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CYBER SNIPA ORBITA MOUSE
 Hardware-Test von Sven Reisbach (14.05.2009) Artikel-Feed (RSS) abonnieren

„Das Teil sieht aus wie ein UFO.“ - das dürfte der erste Kommentar sein, den man zu hören bekommt, wenn man die Orbita Mouse von Cyber Snipa auf dem Schreibtisch stehen hat. Ja, es ist eine Maus – und doch irgendwie etwas Neuartiges. Ob die Steuereinheit mit dem stylischen Aussehen in Zukunft die Computer-Nager ablösen wird? Wir haben uns der neuen Erfahrung gestellt.


Leichter Einstieg


Direkt beim Auspacken werdet ihr förmlich erschlagen: Neben dem Maus-UFO und der Ladestation findet ihr einen weiteren Unterleg-Ring, eine Treiber-CD, eine Transporttasche sowie mehrere Anleitungen im Paket. Dank des Quick-Start-Guides gelingt die Installation spielend leicht - Ladestation an einen freien USB-Port anschliessen und die Maus erstmal etwa 3 Stunden laden lassen. Genug Zeit, sich mit der Anleitung zu befassen und mit der Bedienung des Geräts vertraut zu machen. Die Orbita wird direkt von Windows als HID (Human Interface Device) erkannt und die nötigen Treiber eingespielt. Nicht von der Disk, sondern aus dem Windows-Bestand. Der Grund: Ab diesen Moment ist die Kreiselmaus wie eine reguläre Maus im System verfügbar. Um aber den vollen Nutzen zu entfalten, muss dann doch auf die Treiber-CD zurückgegriffen werden: Hier findet sich ein praktisches Tool für die Taskbar, mit dem sich die Tasten und Funktionen der Orbita frei belegen lassen.

Der erste Schritt: Die Maus muss kalibriert werden. Dies ist nötig, weil der interne Kompass wissen muss, wo "oben" ist - ansonsten wird der Mauszeiger kaum die gewünschte Richtung einschlagen. Wie das genau funktioniert, wird im Quickstart-Guide sehr ausführlich erklärt. Es dauert eine Weile, bis man sich mit der Bedienung vertraut gemacht hat: Die gesamte Oberfläche fungiert im Grunde als linke Maustaste, die rechte Taste ist hingegen rundherum angebracht. Der silberne Knopf an der Oberseite dient als dritte Maustaste, scrollen geht über die Rotation. Die perfekte Haltung seht ihr auf dem ersten Screenshot - ihr werdet aber schnell feststellen, dass ihr häufiger mal umgreifen werdet, um bessere Kontrolle über die Funktionen zu haben.

Da die Form der Orbita Mouse auf den ersten Blick an Jog-Dials aus dem Videoschnitt erinnert, testen wir die hier auch zuerst. Und tatsächlich: Mit den maximal 256 Rotationsstufen gelingt es spielend, sich Frame für Frame durch Videodateien zu bewegen - bequemer kann man einen gewünschten Schnittpunkt nicht finden! Für Grafik-Anwendungen wiederum bietet die Orbita kaum Komfortfunktionen, einzig das Scrollen bei großen oder gezoomten Bildern ist ganz nützlich. Dafür nutzt die Orbita bei 3D-Anwendungen eine Menge - die Rotationsfähigkeit kann beispielsweise benutzt werden, um Viewports zu drehen. Das ist beim Editieren meist weniger praktisch, bei einer Live-Präsentation aber durchaus sinnvoll. Ihre Stärke spielt die flache Maus jedoch beim Scrollen aus - einen seitenlangen Text kann man bequem nebenher mit locker auf der Oberfläche liegendem Finger weiterscrollen, während man liest. Praktisch also für längere Text, Internetseiten oder Tabellen.


