Nach einem Ausflug in den Zweiten Weltkrieg mit „Combat Wings: Battle of Britain“ begibt sich Publisher City Interactive mit „Terrorist Takedown: Covert Operations“ nun in den Dschungel. Wir haben uns durch die grüne Hölle gequält und verraten euch in unserem Review, warum Ihr um dieses Spiel lieber einen großen Bogen macht..
Keine Macht den Drogen!
Ihr seid Teil eines Elite-Sondereinsatzkommandos der US-Streitkräfte und unterwegs im südamerikanischen Dschungel. Nachdem der Anführer eines Drogenkartells ausgeschaltet wurde, geht es zurück in Richtung Heimat. Zumindest sieht so die Planung aus, denn es kommt anders als gedacht. Ihr steigt ins Spiel ein, als feindliche Kräfte überraschend den Flughafen angreifen, von dem Ihr eigentlich bald abheben solltet. Der Geheimdienst findet später heraus, dass jemand mit dem Namen Dolo Mendoza hinter dem Angriff steckt. Also wars das für euch erstmal mit dem Heimflug. Eure Aufgabe: Mendoza ausschalten!
Auf der Suche nach dem Boss
Die Suche nach Mendoza führt euch tief in den Dschungel, wo selbstverständlich jede Menge Gegner auf euch warten. Eure Aufgaben bestehen meistens darin, alle Feinde auszuschalten und nebenbei, unter anderem, noch Luftabwehrstellungen in die Luft zu sprengen. Die Story des Spiels ist aber eigentlich unerheblich, langweilig und keineswegs spannend. Überraschende Wendungen sucht Ihr vergeblich. Nach insgesamt elf Missionen ist das Spiel auch schon wieder vorbei, allerdings wird man sich eher darüber freuen, denn „Terrorist Takedown“ beschäftigt euch nur wenige Stunden. Die Gegner sind dabei keineswegs immer gleich von Beginn an überall im Level vorhanden, sondern tauchen gerne einmal ins Level "gebeamt". Ans Steuer eines Fahrzeug dürft Ihr euch leider nicht setzen, lediglich in einem Geschützstand seid Ihr tätig. Wasserratten werden enttäuscht: Eine unsichtbare Mauer hindert euch daran, in tiefere Gewässer einzudringen. Einmal wurden wir bei diesem Versuch in hohem Bogen durch die Luft geschleudert. Aber vielleicht war es auch nur ein vom Feind im Wasser verstecktes Katapult - wer weiß das schon.
Bei Feindkontakt verhalten sich eure Gegner derweil nicht immer ganz nachvollziehbar. Manchmal versuchen Sie wegzulaufen oder in Deckung zu gehen, in anderen Situationen bleiben sie einfach stehen. Im Test passierte es sogar öfter, dass sie nicht reagiert haben, obwohl wir direkt vor ihrer Nase standen und mit dem Messer herumwedelten. Ebenfalls unverständlich, wenn wenige Meter neben ihnen einen Kollege per Scharfschützengewehr weggepustet wird, diese aber weiter friedlich in die Gegend starren. Andere Feinde reagieren wiederum auf die Aktion. Eine perfekte künstliche Intelligenz sieht jedenfalls anders aus. Das trifft übrigens auch auf verschiedene Skriptereignisse zu. Wie sonst ist es zu erklären, dass ein feindlicher Hubschrauber zwei bis drei Minuten lang vor dem eigenen Boot schwebt und erst dann zu feuern anfängt, wenn wir uns zu dem ein paar Meter entfernten Geschütz bemühen.
Dichter Dschungel
Für die grafische Darstellung verwendet „Terrorist Takedown“ die Chrome-Engine von Entwickler Techland. Diese ist zwar ganz passabel, heutzutage allerdings veraltet. Am meisten gelungen ist dabei die dichte Vegetation im Dschungel. Da die Chrome-Engine vor allem für ihre weitläufigen Gebiete bekannt ist, hat man dies auch hier teilweise verwendet. Frei bewegen dürft Ihr euch allerdings nicht, denn überall gibt es Abgrenzungen, die euch den Weg vorgeben. Trotz dieser schon leicht angestaubten Optik sind die Ladezeiten vergleichsweise lang ausgefallen, zumindest wenn ein neuer Level gestartet wird. Ebenfalls kommt es immer einmal wieder zu kleineren Rucklern. Zusätzlich wirken die Texturen leicht matschig, die Spiegelungen im Wasser sind verpixelt und die Effekte alles andere als gut.
Die Steuerung funktioniert indes ganz normal, ist aber auch nicht schwierig. Wobei, wenn man sich den Rest des Spiels anschaut, dann könnte man schon bedenken haben. Wie auch immer, gespielt wird mit der von anderen Titeln gewohnten Kombination aus Maus und Tastatur. Störend sind dabei allerdings eher diverse Gegenstände, die einfach herumstehen oder -liegen, denn daran bleibt man sehr gerne mal hängen. Auch gab es bei einer Treppe, die wohl nicht zum Treppensteigen gedacht war, massive Probleme beim vorankommen. Gut, eigentlich sollte man ja die Leiter daneben benutzen, aber wenn der Spieler schon auf die Treppe fällt, dann sollte er da auch wieder ohne große Probleme weiterkommen. Insgesamt dauerte das mehrere Minuten(!), bis wir endlich wieder zwischen Zaun und Treppe heraus kamen und die Stufen mühsam hochsteigen konnte
Setzen, Sechs!
Den Vogel schießt City Interactive, wie schon bei „Combat Wings: Battle of Britain“, erneut mit der Synchronisation und Übersetzung des Spiels ab. Schon das Handbuch des Spiels strotzt vor Rechtschreibfehlern und schwachsinnigen Sätzen. Dies setzt sich im Spiel auch weiter fort. Besonders die deutschen Sprecher wirken eher lächerlich als glaubhaft. Vor allem dadurch entsteht einmal mehr absolut keine Atmosphäre.Leider lässt sich die Sprachausgabe auch nicht separat deaktivieren. Bevor man das nächste mal zwanghaft eine eingedeutschte Fassung auf den Markt bringen will, sollte man es lieber bei der englischen Sprachausgabe belassen und Untertitel verwenden.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
