Seit seinem Verkaufsstart hat sich „Guild Wars“ zu einem der beliebtesten Online-Rollenspiele gemausert. Das mag zum einen daran liegen, dass hier keine monatlichen Gebühren fällig sind. Zum anderen ist das Spiel auch recht einfach zu beherrschen und bietet den Zockern zahlreiche spannende Stunden. Mittlerweile ist mit „Nightfall“ die zweite Erweiterung erschienen. Wir haben uns nach Elona durchgeschlagen und verraten in unserem Review, ob Ihr das ebenfalls tun solltet,
Andere Länder, andere Sitten
Na gut, nicht ganz. Allerdings führt euch auch „Guild Wars: Nightfall“ wieder auf einen neuen Kontinent. Im dritten Kapitel verschlägt es euch nach Elona, wo sich langsam aber sicher die Dunkelheit über das Land verbreitet. Herrscherin Varesh Ossa hat ihre eigenen dämonischen Pläne und will die alleinige Macht erlangen. Ihr habt natürlich etwas dagegen. So zieht Ihr mit euren Helden in den Kampf gegen das Böse. Für „Guild Wars: Nightfall“ haben sich die Entwickler wieder einen neuen Grafikstil einfallen lassen. Elona erinnert sehr an den afrikanischen und arabischen Raum. Wer die vorherigen Teile gespielt hat, wird also wieder genügend abwechslungsreiche Gebiete vorfinden.
Neue Klassen braucht das Land
Wie schon in „Factions“ bekommt Ihr auch in „Nightfall“ abermals zwei neue Charakterklassen spendiert. Dabei handelt es sich zum einen um den Paragon, eine Schutzgestalt der Elonier. Der Paragon agiert eher im Hintergrund und unterstützt seine Gruppenmitglieder durch Zaubersprüche, welche eure Kollegen schützen oder ihre Fähigkeiten verbessern. Das heißt allerdings nicht, dass er im Kampf wehrlos ist. Auch dort kann er mit Schild und Speer gut austeilen. Ganz anders der Sensenmann ... äh ... ich meine natürlich den Derwisch. Mit seiner Waffe stürzt der sich mitten ins Gefecht und kann so ordentlich Prügel austeilen. Vor allem dann, wenn die Gegner dicht beieinander stehen. Der Derwisch hält zwar nicht ganz so viel aus wie ein Krieger, macht diesen Aspekt aber durch seine Trefferpunkt-Boni wieder wett. Zudem kann er sich für kurze Zeit in eine von fünf Gottheiten verwandeln, wodurch etwa Immunität gegen bestimmte Zustände erreicht wird.
Zeit für Helden
Nur ein neuer Kontinent sowie zwei frische Klassen wäre etwas wenig, nicht wahr? Deswegen haben die Entwickler auch insgesamt 14 Helden eingebaut, die Ihr im Laufe des Spiels nach und nach freischalten könnt. Helden sind im Prinzip nichts anderes als weitere Bots, die euch automatisch auf euren Missionen begleiten. Allerdings sind sind ihre Fähigkeiten – im Gegensatz zu den normalen KI-Kameraden – nicht fest vorgegeben. Wie auch euren Charakter selbst könnt Ihr die Helden nach euren Wünschen umgestalten, ihnen andere Zaubersprüche zuteilen oder die Ausrüstung ändern. Während der Kämpfe lassen sie sich sogar indirekt steuern, indem Ihr wie bei eurem Hauptcharakter die Fähigkeiten per Tastendruck auslöst. Wer das nicht will, braucht sich keine Sorgen machen, denn die Jungs und Mädels verhalten sich dann wie die anderen NPCs und greifen selbstständig das gewählte Ziel an. Da eine reine Heldengruppe doch etwas zu stark wäre, könnt Ihr nur drei von ihnen mitnehmen.
Mehr für Solospieler
Vor allem die Individualisierungen eurer Helden geben euch wesentlich mehr zu tun als in den Vorgängern. Aber auch abgesehen davon bietet „Nightfall“ jede Menge Content für Solospieler. In Elona erwarten euch über 250 neue Quests und eine größtenteils spannende Story, die in eigenen Missionen und durch schöne Zwischensequenzen in Spielgrafik vorangetrieben wird. Dabei solltet Ihr allerdings nicht immer nach vorne stürmen, da sich in einigen Abschnitten nun Fallen verstecken oder Rätsel gelöst werden müssen. Im Tutorial beladen wir etwa erst Katapulte, um damit anschließend zwei feindliche Schiffe zu versenken. Trotz der Vielfalt für Einzelspieler kommen die PvP-Gefechte nicht zu kurz. Die zwei neuen Klassen fügen sich recht gut ins Kampfgeschehen ein und sind weder zu stark noch zu schwach.
Schick, schicker, Guild Wars
„Guild Wars: Nightfall“ sieht wie seine Vorgänger sehr schön und stimmig aus, ohne dabei eine teure Hardware zu verlangen. Zwar läuft das Spiel auch schon mit einem 1 GHz Prozessor und 512 MB RAM, die Ladezeiten sind dabei aber recht hoch. Die Entwickler empfehlen einen 2 GHz Prozessor mit 1 GB RAM sowie einer halbwegs aktuellen Grafikkarte, was auf jeden Fall ausreicht, um das Spiel in prächtiger Optik genießen zu können.. Gerade Gelegenheitsspieler dürften somit angesprochen werden - doch nicht nur von der Optik. Denn nach wie vor ist für das Spielen kein monatlicher Beitrag fällig. Die beiden Vorgänger braucht Ihr für „Nightfall“ ebenfalls nicht. Wer will, kann mit diesem Spiel einsteigen und muss dabei nicht auf die anderen Klassen verzichten.
Besonders lobenswert ist einmal mehr die Ausstattung des Spiels. Wo anderen Titeln nur ein dünnes Begleitheft beiliegt, glänzt „Nightfall“ mit einem 144 Seiten umfassenden farbigen Handbuch, einem Poster, einer Referenzkarte sowie einem Buddycode, mit dem eure Freunde für einige Tage das Spiel kostenlos testen können. Der CD-Key steht derweil wieder auf einer sehr schön gestalteten Karte im Kreditkartenformat.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
