Consoleros greifen bereits seit dem letzten Sommer in die virtuellen Saiten zu Aerosmith-Songs. Kürzlich erschien „Guitar Hero: Aerosmith“ auch für den PC. Grund genug für uns den Gitarren-Controller zur Hand zu nehmen und den Altrockern auf den Zahn zu fühlen. Lest in unserem Review, ob Fans der lebenden Rocklegenden auf ihre Kosten kommen.
Alte Herrschaften auf neuem Medium
Aerosmith haben eine beeindruckende Band- bzw. Erfolgsgeschichte vorzuweisen: In den 30 Jahren seit Bestehen verkauften die Hardrocker über 150 Millionen Platten. Steven Tyler (Gesang), Joe Perry (Gitarre), Brad Whitford (Gitarre), Tom Hamilton (Bass) und Joey Kramer (Drums) schafften sogar den Sprung in die Rock and Roll Hall of Fame. Dass die Rock-Opas noch nicht zum alten Eisen gehören, beweisen sie durch ein eigenes Computerspiel, namentlich „Guitar Hero: Aerosmith“. Beinahe ein Jahr nach dem Release auf den Konsolen, können nun auch die PC-only-Gamer unter den Aerosmith-Fans zu den Songs ihrer Lieblingsband das Griffbrett bearbeiten. Wer sich bereits „
»Guitar Hero 3“ zugelegt hat, greift zur Variante ohne Controller. Neueinsteiger wählen das preiswerte Bundle, das für etwa 50 Euro neben dem Spiel die kabelgebundene Plastikgitarre Marke X-Plorer enthält.
Herausforderung für Fingerakrobaten
An dieser Stelle folgt eine kurze Erläuterung zum Spielprinzip von „Guitar Hero“. Kenner der Serie können zum nächsten Abschnitt springen: Wie funktioniert „Guitar Hero: Aerosmith? Im Grunde ist dieses Spiel nichts weiter als ein Reaktionstest, ein verdammt spaßiger Reaktionstest für Freunde gepflegter Gitarrenmusik. Ein scheinbar endloses Griffbrett rollt auf euch zu. Bunte Kreise repräsentieren Noten. Erreicht einer dieser Kreise die am unteren Bildschirmrand positionierte Zeitlinie müsst ihr den gleichfarbigen Knopf am Gitarrenhals des Controllers drücken und die Anschlagtaste im Korpuszentrum betätigen. Langen Tönen könnt ihr per Tremolohebel eine individuelle Note verpassen. Durch richtiges Spielen sammelt ihr Starpower, welche ihr durch ein Hochreißen der Gitarre aktiviert und so über einen kurzen Zeitraum Extrapunkte sammelt. Hört sich einfach an, erfordert aber besonders in den höheren Schwierigkeitsgraden Fingerfertigkeit von einem anderen Stern.
Liedgut aus der zweiten Reihe
In Kenntnis über die Spielmechanik lässt sich der neue PC-Ableger als ein typisches „Guitar Hero“ mit einer großen Extraportion Aerosmith einordnen. Ihr könnt insgesamt 40 Lieder auf vier Schwierigkeitsgraden nachspielen, wobei 25 Songs aus der Feder von Steven Tyler & Co. stammen. Den Rest bilden Machwerke von Künstlern wie Lenny Kravitz oder Run DMC. Aerosmith-Fans dürften aufgrund dieser etwas mageren Ausbeute leicht enttäuscht sein. Die 30-jährige Schaffensphase hätte Entwickler Aspyr mit mehr als nur 25 Liedern dokumentieren können. Besonders bitter ist, dass einige Hits fehlen. Den 90er-Jahre-Chartstürmer „Crazy“ werden ihr beispielsweise nicht auf dem Silberling vorfinden. Immerhin könnt ihr zu Titeln wie „Livin' On The Edge“ oder der Crossover-Initialzündung „Walk This Way“ den Gitarrenmann / die Gitarrenfrau mimen.
Empfehlung für Fans
Als ein liebloses Fan-Produkt kann „Guitar Hero: Aerosmith“ allerdings nicht bezeichnet werden. Im Karrieremodus spielt ihr auf allen Bühnen, die markante Punkte in der Bandgeschichte markieren, beispielsweise der erste Auftritt in der Sporthalle der High School oder in der Halbzeitpause des Big Bowls. Zwischen den Konzerten erzählen die Rockstars in kurzen Videos kleine Anekdoten. Die virtuellen Alter Egos der Aerosmith-Mannen können überzeugen. Jedes Bandmitglied kann als solches wiedererkannt werden. Auch die knallig-bunten Bühnenbilder wirken authentisch. Als aktiver Spieler bekommt ihr von der Präsentation allerdings nur wenig mit. Wollt ihr einen Highscore einfahren, müsst ihr schließlich euren Blick auf die herabfahrenden Noten richten. Gute Leistungen werden mit einer Gage belohnt, die ihr in neue Outfits oder Gitarren stecken könnt.