"»Panzers", "»Company of Heroes", "»World in Conflict". Drei Strategietitel, an denen sich das bislang weitgehend unbekannte "Officers" messen muss. Mit mit mehr als 1.500 Einheiten gleichzeitig auf bis zu 26 Quadratkilometer großen Schlachtfeldern (laut Packungsrückseite) und einer schicken Grafik bietet "Officers" zumindest schonmal ein gutes Argument, um es mit den großen Konkurrenzprodukten aufnehmen zu können. Die uns vorliegende Reviewversion beweist: mindestens in einem Punkt behält Entwickler GFI Russia Recht.
(Die) Arbeit ruft
In sechs langen Kampagnen fechtet ihr auf Seiten der Allierten bedeutende Schlachten, wie die Landung am Omaha Beach oder die Durchbrechung der Reichsgrenze im Zweiten Weltkrieg aus, leitet dabei etliche Einheiten zum Ziel und betreibt viel Fummelarbeit. Mit "Company of Heroes" und Co. hat "Officers World War II" wenig zu tun. Wer mit Mikromanagement nichts am Hut hat, wird mit "Officers" nicht glücklich werden, denn das Strategiespiel von Entwickler GFI Russia setzt knallhart auf hohen Anspruch und legt viel Wert auf besagte Feinarbeit.
Jede Mission wird mit einem kleinen Filmchen eingeleitet, die euch die nachfolgende Aufgabe näherbringen. Dabei versorgt euch ein Sprecher mit den nötigsten Informationen, ansonsten müsst ihr die Texte selber lesen, die nach und nach eingeblendet werden und die Geschichte weiter spinnen. In dieser Beziehung fällt auf, warum das Strategiespiel bislang nur wenigen bekannt sein dürfte: "Officers" stellt keinen Blockbuster-Titel wie etwa "World in Conflict" dar, dazu fehlt es einfach an einer großartigen Präsentation beziehungsweise Optik. Während die Grafik selbst trotz flimmernden Schatten und Texturen in Ordnung geht, fällt die Aufmachung (trockenes Interface, karge Textboxen) eher spärlich aus.
Es gibt viel zu tun
In der ersten Mission stehen euch nur sehr wenige Einheiten zur Verfügung, was sich allerdings recht schnell ändert. Im Verlauf des Spiels müsst ihr ganze Armeen verwalten, nicht ohne Grund wirbt Publisher Peter Games mit bis zu 1500 Einheiten gleichzeitig auf dem Schlachtfeld. Da die Karten recht groß ausfallen, fällt der Überblick anfangs sehr schwer. Das Tutorial sei hiermit jedem angehenden Strategen ans Herz gelegt, um die grundlegenden Steuerungskniffe im hitzigen Gefecht aus dem Effeff abrufen zu können. Andernfalls übersteht ihr die fordernden Kämpfe nicht lange.
Als Aufgabe stellt euch das Spiel zumeist die Einnahme von strategisch wichtigen Punkten, um die feindlichen Achsenmächte zu schwächen. Schon zu Beginn informiert euch das Programm über jede noch so kleine Aktivität im nahen Umkreis: zum Beispiel Einheiten, die aktuell attackiert werden. Allgemein geizt "Officers World War II" nicht mit Informationen. So stehen auch auf der Minimap zahlreiche wichtige Punkte bereit, jedes Munitionslager oder jeder Checkpoint wird stets auflistet. Diese Resonanz wird Fanatiker erfreuen, Anfänger dagegen blind werden lassen.
Eine immense Anzahl an Einheiten erlaubt das Ausprobieren verschiedener Taktiken. Von Fallschirmjägern (Bodeneinheiten), Truppenfahrzeugen über Flugzeuge bis hin zu Panzern sowie Booten bekommt ihr alles geboten. Die Missionen gewinnen zusätzlich an Spannung, wenn das gerade noch von der Sonne hell erleuchtete Schlachtfeld plötzlich in die dunkle Nacht übergeht. Der Tag-Nacht-Wechsel, den "Officers World War II" mit sich bringt, geht zwar rasant schnell vonstatten, erhält jedoch die Abwechslung genauso wie die Szenarienwechsel (grüne Wiesen, Schneegebiete) aufrecht. All das macht "Officers World War II" zum Geheimtipp des Jahres - für hart gesottene Strategen. Begeisterte Spieler toben sich zudem entweder im mitgelieferten Mapeditor oder im Multiplayer-Modus aus.