Im November veröffentlichte City Interactive den Shooter „Terrorist Takedown: Covert Operations“, im Februar folgte bereits „Code of Honor: Die Fremdenlegion“. Nun, gegen Ende April, geht es wieder weiter. „Code of Honor“ zeigte im Vergleich zu „Terrorist Takedown“ schon etwas Besserung. Kann „The Hell in Vietnam“ das Niveau noch weiter steigern oder fällt es gar wieder zurück auf den Tiefpunkt?
Aus dem Dschungel in den Dschungel
In „Terrorist Takedown“ ging es im Dschungel Kolumbiens zur Sache, „Code of Honor“ zeigte mit der Wüste an der Elfenbeinküste ein krasses Kontrastprogramm dazu. Nun verschlägt es Euch mit „The Hell in Vietnam“, wie der Name schon vermuten lässt, wieder in den Dschungel. Diesmal aber in Vietnam und zur Zeit des Vietnamkrieges. Das Ziel? Sämtliche „Schlitzaugen“, die in Euer Sichtfeld gelangen, über den Haufen ballern. So säubert Ihr im Verlaufe der insgesamt acht Missionen etwa kleinere Dörfer, sprengt Flakstellungen oder nehmt an der Tet-Offensive teil. Wie auch die beiden inoffiziellen Vorgänger ist „The Hell in Vietnam“ wieder recht kurz ausgefallen und nach wenigen Stunden schon vorbei.
Rambo ist ein Dreck dagegen
Wie gewohnt bringt Ihr in den einzelnen Levels jeden Gegner um die Ecke, der nicht bei drei auf den Bäumen sitzt. Obwohl, selbst da könnte man sie wahrscheinlich noch runter schiessen. Wie auch immer, normalerweise werden sämtliche Feinde aus dem Weg geräumt, nebenbei gibt es noch ein paar andere Ziele. Da müsst Ihr zum Beispiel eine Straße (wenn man das so nennen kann) verminen, einen abgestürzten Hubschrauber nach Überlebenden durchsuchen oder einem Scharfschützen in den Rücken fallen. Das Ballern steht als Hauptelement jedoch im Vordergrund. Eine spannende Geschichte gibt es nicht, lediglich ein wenig Text präsentiert Euch das Spiel während den Ladezeiten. Gelegentlich nehmt Ihr außerdem am Geschützstand eines Vehikels platz, beispielsweise auf einem Patrouillenboot. Selbst steuern darf man das Gefährt aber leider nicht.
Wer viel ballert, der braucht verständlicherweise auch ebenso massig Munition. Das ist aber kein Problem, denn sämtliche getötete Gegner lassen Waffen oder Kugeln fallen, die Ihr bequem aufsammelt. Im direkten Vergleich zu „Code of Honor“ scheinen die KI-Kameraden aber etwas mehr Zielwasser getrunken zu haben, denn sie treffen manchmal fast schon perfekt. Zum Glück findet Ihr in regelmäßigen Abständen Medikits, die Eure Gesundheit wieder auf Vordermann bringen.
Veraltete Technik
Wie nicht anders zu erwarten verwendet auch „The Hell in Vietnam“ wieder die Chrome-Engine von Techland. Dabei ist vor allem der Dschungel am hübschesten anzuschauen. Es ist zwar kein Vergleich zu kommenden Spielen wie Crysis, sieht aber dennoch ordentlich aus. Der Rest versinkt erneut im Mittelmaß. Das trifft speziell auf die Teils verschwommenen Texturen und die Effekte zu. Abgesehen davon glänzt besonders die Physik-Engine mit unfreiwilliger Komik, was sich an getöteten Gegnern bemerkbar macht (siehe einige der Screenshots). Achten solltet Ihr nebenbei noch auf das Wasser. Dieses dürft Ihr nur an vorgegebenen Stellen passieren. Springt Ihr etwa von einem Bootssteg ins Wasser, dann wird Euer Charakter kurzerhand in die Luft geschleudert und stirbt mitunter beim nachfolgenden Aufprall.
In Sachen Übersetzung und Synchronistation hält „Hell in Vietnam“ zum Glück das Niveau aus „Code of Honor“. Es klingt zwar alles weiterhin nicht wirklich professionell, aber verglichen mit „Terrorist Takedown“ dennoch recht passabel. Dummerweise bewegt aber keiner der Charaktere seine Lippen zu den Kommentaren. Vielleicht sind es ja Bauchredner, wer weiß. Probleme bezüglich des Sounds machen nebenbei noch die Einstellungen. Obwohl ich dort die Lautstärke etwas nach unten geregelt hatte, blieben sowohl die eigenen Schüsse als auch die Sprachausgabe so laut wie zuvor.