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RUNAWAY
 Test von Denise Bergert (04.01.2003) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Adventure Publisher:dtp
Termin:19. August 2003 Entwickler:Pendulo

Totgeblaubte leben länger

Wer nach den unzähligen Jahren der Adventure-Abstinenz noch nicht ganz dem Bann der 3D-Action Spiele verfallen ist, wird genau wie wir die bewegte Geschichte eines Spiels verfolgt haben, welches endlich wieder frischen Wind in ein Genre bringen sollte, das von allen bereits als tot und begraben angesehen wurde. "Mit Point&Click-Adventures lässt sich kein Geld mehr verdienen" - diesen Satz liest man seit den letzten Jahren immer wieder in allen Spielezeitschriften. Kaum jemand scheint bereit zu sein, ein solch unsicheres Projekt publishen zu wollen. Und genau aus diesem Grund hat es wohl so lange gedauert, bis sich auch in Deutschland endlich wieder ein derartiges Spiel im Regal finden ließ. Die spanischen Adventure-Freunde kamen schon vor etwa einem Jahr in den Genuss von "Runaway" und so bildete sich auch hier eine reiche Fangemeinde, die schon gespannt auf das Erscheinen des Spiels wartete. Wir haben uns viele Stunden mit dem Spiel beschäftigt um euch einen ausführlichen Test bieten zu können. Überzeugt euch selbst, ob sich das Warten gelohnt hat.


Systemvoraussetzungen:

- 333 MHz
- SVGA- Grafikkarte
- 32 MB RAM
- 400 MB freier Festplattenspeicher
- DirectX 8.0 kompatible Sound- und Grafikkarte
- 8-fach CD-ROM Laufwerk
- Windows 95/98/ME/2000/XP


Story:

Nach seinem abgeschlossenen Physik-Studium erhält der verbohrte New Yorker Brian Basco eine Doktorandenstelle in Berkeley/Kalifornien. Voller Vorfreude tritt er seine Reise quer durch die USA an. Und alles hätte auch wunderbar klappen können, wäre ihm an diesem Abend nicht eine schöne Unbekannte vors Auto gelaufen. Völlig panisch und voller Schuldgefühle bringt er das Madchen in ein Krankenhaus. Als Gina endlich wieder zu sich kommt, erzählt sie ihm eine haarsträubende Geschichte. Ihr Vater ist Geheimagent und hatte sie an diesem Abend aufgesucht, um ihr einen streng geheimen Gegenstand anzuvertrauen, ein altes Kruzifix. Kurz darauf muss sie dann mit ansehen, wie ihr Vater von zwei Mafia-Mitgliedern ermordet wird. Da auch sie selbst entdeckt wurde, ergriff sie die Flucht und landete direkt vor Brians Auto. In Brian wird der Beschützerinstinkt für die attraktive Gina geweckt und so beschließt er, ihr zu helfen, das Rätsel um das mysteriöse Kruzifix zu lösen. Was sich als nicht ganz ungefährlich herausstellt. Denn plötzlich befinden sich die Beiden auf der Flucht vor der Mafia. Und so mancher Freund entpuppt sich auf ihrer Reise als Feind. Im Verlauf der sechs Kapitel trifft man auf 20 Charaktere, die recht interessant dargestellt werden. Ein Road-Movie zum Mitspielen.


Gameplay:

Runaway überzeugt durch seine extrem einfache Steuerung. Das Spiel kann komplett nur mit Maus gesteuert werden. Durch einfaches Klicken in eine Richtung bewegt man den Spielcharakter. Gegenstände können in das Inventar aufgenommen werden, welches sich am oberen Bildschirmrand befindet. Die jeweils passende Handlung, wie Sprechen, Aufnehmen oder Ansehen wird meist automatisch durch den Mauszeiger verdeutlicht. Die im Inventar gesammelten Gegenstände können noch einmal genauer untersucht, oder miteinander kombiniert werden.


Rätsel:

Die Steuerung stellt somit keinen hohen Anspruch an den Spieler, wie steht es mit den Rätseln? Das Spiel besteht aus verschiedenen Rätseltypen. Meist müssen Gegenstände aufgenommen und an einer anderen Stelle wieder kombiniert oder benutzt werden. Dazu kommen Denkaufgaben, wie z.B. das Kombinieren verschiedener Töne um einen Code zu knacken. Oder man muss sich mit den Charakteren unterhalten, um an Informationen zu kommen. Das Spiel richtet sich somit eher an Erwachsene, denn für Kinder dürften einige Rätsel wohl zu schwer sein. Mitunter fällt einem auch durch die Größe der begehbaren Orte und den dort zu findenden Gegenstände die Lösung schwer. 15 Gegenstände, 3 Rätsel, 4 verschiedene Orte bringen einen manchmal ganz schön ins Grübeln. Auch müssen Gegenstände häufig erneut betrachtet werden, um bestimmte Handlungen auszulösen. Die Rätsel sind an sich alle logisch, aber oft erst im Nachhinein. Ein Lösungsbuch ist daher ratsam.


Grafik:

Brians und Ginas Reise führt den Spieler durch wunderschön gemalte Welten. Während der Hintergrund (ca. 100 verschiedene Bilder) meist statisch bleibt, bewegen sich Charaktere als 3D-Objekte durch den Raum und wirken trotzdem sehr detailliert und menschlich. Die Handlung wird immer wieder durch gerenderte Videosequenzen unterbrochen, die die Story vorantreiben. Diese passen zwar optisch gut zum Malstil des Spiels, doch sind sie manchmal zu körnig. Grafisch kann man ein Adventure wohl nicht besser darstellen. Auch in Zeiten von riesigen 3D-Welten und actiongeladenen Storys, kann sich ein Spiel wie Runaway mit seinem Charme noch behaupten.


Sound:

In Punkto Sound kann Runaway durch seine erstklassige Synchronisation überzeugen. Alle Charaktere wirken glaubhaft. Endlich einmal Sprecher, denen man ihre Rolle abnimmt.
Die Musik hingegen hält sich dezent im Hintergrund. Spektakulär ist sie nicht gerade, doch sie unterstreicht meist die jeweiligen Locations sehr passend.


Locations:

Auf der Suche nach der Bedeutung des mysteriösen Kruzifixes, verschlägt es Brian und Gina von New York aus in ein Museum, in die Wüste, eine Westernstadt und am Ende zu einem Indianerheiligtum. Vielleicht hätte man hier etwas mehr Fantasie an den Tag legen können, denn der Großteil der Kapitel spielt in der Wüste.





Nicht nur eingefleischte Adventure-Veteranen werden Spaß an Runaway haben. Die Story beginnt wie ein spannender Road-Movie, ist aber im späteren Verlauf nicht mehr so fesselnd wie zu seiner Zeit Monkey Island. Wenn auch die Spielzeit relativ kurz ist, so beschert einem das Spiel doch viele unterhaltsame Stunden beim Lösen der Rätsel.
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Pro:
einfache Steuerung
ansprechende Grafik
Synchronisation
interessante Chrakatere

Contra:
teilweise zu schwere Rätsel
oft zu große Spielwelten


Offizielle Website:
 Runaway-Game

Fansites:
 Gameup.de

Weitere Links:
 Demo (engl.)



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