Wer kennt ihn nicht, den stets starr dreinblickenden, von Hass zerfressenen Mann, namens Max Payne? Musste er doch vor zwei Jahren auf dem PC (auch für PS2 und Xbox) seinen Rachefeldzug gegen die New Yorker Mafia starten, welche seine Frau und sein Kind kaltblütig ermordeten. Wer kennt nicht diesen düsteren, in Selbstzweifel schwelgenden Polizisten, der sich damals mit derbster Waffengewalt den Weg durch dunkle, verwinkelte Apartmenthäuser und Fabrikhallen schoss? Im Herbst letzten Jahres kehrte er zurück, um sich wieder in Bullettime (z.D.: Zeitlupe) durch Gegnerhorden zu stürzen, wie man es schon in der Matrix-Trilogie bestaunen konnte. Ob ihm das so gut wie im hier zu Lande indizierten Vorgänger gelingt, steht in den folgenden Zeilen.
Story
Nachdem sich Max durch sein erstes Abenteuer gekämpft hat, arbeitet er wieder für die New Yorker Polizei. Er trifft die Profikillerin Mona Sax, welche wegen Mordes hinter Gitter kommt. Doch kurz nachdem sie die schwedischen Gardinen von innen kennen gelernt hat, verhilft Max ihr zur Flucht. Seine Kollegin Winterson, die Mona einst hinter Schloss und Riegel gebracht hat nimmt diese "heldenhafte" Tat natürlich nicht sonderlich positiv auf und hat es nun auch auf Max abgesehen. So gerät er ins Kreuzfeuer und somit zwischen die Fronten. Auf der einen Seite steht seine Liebe zu Mona, auf der anderen das Gesetz.
Gameplay
Ihr beginnt das Spiel in einem Krankenhaus. Verwundet quält ihr euch durch die kalten Flure - nur eines im Sinn: Raus hier! Kaum seid ihr durch die ersten Räume gespurtet, macht ihr Bekanntschaft mit einem weniger gut gesinnten Zeitgenossen, welcher euch kurzerhand den Garaus machen will. Doch ihr wärt ja nicht Max Payne, wenn ihr diesen mit einem Dunklen Overall gekleideten jungen Herren nicht mit einem stylischen Seitwärts-Hüpfer in Zeitlupe mit einer zuvor gefundenen Pistole wegpusten könntet. Wenn einer eurer Widersacher besonders "spektakulär" getroffen wurde (z.B. mit einem Schuss direkt ins Herz), fliegt er – ebenfalls in Zeitlupe – noch "spektakulärer" in hohem Bogen durch die Luft und knallt gegen die nächste Wand. So auch in dieser Situation. Da ihr um jeden Preis raus aus dem Krankenhaus wollt, geht’s ab in den nächsten Fahrstuhl. Im Erdgeschoss werdet ihr Zeuge, wie eine Dame in einer roten Lederjacke (namens Mona Sax) elegant ein paar Männer in weiß-blauen Reinigungsanzügen umnietet (diese entpuppen sich als Anhänger der Bösewichte). So schnell, wie sie gekommen ist, verschwindet sie auch wieder und lässt euch allein zurück. Doch so geht sie nicht im ganzen Spiel mit euch um. Die beiden verlieben sich nämlich im Zuge der 21 Level und später schlüpft ihr selbst in die Rolle der harten Lady um Max zu retten.
Wie bereits erwähnt, bahnt ihr euch den Weg mit derbster Waffengewalt durch endlose Gegnerhorden. Unter anderem findet ihr auf dem Weg die alt bewährten Dual Ingrams (zwei Uzis auf einmal), mehrere Arten von Schrotflinten, Pistolen und Gewehren. Als Sekundär-Waffen greift ihr auf Granaten und Molotow-Coktails zurück.
Die Bullettime
Wenn ihr während des Spiels im Stand die rechte Maustaste betätigt, löst ihr die Bullettime aus. Dann könnt ihr euch für eine bestimmte Dauer in Zeitlupe bewegen. Die Umgebung (samt den Personen natürlich) wird dann in ein sepia-farbendes Beige getaucht. Drückt ihr während des Laufens noch einmal die rechte Maustaste, so vollführt ihr einen Hechtsprung. Das hilft vor allem in Situationen, wo Gegner hinter der nächsten Ecke stehen und ihr sie so überraschen könnt. Ein weiterer Vorteil ist zwar unlogisch, jedoch sehr hilfreich, wenn ihr es mit mehreren Gegnern zu tun habt. In Bullettime zielt ihr nämlich genauso schnell wie in Echtzeit und könnt sogar anfliegenden Kugeln ausweichen. Die Bullettime-Funktion ist nicht nur ein wichtiges Kampfelement, sondern sieht dazu noch absolut cool aus. Die Kinnlade wird euch aber bei den Special Mooves von Max und Mona herunter klappen. Bringt ihr nämlich (in Zeitlupe versteht sich) sehr viele Widersacher um die Ecke, so vollführt ihr eine Drehung, bei der Max oder Mona erstens nachladen und zweitens die Kamera um sich herumfahren lassen. Da kann nicht mal Dämonen Jäger Dante aus dem Spiel "Devil May Cry" mithalten.
Hollywood-like
Neben der spannenden Geschichte, tragen auch die gut gemachten Zwischensequenzen zur Hollywood-typischen Atmosphäre bei. Diese gibt es zum Einen in In-Game-Grafik und zum Anderen in kunstvoll animierten Comics. Außerdem spielt ihr an zwei Stellen in den Alpträumen von Max selbst mit. Die Grafik ist dann merkwürdig verschwommen und es geschehen seltsame Dinge um euch herum – eben wie in einem richtigen Albtraum.
Grafik und Sound
Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Grafik. Sie strotzt nur so vor hochauflösenden Texturen (man kann sogar winzige Aufschriften auf sämtlichen Gegenständen wie Kartons erkennen) und phantastischen Effekten. Die Animationen der Charaktere sind ebenfalls sehr gut. Aufgrund der verwendeten Havok-Physik-Engine, welche auch bei Half-Live² zum Einsatz kommt, fällt jeder Gegenstand, sei es eine Holzkiste oder eine Blumenvase, physikalisch korrekt um. Ein bisschen störend sind gelegentliche Clipping-Fehler beim Springen, doch diese kommen relativ selten vor. Auch der Sound kann vollends überzeugen. Sämtliche Geräusche klingen realistisch und die englische Sprachausgabe und der Soundtrack hören sich sehr gut an.
Minimale Systemvorrausetzungen
- 1GHz Athlon
- 256 MB RAM
- GeForce 3 mit 32 MB
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
