Wer erinnert sich nicht gerne an Filme wie Top Gun oder Hot Shots? Spektakuläre Luftkämpfe, wahnsinnige Manöver. Mit F/A 18 Desert Storm bescheren uns die Heidelberger Entwickler "Application Systems" eine ultrarealistische Flugsimulation.
Ob das Spiel nicht nur spielerisch, sondern auch grafisch überzeugen kann und ob auch Einsteiger einen Blick darauf wagen dürfen, lest ihr im folgenden Review.
Dejá Vu
Fans der F/A 18 Hornet Reihe kennen sicherlich den Vorgänger " F/A-18 Hornet Korea". Der erste Teil war bereits in Fankreisen ein Geheimtipp, bei Anfängern ein gefürchtet schwerer Brocken. Mehr als sechs Jahre später, nach endlosen Terminverschiebungen präsentieren uns die Entwickler einen Nachfolger, diesmal angesiedelt im Irak.
Während das Spiel zu deutsch den Titel "Desert Storm" trägt, finden amerikanische Spieler die Simulation unter dem Namen " F/A-18 Hornet Operation Iraqi Freedom" wieder.
Zu Anfang bereits eine kleine Ernüchterung: Im Vergleich zum Vorgänger hat sich nahezu nichts geändert. Die grafische Präsentation, die Soundeffekte, die Steuerung sowie die Waffenauswahl wurden nahezu 1:1 aus dem Vorgänger übernommen. Aber alles, liebe Leser, der Reihe nach.
Husseins Spielplatz!
Eine Story, Zwischensequenzen oder gar eine geschlossene Kampagne gibt es nicht. Vielmehr haben wir die Möglichkeit, alle sich untereinander sehr ähnelnden Missionen bereits von vornherein in einer übersichtlichen Liste auszuwählen. Freigeschaltet werden muss also nichts. In dieser Auswahl erhalten wir bereits erste Informationen bzw. Instruktionen für die Mission selbst. In einer kleinen Übersichtskarte sind die wichtigsten strategischen Ziele/Punkte markiert. Im darauffolgenden Menü haben wir die Möglichkeit unseren Jet mit Waffen wie Bordkanone oder verschiedenen Bomben & Raketen auszustatten. Nach kurzer Ladezeit starten wir entweder auf einem Flugzeugträger oder befinden uns bereits direkt in der Luft. Fortan ist es unsere Aufgabe gegnerische Geschwader abzuschießen oder strategisch wichtige Ziele wie Fabriken oder Militärstützpunkte zu zerbomben. Leider beschränken sich so gut wie alle Aufträge auf diese Handlungen. Meist sind wir jedoch nicht alleine unterwegs. Im Geschwader begleiten uns beispielsweise namhafte Flugzeuge wie der „F-16 Falcon", der „B-2 Stealth Bomber" oder gar der „B 52 Bomber".
Realismus hoch 3
Einer der wichtigsten Punkte des Spiels ist die realistische Steuerung unseres Kampfjets. Und diese ist durchweg gelungen. In drei Schwierigkeitsstufen haben wir die Möglichkeit unser Gerät per Maus, Tastatur oder Joystick zu steuern (wobei letzteres natürlich am empfehlenswertesten ist). Der F/A 18 steuert sich bereits auf der leichtesten Stufe sehr anspruchsvoll. In der komplexen Cockpitansicht sehen wir zuerst die eigentliche Tragweite der Steuerung. Unzählige kleine Optionen lassen sich De- und aktivieren, nahezu jedes Schräubchen umdrehen. Dies macht F/A 18 Hornet sicherlich zu einer der realistischsten Jet-Simulationen überhaupt. Das Flugzeug steuert sich sehr angenehm, fast alle Einstellungen und jede noch so kleine Bewegung hat Einfluss und lässt nach einigen Stunden Einarbeitungszeit echten Spielspaß aufkommen. Wichtigste Regel hier: Gründlich das Handbuch studieren. Wer also den kleinen "Flug" für zwischendurch sucht, ist bei diesem Spiel fehl am Platze.
Präsentiert das Ge..., äh Spiel
Während die Steuerung hoch lobenswert ist, hapert es an der Präsentation gewaltig! Da die Grafikengine bereits im Jahre 1998 zum Einsatz kam, wirkt diese hoffnungslos veraltet. Während das Flugzeugmodell der F/A 18 recht detailliert aufgebaut ist, stechen die niedrig aufgelösten Bodentexturen, die polygon- und texturarmen Gegner sowie Bodenobjekte (wie Flugzeugträger) negativ ins Auge. Ein weiteres Problem: Die aus Satellitenbildern entstandenen Bodentexturen lassen sich in Sachen Weite- bzw. Höhenverhältnisse schlecht einschätzen. So hat man zu Anfang oft das Gefühl sich noch einige 100 Meter in der Luft zu befinden, obwohl man nur noch ein bis zwei Meter vom Boden - und somit vorm sicheren Crash - entfernt ist.
Neben der Cockpitansicht bietet uns das Spiel noch viele weitere Kameraperspektiven, die sich frei mit Zoom und Pfeiltasten verstellen lassen. Aber auch hier ist Vorsicht geboten, da man dadurch nicht minder oft die Übersicht verliert.
Selbst die Soundgeräusche wurden leider nahezu 1:1 aus dem Vorgänger übernommen. Demnach sollte klar sein, das Begriffe wie "EAX" oder "Dolby Digital" hier mehr als unbekannt sind. Vielmehr kann man gerne nebenbei seine Lieblings-CD anhören oder den Walkman anstellen. Bis auf ein Paar Motoren- bzw. Crashgeräusche gibt es hier nur tote Hose. Lediglich das rockige Soundsample im etwas billigen Intro weiß zu überzeugen.