Im Adventure „»Die Kunst des Mordens“ kam FBI-Agentin Nicole Bonnet Anfang 2008 einem irren Serienkiller auf die Spur. Der Adventure-Gemeinde scheint die Mörderhatz gefallen zu haben, denn nun setzt uns Entwickler City Interactive in „Die Kunst des Mordens 2: Der Marionettenspieler“ einen weiteren Fall vor. Wir haben uns für euch auf Verbrecherjagd begeben.
Frisch aus der Klapse, Teil 2
Eigentlich kann Agentin Bonnet ja froh sein, ohne all die verrückten Serienkiller wäre die FBI-Spürnase wohl schnell arbeitslos. Und so ist es im zweiten "Die Kunst des Mordens" der abgedrehte Marionettenspieler, der diesmal sowohl in den USA als auch in Frankreich für Angst und Schrecken sorgt. Seine Opfer hängt er an Seilen auf und platziert neben ihnen jeweils eine Puppe - warum der gute Mann "Marionettenspieler" heißt, dürfte nun also klar sein. Weniger klar ist Nicole allerdings des Rätsels Lösung - doch dafür gibt es glücklicherweise ja euch. So knobelt ihre euch durch die gut sieben Stunden lange, gut erzählte Story, untersucht Tatorte, führt Gespräche und reist um den Globus. Die abwechslungsreichen Schauplätze sind ganz klar eine der Stärken des Spiels: Paris, Spanien, Kuba - für optische Abwechslung ist durchweg gesorgt. Weniger spannend ist das Rätseldesign, das mit kleineren Minispielchen (Nicole kann wie im ersten Teil an bestimmten Stellen sterben!) versucht, Abwechslung in die Sache zu bringen. Das hohe Niveau von Konkurrenztiteln wie etwa "Still Life" wird aber leider niemals erreicht. Das liegt zum einen daran, dass euch das Spiel fast ausschließlich Inventarrätsel vorsetzt, die den Knobeldrang zwar befriedigen, aber niemals wirklich innovativ wirken. Zum anderen an kleineren Dingen: Gegenstände können im Vorfeld beispielsweise nicht eingesteckt werden - Nicole muss erst einmal wissen, warum sie Objekt XY überhaupt benötigen könnte. Das mag zwar realistisch sein, sorgt jedoch für nervige Laufwege.
Weltenbummlerin mit Charakterschwäche
Trotz der Schwächen im Bereich des Rätseldesigns ist "Die Kunst des Mordens 2" kein schlechtes Spiel. Zwar hätte man sich im Vergleich zum Vorgänger etwas mehr Feinschliff gewünscht, ingesamt spielt sich Teil zwei der Reihe aber deutlich angenehmer: Die Story wirkt erwachsener, düsterer, die Charaktere bleiben allerdings nach wie vor blass. Erfreulicherweise hat man nun unnötige Längen entschärft, die Dialoge herausgearbeitet und die Optik verbessert: ordentliche Charaktermodelle und teils sehr hochwertige Hintergründe können überzeugen. Die Leblosigkeit des Vorgängers hat man durch zusätzliche Animationen und Details auszubügeln versucht, und es stellenweise auch geschafft, trotzdem wirken einige Sets auch diesmal etwas steril. Nichts zu meckern gibt es indes im Soundbereich: Durchweg gute, glaubwürdige Sprecher, schöne Effekte und eine gelungene Musikuntermalung runden das Gesampaket ab.