - schließlich kämpft Ihr nicht an der Front, sondern müsst gleich drei Geheimaufträge auf feindlichem Territorium erfüllen. Um das böse Naziregime sichtlich zu schwächen, schickt der britische MI6 eine ganze Spezialeinheit, pardon, nur euch (Ihr macht das schon!) hinter die feindlichen Linien, um entsprechende Größen des Nazireichs auszuschalten. Die wären Johann Gabler, Hans Höllmann und Hartmut Grühning, die namentlich freilich frei erfunden sind, in Ihrem Aussehen aber realen Nazi-Verbrechern wie etwa Himmler oder Göring nachempfunden sind. Natürlich ist die Rahmenhandlung und die Tatsache, dass der britische Geheimdienst für seinen wohl wichtigsten Auftrag nur einen einfachen Fallschirmspringer verpflichtet, Schwachsinn, aber immerhin gibt uns der Titel ein spielerisches wie moralisches Ziel: Den obersten Nazi-Schergen den Garaus machen. Herrlich trashig!
In den drei Aufträgen ballert Ihr Euch durch halbwegs abwechslungsreiche Level, wie eine Burg samt schaurigem Katakombentrakt oder eine luxoriöse Schergen-Villa, dürft ab und an einen Schüssel suchen oder ein Loch in die Wand sprengen. Am Ende gilt es dann, den von noch mehr Horden böser Nazi-Gehilfen beschützten Obermotz in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Das ist wenig innovativ, zumal der ganze Ballerspaß nach gut 2 1/2 Stunden auch schon wieder vorbei ist, macht in der Mittagspause - immer mal für 10-15 Minuten - aber kurzweilig Laune.
Nazi-Gold?
Wie in "Terrorist Takedown 2" bedient sich City Interactive der Jupiter-Engine, die bereits in Titeln wie "F.E.A.R." und "Condemned" zum Einsatz kam. Die ist mittlerweile zwar auch schon etwas betagt, sieht im Vergleich zur Chrome-Engine, die in den Vorgängern noch verwendet wurde, aber grundsolide aus. Für einen Titel dieses Preissegments geht die Technik definitiv inordnung, zumal die Entwickler im Vergleich zur Terroristenhatz ein bisschen mehr aus dem Gerüst herausgeholt haben. So wird nun beispielsweise auf karge Außenlevels verzichtet und rein Schauplatz-technisch etwas mehr Abwechslung geboten. Leider wiederholen sich Design- und Levelelemente immer wieder, und auch auf allzu viele Charaktermodelle wurde verzichtet. Klon-Alarm!
In akustischer Hinsicht präsentiert sich "Operation Blitzsturm" wie zu erwarten mittelprächtig. Der Soundtrack enthält altbekannte Muster, unterlegt das Geschehen aber passend, die Geräuschkulisse ist solide, die deutsche Vertonung wirkt trashig, aber gerade dadurch irgendwie charmant.
Kein Schwein surft mich an
Wer den Solomodus durchgespielt hat – auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad haben wir dafür gut 2 1/2 Stunden gebraucht – kann sich den Mehrspielermodus etwas näher ansehen. Der ist, wie schon in "Terrorist Takedown 2", recht kurzweilig. In bekannten Modi wie Deathmatch, Capture the Flag und Domination habt Ihr die Möglichkeit, Euch online oder via LAN mit eurem Mitspielern zu duellieren. Da City Interactive auf die Plattform "Game Spy" zurückgreift, bietet Euch das Spiel genug Möglichkeiten, Sitzungen nach Euren Wünschen zu hosten. Zum aktuellen Zeitpunkt konnten wir den Mehrspielermodus allerdings nicht ausführlich testen – es waren schlichtweg keine anderen Mitspieler da, gegen die man online hätte antreten können.