Profile machen unflexibel

Über die Software lassen sich die Funktionen der einzelnen Tasten, Bewegungen und Rotationen komfortabel einstellen. Und das offenbart direkt den richtig großen Nachteil: Habt ihr beispielsweise die optimale Einstellung für Premiere (Videoschnittprogramm) eingestellt und arbeitet kurzzeitig etwa in euren Browser, wo ihr eine andere Einstellung bevorzugt, müsstet ihr zunächst das jeweilige Profil über die Software laden. Dadurch kann die Orbita Mouse nur schwerlich bei mehreren Programmen parallel benutzt werden, was bei der täglichen Arbeit jedoch mitunter erforderlich ist. Wenn man auf diese Profile verzichtet, kann man eine Grundeinstellung vornehmen, die dann etwa der einer regulären Maus entspricht. Dann kann die Orbita jedoch nur noch ihre handliche Scrollfunktion ausspielen. Besser wäre es wohl gewesen, die Profile an die Fensternamen zu koppeln und automatisch wechseln zu lassen.

Und wo wir beim Wechseln sind: Mit wenig Handgriffen lässt sich die Unterseite abnehmen und der farbige Ring austauschen. Der rote Ring eignet sich vor allem für Anfänger - dessen Unterseite ist ein wenig rutschfester und gibt beim Rotieren somit einen festeren Stand. Darunter leidet dann allerdings die Geschwindigkeit, mit der das "UFO" über die Unterlage bewegt werden kann. Im Test erwies sich das als so hinderlich, weswegen der Wechsel zur beigelegten blauen Scheibe nicht lange auf sich warten liess. Damit bewegt sich die Maus dann zwar leichter über die Unterlage, aber wenn man nicht aufpasst auch bei der Rotation.


Am Gamer vorbei?

Ganz klar: Die Orbita Mouse richtet sich nicht in erster Linie an Gamer. Je nach Genre kann das praktische UFO jedoch durchaus nützlich sein. Gerade ruhigere Spiele – beispielweise Handelssimulationen – können von dem neuartigen Bedienkonzept profitieren. So kann die Rotationsfähigkeit beispielsweise genutzt werden, um bequem über die Karte zu scrollen.

Ein großes Problem, egal ob ihr Anwender oder Gamer seid, ist jedoch der Aufbau an sich. Durch die Rotation liegt der Finger nie klar auf einem Punkt. Und je nachdem, wo ihr gerade mit den Fingern landet, ist nicht immer eine Tastenfunktion gegeben. So passiert es, dass nach einigem Drehen der Finger nicht auf der Oberfläche liegt, sondern auf dem silber-grauen Taster oder dem Justierungsknopf. Gleiches gilt für die Funktion der Buttons an den Seiten. Dies sind drei einzelne Schalter, die rundum angeordnet sind. Zwischen ihnen sind kleine Stücke Plastik, auf denen keinerlei Funktion gegeben ist. Erwischt ihr diesen Punkt, passiert also nichts und ihr müsst umgreifen, um einen Taster zu erwischen.



Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:




Ich mag innovative Konzepte, wenn sie einen gewissen Nutzen bringen. Den bietet die Orbita Mouse sicherlich, aber es überwiegen die Nachteile: Die Profile machen unflexibel, der Aufbau ist bei schneller Klickerei oftmals hinderlich und die Ladestation krieg ich dank Kabel-Kürze gerade so auf mein PC-Gehäuse gestellt, nicht aber auf den Schreibtisch. Und doch: Gerade wenn man häufig Internetseiten, lange Texte oder Tabellen scrollen muss, erweist sich die Orbita im Einsatz als angenehm. Aber auch beim framegenauen Schneiden von Filmen ist die Orbita praktisch, sowie bei 3D-Anwendungen als Rotationsachse. Sehr spezielle Anwendungsfälle also.
 
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Pro:
schickes, handliches Design
solide Verarbeitung

Contra:
bei mehreren Programmen häufige Profil-Wechsel nötig
für Games nur bedingt geeignet
Kabel der Ladestation sehr kurz


Offizielle Website:
 orbitamouse.com

Shop:
 GAMERSWARE.de



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