Damals in Teil 1 wurde der Held in ein Gefängnis verbannt: das Minental, welches von Zauberern mit einer magischen Barriere versehen wurde. Aber er schaffte es „den Schläfer“ zu besiegen und brach damit die magische Barriere. Doch kein Grund zur Freude, denn schon kurz nach dessen Ableben stürzte die Schläfer-Unterkunft zusammen und begrub unseren Helden…
Story und Gameplay
Zwei Wochen nachdem unser Held in der Höhle des Schläfers verschüttet wurde, schafft es der Schwarzmagier Xardas (bekannt aus Gothic 1) ihn aus den Trümmern heraus zu teleportieren. Dabei verliert unser Held, wie sollte es auch anders sein, seine magische Erzrüstung und das magische Schwert. Beide Items zerspringen in 1000 Teile. Bei Xardas angekommen gibt es gleich schlechte Neuigkeiten: Es sind Drachen im Mintental und um sie zu besiegen braucht Xardas das Auge Innos. Also werden wir in die Stadt Khorinis geschickt, wo wir mit dem obersten Paladin sprechen sollen. Dieser scheint zu wissen, wo sich das Auge Innos befindet. Aber das ist leichter gesagt als getan. Schon der Weg in die Stadt gestaltet sich recht schwierig, denn ständig werden wir von Wölfen und Goblins attackiert. Da unser Held unter den Trümmern ALLES vergessen hat, beginnt er wieder bei Level 1 und damit machen ihm selbst diese kleinen Viecher wieder zu schaffen. Endlich in der Stadt angelangt, versperrt uns eine Wache den Weg. Ohne Pass kommt man nicht durch.
Hier kommt schon die Aktionsvielfalt zum Zuge, denn wir können uns entweder einen Pass besorgen oder zum Bauernhof gehen und uns die passende Kleidung „organisieren“ (entweder kann man die Kleidung abarbeiten oder sie einfach klauen). Damit kommt man auch am Stadttor vorbei. Hier angekommen gilt es ins obere Viertel zu den Paladinen zu kommen. Nun hat man erneut die Wahl: Es gibt drei Klassen im Spiel, nämlich Paladine, Magier und Söldner. Alle spielen sich völlig verschieden und auch der Storyverlauf verändert sich etwas. Es gibt immer mehrere Lösungswege, aber besonders am Anfang spielt sich Gothic 2 wie Teil 1. So gibt es immer eine Schlüsselperson, für die man Aufgaben erledigen muss. Später kehrt man sogar ins Minental zurück (es hat sich Vieles verändert) und kämpft gegen die furchterregenden Drachen. Natürlich kann man aber auch viele Nebenquests absolvieren, bei denen man Gegenstände und Erfahrungspunkte ergattern kann. Diese sind beim Erfüllen der Hauptquests sehr hilfreich. Man kann allerdings auch einfach auf Jagd gehen oder Höhlen erkunden.
Ein wichtiger Punkt: Man muss Gothic 1 nicht gespielt haben, um Gothic 2 zu verstehen. Das Level-System ist jedoch verändert worden: Erreicht man ein neues Level, erhält man 10 Lernpunkte. Davon kann man entweder Attribute wie Einhänder, Zweihänder, Bogen, Armbrust, Stärke, Geschick oder Mana verbessern oder Fähigkeiten wie Klauen, Fell abziehen usw. erlernen. Ist man einmal verletzt, kann man zur Heilung Beeren oder Kraut aus dem Wald essen oder einen Heiltrank benutzen.
Die NPC’s
Die NPC’s tragen in Gothic 2 sehr zur Stimmung bei: Sowohl Menschen als auch Monster haben einen Tag/Nacht Rhythmus und gehen ihrem Leben nach. So sprechen sie in den Städten miteinander oder bei Regen hört man sie schon mal „Scheiß Wetter“ sagen. Und wenn man in der Stadt eine Waffe zückt, werden die Leute auch unfreundlich. Klaut man etwas, wollen sie gar nichts mehr von euch wissen. Jede Aktion wirkt sich auf die NPC’s aus. Aber auch die Kreaturen haben etwas dazugelernt. Wölfe gehen nur im Rudel auf einen los, Scavenger sollte man von ihrer Herde weglocken um sie so besser erledigen zu können.
Die Waffen
Für Rollenspiele typisch gibt es natürliche eine Vielzahl an Waffen: Schwerter, Äxte, Bögen und Armbrüste sowie Magiezauber. Je mehr Punkte man auf eine Waffengattung verteilt, desto geübter ist man damit. So sind Zweihänder bevor man 60% Erfahrung damit erreicht, ziemlich schwer zu führen, aber danach unglaublich stark. Man kann allerdings auch zwei Waffen gleichzeitig halten (1 Nah- eine Fernkampf-Waffe) und 8 Zaubersprüche auf den Hotkeys verteilen. Ansonsten kann der Held unendlich viele Gegenstände und Waffen bei sich tragen.
Die Welt von Gothic
Die riesige Welt von Gothic ist in drei Areale unterteilt: Die Welt außerhalb der Barriere, das Minental und die Insel beim Showdown. Es gibt viel zu entdecken, eine Vielzahl an Höhlen und Verstecken. Schon allein im Minental gibt es einen Sumpf, eine Schnee- und eine Herbstlandschaft. Die Welt wirkt insgesamt sehr echt und die Atmosphäre ist fantastisch.
Grafik
Gothic 2 benutzt die gleiche Engine wie in der erste Teil. Allerdings setzt man nun auf hochauflösendere Texturen. Dadurch sieht das ganze deutlich realer aus: Bäume bewegen sich im Wind und es gibt einen Tag/Nacht-Wechsel. Um die Grafik auf dem Maximum zu genießen, sollte man die Sichtweite auf mindestens 200% stellen und anisotropisches Filtering aktivieren.
Sound
Soundtechnisch wird eine Eax3.0–Unterstützung geboten. Man hört den Wind pfeifen, die Büsche rascheln, das Meer rauschen oder Regen und Donner. Dazu tönt stimmungsvolle Musik aus den Boxen, die sich der Situation anpasst, beispielsweise einen Kampf. Natürlich ist die Musik passenderweise eher klassisch gehalten.
Systemvoraussetzungen
Um Gothic überhaupt spielen zu können, reicht schon eine lasche 800 MHz CPU, 128 MB RAM (bei XP doppelte Menge) und eine Grafikkarte mit mindestens 32MB RAM (sollte schon mindestens eine TNT, Geforce 1 oder ATI ab 7500 sein). Aber wer die Welt von Gothic 2 auch „erleben“ möchte, mit High Details und 300% Sichtweite, der sollte schon einen CPU ab P4 2,2 GHz (oder gleichwertiger AMD) haben, eine Menge RAM (256 MB oder besser noch 512 MB) und am Wichtigsten: eine flotte 3D- Karte ab Geforce 4 oder Radeon 9500 (mit 64 MB RAM oder gleich 128 MB). Tipp: Um Performance zu gewinnen, solltet ihr zuerst die Sichtweite reduzieren, danach die Details, wenn das nicht hilft, könnt ihr eventuell noch eure Grafikkarte übertakten.