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BEYOND GOOD & EVIL
 Test von ExeHexe (24.12.2003) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Action-Adventure Publisher:Ubisoft
Termin:04. Dezember 2003 Entwickler:Ubisoft

Der Planet Hyllis befindet ächzt schon seit einer Weile unter den Angriffen von Aliens. Wie in einem Krieg üblich werden dadurch viele Häuser und Wertgegenstände zerstört, was wiederum den Kurs der Währung in den Keller sacken lässt. Immer mehr Kinder verlieren ihre Eltern, doch keiner ist bisher in der Lage gewesen die Angriffe zu stoppen. Bis…ja bis sich plötzlich eine Frau all dem entgegenstellt und zusammen mit ihrem Freund Double-H von nun an als Alpha-Team den Gegenangriff startet. Die Hauptrolle im Spiel wäre somit verteilt. Sie spielen die schöne Jade, welche eigentlich Reporterin ist. Ihre Aufgabe soll es sein, an die gefährlichsten Orte zu reisen und die gefährlichsten Aufgaben zu wagen.


Jede Geschichte braucht einen Anfang


Da Jade selbst ein Waisenkind ist, hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, einige dieser hilflosen Wesen bei sich aufzunehmen. Als sie gerade, entspannt auf einem Felsen sitzend, mit ihrer täglichen Meditation beginnen will, verdunkelt sich der Himmel. Schnell macht sie sich auf den Weg zum Schutzschild. Doch zu spät…als sie es aktivieren will, bemerkt sie, dass sie ihre Stromrechnung nicht bezahlt hat. Es kommt, wie es kommen muss! Die Aliens rammen ein riesiges Loch in den Boden und reißen die Kinder mit sich. Jade kann in diesem Moment leider nichts mehr ausrichten.

Aber was mit einem gescheiterten Kampf begann, führt zur nie endenden Frage nach der Wahrheit.


Die Mitstreiter

Die Charaktere, meist vermenschlichte Tiere, sind unbeschreiblich liebenswert: Da wäre der bärbeißige Pey‘J (er ist und bleibt die zentrale Bezugsperson im Spiel), der keine Gelegenheit auslässt, den jadeverliebten und beflissenen Secundo runterzuputzen. Oder aber der herzensliebe, etwas tolpatschige Double H. Ja, und sogar die gegnerischen Soldaten, taten mir mit ihrem abhebenden „aaaahhhhhh“ (über das ich jedes Mal aufs Neue grinsen mußte) fast leid. Leider lässt es sich aber hin und wieder leider nicht vermeiden, dass Jade sie durch einen gezielten Disc-Wurf auf den Gastank und einen Tritt in den Allerwertesten aus dem Weg räumt.

Wie bereits in anderen Reviews angesprochen, bekommt man im Spielverlauf mit Pey‘J und Double H keine „Mitstreiter“, sondern Freunde, die einem richtig ans Herz wachsen. Man teilt Lebensenergie und „Nahrung“, welche aber nebenbei bemerkt immer in mehr als ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Mit ihren beherzten „Schlachtrufen“ feuern sie einen bei den Bosskämpfen, zu einem bisher noch nie gekannten Ehrgeiz an. Teilweise wird es, besonders in den Kampfszenen, sehr „bunt“ – doch nicht ein einziges Mal wird die Schwelle zur „Kitschigkeit“ überschritten. Jade legt super Kampftechniken hin – mit teilweise derart ästhetischer Akrobatik, dass man beim Zuschauen fast die Gegner vergisst...

Besonders gut gefiel mir im Missionsverlauf die Lösung „Zone säubern“. Keine Gegner, die einen bis zum Sankt-Nimmerleinstag endlos nachtragend verfolgen, kein eingeschnapptes „Game-Over“ wegen allgemeinem Rundumalarm... Bei Auffliegen der Tarnung gibt es immer mindestens ein strategisch gut platziertes Versteck, in dem man sich den suchenden Scanblicken der Soldaten entziehen und auch die Säuberungsaktion unbeschadet überstehen kann. Danach beginnt man seine Schleichmission von vorne – mit gutgläubigen und beruhigten Gegnern...

Zwischen den drei Hauptmissionen kann man sich frei (zu Fuß, mit dem Hovercraft oder Flugschiff) „in der ungefährlichen Zone“ bewegen. Ich persönlich hätte mir etwas ausgedehntere Außenlevel gewünscht – einfach nur, weil die vorhandenen so schön und malerisch sind.


Speichersystem

Die vorgeschriebenen Speichergelegenheiten frusten, entgegen meiner Befürchtung überhaupt nicht. Das liegt vor allem daran, dass das Spiel immer kurz vor dem letzten „Point of no Return“ wieder einsetzt, wenn Jade doch mal „den Atem des Lebens“ aushauchen sollte. Allerdings fand ich keine Möglichkeit, Zwischensequenzen per Tastendruck zu überspringen. Sie sind an Stellen, wo man des Öfteren mal sterben kann (Bosse etc.) zwar noch im vertretbaren Zeitrahmen gehalten, doch ein Überspringen wäre z.B. beim wiederholten Mal „Metallzweibein-mit-blutrünstiger-Perle-drin“ wünschenswert. Auch die Abstände zwischen den Speichermöglichkeiten sind sehr human. Für den Fall, dass man auf einen hartnäckigen Boss trifft, für den man mehr Zeit braucht, als man im Moment hat, kann man beruhigt das Siel verlassen, ohne später eine Riesenmission von vorne beginnen zu müssen (vorausgesetzt man hat vorher regelmäßig gespeichert). Nebenbei wartet das Spiel an jeder Stelle mit erfreulich/vorbildlich kurzen Ladezeiten auf. Aus diesem Grund fallen auch die Zwischenladezeiten kaum ins Gewicht.


