Die Luftschlacht um England beginnt wieder von neuem! Diesmal allerdings nur virtuell. City Interactive veröffentlicht mit „Combat Wings: Battle of Britain“ eine knallharte Action-Flugsimulation für Fans weitab des Realismus. Ob sich das Spiel gegen den Konkurrenten „Blazing Angels: Squadrons of WWII“ aus dem Hause Ubisoft behaupten kann, erfahrt ihr in unserem Einsatzbericht.
Starten, kämpfen, landen
Wie der Name schon verrät, dreht sich „Combat Wings: Battle of Britain“ hauptsächlich um Luftschlachten während des Zweiten Weltkrieges. Eine wirkliche Story gibt es im Spiel nicht, stattdessen absolviert ihr lediglich einen Einsatz nach dem anderen, insgesamt 23 Stück davon. Während der Kampagne erwarten euch verschiedene Einsatzziele, dazu zählen Patrouillen, Eskorten, Angriffe und Verteidigungsaufgaben. Insgesamt fehlt es aber etwas an Abwechslung, denn meistens werden lediglich feindliche Jäger oder Bomber vom Himmel geholt. Nur einige wenige Male müssen Schiffe oder Fahrzeuge bzw. Gebäude am Boden zerstört werden. In zwei Einsätzen verschlägt es euch sogar an eine Flak, mit der ihr feindliche Flieger aufhalten müsst, in zwei weiteren Missionen übernehmt ihr die Kontrolle über das Heckgeschütz eines eigenen Bombers auf dem Weg nach Berlin. Lange Zeit wird euch die Kampagne allerdings nicht beschäftigen, denn erfahrene Spieler dürften den Titel nach drei bis fünf Stunden durchgespielt haben. Anschließend steht euch noch der Multiplayer-Modus zur Verfügung. Darin könnt ihr euch in den Spielmodi „Deathmatch“ sowie „Team Deathmatch“ mit bis zu zehn Spielern auf neun verschiedenen Karten austoben.
Auf in den Kampf!
In der Einleitung war bereits zu lesen, dass „Combat Wings: Battle of Britain“ nichts für Freunde von realistischen Flugsimulationen ist. Stattdessen verzichtet das Spiel zugunsten des rasanten Gameplays auf physikalisch korrekte Luftkämpfe. Macht aber nichts, denn dank der einfach zu erlernenden Steuerung sind diese kein größeres Problem, stattdessen ist die Handhabung sogar etwas zu leicht ausgefallen. Dennoch ist eure Maschine nicht unverwundbar. Bei zu starker Beschädigung verliert das gute Stück nämlich immer mehr Geschwindigkeit. Abgeschossen werdet ihr jedoch selten. Hin und wieder kann es aber einmal passieren, dass man mit anderen Flugzeugen kollidiert. Während die Flieger bei kleineren Berührungen noch abprallen, bleibt bei einem Frontalzusammenstoss nur noch der Neustart der Mission übrig. Vor den Einsätzen könnt ihr meistens aus verschiedenen Flugzeugen wählen, dazu zählen zum Beispiel die Hurricane oder die Spitfire. Ebenso lassen sich verschiedene Muster auf den Rumpf der Maschine lackieren, was spielerisch allerdings keinen Unterschied macht.
Ran an den Joystick
Die in den Optionen eingestellte Standardbelegung verwendet für die Steuerung eine Kombination aus Maus und Tastatur. Wer will, kann die Gegner aber auch per Joystick aufs Korn nehmen. Probleme gab es dabei lediglich in den Einsätzen, in denen ihr die Flak oder das Heckgeschütz übernehmt - dort muss auf die Standardbelegung gewechselt werden. Ansonsten klappt die Steuerung recht unkompliziert, bei Missionen in der Nähe der Basis kann man seine Maschine nach Abschluss entweder selbst landen oder per Tastendruck den Einsatz beenden.
Die Grafik in „Combat Wings: Battle of Britain“ hat sowohl Licht- als auch Schattenseiten. Während Wasser- oder Lichteffekte noch recht hübsch aussehen, wirken die Texturen leicht matschig und unscharf, gerade am Boden. Die englische Hauptstadt London oder Berlin bestehen gar nur aus einer flachen Bodentextur - kein Vergleich zum in dem Bereich fantastischen „Blazing Angels: Squadrons of WWII“.
Übersetzung im Sonderangebot
Völlig misslungen ist bei „Combat Wings: Battle of Britain“ die Sprachausgabe bzw. die deutsche Übersetzung. Dazu zählen teilweise recht grobe Schnitzer. Ein Beispiel: Beim Angriff auf einen deutschen Kreuzer ist später die Rede von einem Kreuzfahrtschiff. Aber wer weiß, vielleicht hat sich die Besatzung des Schiffes auch im Verlaufe des Einsatzes entscheiden, lieber die Karibik anzusteuern. Getoppt wird das Ganze noch von der Sprachausgabe. Viele bemängelten bereits bei Digital Anvil's „Starlancer“ die Verwendung von deutschen Sprechern mit einem Akzent des jeweiligen Landes, hier ist das nicht anders. Dies alleine wäre ja nun nicht ganz so schlimm, aber überhaupt klingen die Sprecher entweder unpassend oder völlig lustlos. Abstürzende feindliche Piloten haben anscheinend keine Angst vor dem Tod, sondern sind selbst in ihrem vom Himmel fallenden brennenden Wrack noch ganz cool. Anders sind diese laschen Sprüche nicht zu erklären, denn Aussagen wie „Ich breche auseinander“ oder „Aaaaaaah“ klingen so, als hätte man sie mal schnell in der Mittagspause aufgezeichnet. Mit dieser misslungenen Vertonung wird ein Großteil der Atmosphäre des Titels schlichtweg zerstört.