Ich gebe es zu: "Autobahnraser 1" habe ich gerne gespielt. Trotz der mäßigen Qualität hat es einfach Spaß gemacht, durch Städte wie Berlin, München oder Köln zu heizen. Mit "German Street Racing" spricht bhv ebenfalls einheimische Spieler an - schließlich rast man durch Städte wie Berlin, München und Leipzig. Was 1999 noch halbwegs funktionierte, wirkt im Jahre 2006 allerdings wie ein schlechter Witz. Wir haben den Titel durchgespielt und konnten, mit Verlaub, gar nicht schnell genug wieder davon loskommen.
Von Stadt zu Stadt
In "German Street Racing" flitzt ihr durch fünf deutsche Städte (München, Hamburg, Leipzig, Düsseldorf und Berlin) sowie über zwei Bonusstrecken (Eifelring, Kesselberg).
In jeder Stadt absolviert ihr verschiedene Wettbewerbstypen: Drag, Drift und Cityrennen. Während es in den Dragrennen, ähnlich wie bei NFS: Underground, auf das richtige Schalten ankommt, müsst ihr euch in den Cityrennen gegen drei, vereinzelt auch einen Konkurrenten behaupten. Als absolute Mogelpackung stellen sich die Driftrennen heraus. Hier wird, wie es der Name vermuten lässt, nicht von A nach B gedriftet, sondern lediglich eine bestimmte Strecke abgefahren, gewendet, wieder zurückgefahren, wieder gewendet usw. bis eine gewisse Menge an Runden gemeistert ist.
Habt ihr eine vorgegebene Anzahl an Rennen (meist 2-3 pro Renntyp) absolviert, wird die nächste Stadt freigeschaltet, in der ihr wiederum ein festes Pensum an Wettbewerben bestreiten müsst. Ein bisschen Abwechslung bieten lediglich die beiden Bonusstrecken: Der nicht originalgetreu nachgebildete Eifelring lässt ein wenig Rennatmosphäre aufkommen, der Kesselberg bietet Berg- und Talfahrten.
Das Flummi-Syndrom
Die Fahrphysik wirkt wie ein schlechter Witz. Die elf nicht lizensierten Wagen steuern sich träge und ungenau. Kommt es hin und wieder zum Unfall, oft verursacht durch die unfaire (da zu aggressive) Gegner KI, springen die Fahrzeuge meist wie Gummibälle durch die Gegend. Apropos KI: Die Konkurrenten bleiben häufig an anderen Fahrzeugen, Ecken und Kurven hängen
Tuning für arme
Als äußert öde stellte sich nach wenigen Minuten der Tuningmodus heraus. Die Autos, die nach und nach freigeschaltet werden, können farblich angepasst werden. Mehr optische Finessen gibt es nicht. Für besonders spekakuläre Stunts oder knappe Überholmanöver gibt's außerdem Erfahrungspunkte, mit welchen ihr eure Fähigkeiten auflevelt. Mit Hilfe zweier Schieberegler könnt ihr vor jedem Rennen zudem die Fahreigenschaften festlegen. Hier muss abgewogen werden, ob man sich lieber für mehr Beschleunigung und bessere Kurvenlage, oder mehr Speed entscheidet. Zu guter Letzt gibt es noch Leistungsupgrades, die ihr mit eurem gewonnenen Geld nach und nach erkaufen könnt.
Wiedererkennungswert?
Optisch wirkt der Titel altbacken. Die Fahrzeuge erinnern halbwegs an ihre Vorbilder, geizen dafür mit Details. Die Streckenumgebungen wirken größtenteils trist, der Wiedererkennungswert hält sich in Grenzen - kein Vergleich zur aktuellen Konkurrenz. Akustisch wird ebenfalls wenig geboten: Motorengeräusche und Soundeffekte hören sich billig an, das untermalende Techno-Gedudel nervt auf Dauer - Schade.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