Einen Haken hat die Sache

Leider gibt es auch einen Minuspunkt: Die Steuerung! Im geheimen Alphalager, wo man um die Wasserbecken mit den rotierenden Lasern (auf Zeit!!) rennen muss, hätte es mich beinahe meine Maus gekostet, weil ich sie gegen die Wand schleudern wollte. Für die Folgeversion würde ich mir hier dringend eine Überarbeitung wünschen.

So sind die wirklich frustigen Momente des Spiels auf die Stellen begrenzt, wo die liebe dynamische Kamera einen überall hinlaufen oder schauen läßt, nur nicht dahin, wo man muß/möchte. Die hin und wieder funktionierende Zentrierfunktion der Kamera hinter Jade, reißt hier kaum etwas heraus - so dreht sich Jade oft auf dem Absatz um und rennt wieder in den Gang zurück, aus dem sie gerade kam. Dadurch erfreut der Ladebildschirm erneut das Auge, weil man dann auf einmal statt „nach vorne laufen“ „nach hinten laufen“ drücken muß... Momente, wie der als Jade sich an der Mauer verhaspelte, als eine Horde Alphas plus drachenflügelbehafteter Anführer in furioser Wut an ihren Versen kleben und ich hektisch W, S, A, D drücken muss, um mich zu befreien, entlockten mir schon den einen oder anderen wenig damenhaften Flucher.

Wie man unschwer bemerken kann, hat mich dies einige Nerven gekostet, jedoch ist es nur ein sehr kleiner Wermutstropfen in diesem ansonsten unbeschreiblich faszinierenden Game - zumal die Steuerung bei den Rennen und Plündererverfolgungsjagden perfekt funktioniert („Geht doch!!!!“).


Nicht einfach nur ein Jump´n´Run!

Der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist sehr gekonnt ausbalanciert. Mal findet man sich in heftiger, dynamischer Action, mal in verzwickten Schleichmanövern oder auch rasanten Rennen wieder, die volle Aufmerksamkeit und Konzentration fordern. Ich brauchte des Öfteren mehrere Anläufe, um ans Ziel zu kommen, doch das lag auch darin begründet, dass BG&E kein „Hau-drauf-und-kill-was-dir-vor-den-Stab-kommt“-Spiel ist, sondern auch oft die grauen Zellen beansprucht, weil man sich eine Taktik zurecht legen muss, ohne die man nicht weiterkommt. Da man gar nicht anders kann, als sich voll in das Spiel hinein zu denken, gibt es letztendlich kein(e) unlösbare(s) Aufgabe/Rätsel.

Das Spiel ist derart gekonnt facettenreich umgesetzt, dass jeder, der bestimmte Vorlieben in Computerspielen hat, diese hier wieder finden sollte. Ich habe festgestellt, dass ich riesigen Spaß an Elementen entwickelt habe, die ich sonst eher nicht so gerne spiele, wie z.B. Bosskämpfe, Rennen, Flugkämpfe... Die liegt vor allem daran, dass BG&E ein Spiel ist, in das man eintaucht, aufgenommen wird und sich einfach wohl fühlt. Man möchte diese wunderschöne Heimatwelt all dieser liebenswerten Bewohner retten und wieder so glücklich, zufrieden und harmonisch zusammenlebend sehen, wie am Anfang der Geschichte. Daher habe ich auch meinen freudigsten Juchzer im Spiel getan, als Pey‘J wieder lebendig vor Jade stand.

Ich möchte auch nicht versäumen, den perfekt gelungenen Sound zu loben – jedes Mal zur Situation passend, wie die sprichwörtliche Faust auf‘s Auge! Spitze!! Ich habe BGE mit Kopfhörern gespielt – und ich kann dies jedem nur wärmstens empfehlen...





Nach meiner Begeisterung über die Demo und dem ungeduldigen Warten auf die PC-Version, hat BGE nun, da ich es gespielt habe, meine Erwartungen um ein Vielfaches übertroffen. Es ist die vielseitigste, abwechslungsreichste und atmosphärisch gelungenste Umsetzung einer guten Story, die ich je gespielt habe. Die Figuren im Spiel, die Umgebung (in wunderschöner Grafik) und die vielen liebevoll eingebrachten Details machen dieses Game zu einer „Perle“, die in keiner Spielesammlung fehlen sollte.
 
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mehr Wallpaper






















Pro:
Story
Abwechslung
Charaktere
Grafik
Sound

Contra:
Steuerung
Kamera


Offizielle Website:
 bge.ubisoft

Weitere Links:
 BGE-Demo



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