Schach gilt gemeinhin als das Spiel der Könige. Allerdings können viele Leute mit den Regeln nicht viel anfangen, da sie für Einsteiger nicht unbedingt leicht verständlich sind. Um Kindern die Möglichkeit zu bieten, dieses Spiel zu erlernen, wurde die "Fritz & Fertig"-Reihe ins Leben gerufen. Sie soll den Kids leicht verständlich die Welt des Schachs näherbringen.
Auf dem Weg
Zu Beginn des Spieles wählt ihr einen von drei Spielständen aus. Danach folgt die Vorgeschichte: König Schwarz fordert König Weiß zu einem Duell heraus. Dieser ist allerdings im Urlaub und wird durch seinen Sohn, Prinz Fritz, vertreten. Der hat dummerweise keine Ahnung vom Schachspiel, aber zusammen mit seiner Cousine Bianca und König Bunt macht er sich auf den Weg zur Muckibude für Hirngymnastik. Dort soll ihm der Schachtrainer Fred Fertig das nötige Wissen vermitteln, um im Duell gegen König Schwarz bestehen zu können.
Die Geschichte zeigt es bereits: "Fritz & Fertig" richtet sich an jüngere Kinder, die Schach lernen wollen. Das zeigt auch der verwendete Grafikstil: Hintergründe und Figuren sind liebevoll gezeichnet. Auf eine Sprachausgabe wurde allerdings verzichtet - Dialoge und Erklärungen gibt es nur zum Lesen.
Auf dem Weg zur Muckibude zeigt König Bunt Fritz & Bianca einige kleine Spiele. Diese vermitteln bereits Schachgrundlagen, auf stark abstrahierte Weise. So verschafft euch das "Sumo-Schubsen" die Grundlagen der Königssteuerung und der Opposition, indem zwei Sumo-Ringer sich aus einem Kreis werfen müssen. Immer nur einen Zug, immer mindestens ein Feld zwischen beiden frei - ganz wie der König später auf dem Schachbrett. Die Turm-Steuerung wird durch eine Art Pacman-Klon erläutert, bei dem Münzen eingesammelt und Spinnen umgangen werden müssen. Über "Kloschüßel-Zerdeppern", eine Art "Breakout", wird der Umgang mit den Läufern erklärt. Und auch die Dame, die Bauern und die Springer haben ihr eigenes Minispielchen spendiert bekommen.
In der Muckibude müssen dann in drei Gewichtsklassen Übungen bestanden werden. Diese bauen immer auf dem gleichen Prinzip auf: Fred Fertig erklärt, worum es geht - ihr macht es nach. Das Ganze geschieht recht repetitiv, so muss die Grundaufgabe mehrmals in unterschiedlichen Konstellationen bewältigt werden. Ist die Aufgabe bestanden, erhaltet ihr zur Belohnung einen Pokal.
Ab auf's Feld
Wenn das Training überstanden ist, geht es in die Arena - das Duell mit König Schwarz will bestritten werden. Doch ihr könnt natürlich auch erst einmal gegen Fred oder König Bunt antreten. Während König Schwarz auf recht hohem Niveau spielt, ist König Bunt doch eher ein Anfänger. Für Fred könnt ihr hingegen einen beliebigen Schwierigkeitsgrad einstellen. Und der wirkt sich sehr stark aus: Während ihr auf der niedrigsten Stufe kaum ein Problem haben werdet und der Gegner einige grobe Fehler macht, werden auch die Profis mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad durchaus gefordert.
Da sich das Spiel vor allem an Kinder richtet, sucht ihr viele Features "grosser" Schachspiele vergeblich. Ihr könnt in einem Spielstand nur eine Partie abspeichern. Und auch das geht nur, indem ihr die Partie abbrecht - einfach an einem Punkt speichern geht nicht. Auf Analysen der Partie müsst ihr leider vollständig verzichten. Ein Lernmodus, indem ihr Fortschritte auch spürbar sehen oder Rekorde aufstellen und speichern könntet, wäre hier wünschenswert gewesen. Schade, denn nach dem Absolvieren des Trainings gibt es eigentlich neben dem Schachspiel selber nichts, was das Modul noch im Schacht hält.