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SPACE INVADERS EXTREME
 Test von Sven Reisbach (05.08.2008) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Shooter Publisher:Koch Media
Termin:02. Juli 2008 Entwickler:Taito

Die wenigsten unter uns werden sich noch daran erinnern können, als die Space Invaders erstmals ihren Siegeszug antraten. Immerhin ist dies mittlerweile 30 Jahre her – und liegt damit bei den meisten weiter zurück als die eigene Geburt. Doch nun will Taito die Spieler zum dreißigjährigen Jubiläum mit einer komplett überarbeiteten Fassung des simplen Shooters beglücken. Ob ein 30 Jahre altes Gameplay auch heute noch funktionieren kann?


Willkommen in der Neuzeit


Space Invaders. Das Prinzip war seinerzeit so simpel wie genial: Regelmäßig angeordnete Reihen von Pixelgegnern erscheinen auf dem Bildschirm, am unteren Rand befinden sich kleine Barrikaden und eine Kanone, die vom Spieler gesteuert wird. Während die Gegner-Formation die Barrikaden unter Beschuß nehmen und dabei immer weiter vorrücken, musste mit der von links nach rechts beweglichen Kanone zurückgeschossen werden. Der Automat, 1978 erstmals in Japan aufgestellt, fand viele Anhänger und Fans. Klar, dass die Hersteller reagierten, und so folgten Klone, Umsetzungen und Abwandlungen des Ur-”Space Invaders”-Spielprinzips auf den unterschiedlichsten Plattformen und von allen möglichen Herstellern. “Space Invaders” begründetet damit ein völlig neues Genre: Das Shoot'em Up.

Heute, 30 Jahre nach dem ersten “Space Invaders”-Automaten, beschert uns Taito die Wiedergeburt dieses Klassikers mit dem Zusatz “Extreme”. Das Spielprinzip bleibt weitestgehend unangetastet, erfährt jedoch einige Veränderungen. So wird eure Kanone nun nicht mehr durch die Barrikaden geschützt, dafür habt ihr aber auch ein umfangreicheres Waffenarsenal zur Verfügung. Um diese Waffen zu erhalten, müsst ihr lediglich vier Gegner einer Farbe hintereinander abschiessen und das daraufhin erscheinende Extra einsammeln. So erhaltet ihr für vier blaue Gegner-Schiffe einen dickeren Laser-Strahl, mit dem ihr eure Gegner gleich der Reihe nach entsorgt. Vier rote Gegner wiederum bringen euch eine Kanone, mit der ihr Granaten abfeuert, die bei Berührung mit dem Feind detonieren und umliegende Schiffe mit in den Tod reißen.

Auch die Space Invader haben dazugelernt: So greifen sie euch nun auch mit unterschiedlich grossen Schiffen an, was das Zielen (und Treffen) mitunter nicht gerade erleichtert. Aber auch ganz neue Angriffsformen, wie der Einsatz von Lasern und Schilden, haben sie gelernt. Da heisst es ballern, bis die Finger glühen – und das ist wörtlich zu verstehen. Taito hat, aus unverständlichen Gründen, leider auf eine Taste zum Dauerfeuer verzichtet, und das bedeutet: Für jeden Schuß müsst ihr die Taste drücken! Wieder und wieder und... naja, ihr versteht schon.

Das Geschehen wird ab und an unterbrochen, um euch eine Bonusrunde zu gewähren. Hier geht es nicht darum, Punkte zu sammeln, sondern eine Aufgabe zu erfüllen. Meist läuft es darauf hinaus, dass ihr vor Ablauf des Zeitlimits einen bestimmten Gegnertyp mehrmals getriffeb haben müsst. Gelingt euch dies, so kommt ihr ins “Fever”, welches eure Waffe für kurze Zeit verstärkt. Eine weitere Unterbrechung und Neuerung stellen die Boss-Kämpfe dar. Diese finden meist auf beiden Bildschirmen des DS statt und eure Aufgabe hier ist es, die Schwachstelle des Gegners zu finden, freizulegen und unter Dauerbeschuß zu nehmen.


Klein und schwer

Euch erwarten im Arcade-Modus generell fünf Stages. Nach der zweiten Stage spaltet sich das Spielgeschehen jedoch anhand eurer Leistung im Level in mehrere Schwierigkeitsgrade auf – insgesamt gibt es also 11 Stages, in denen ihr euch bewähren müsst. Über eines solltet ihr euch im Klaren sein: “Space Invaders” war seinerzeit ein sogenanntes Groschengrab! Das sind Automaten, die einfach schwer sind, um den Spieler immer wieder dazu zu bringen, noch einmal eine Münze einzuwerfen, um es noch einmal zu versuchen. Und auch das Remake ist alles andere als leicht ausgefallen.

Die Präsentation stellt einen guten Mix aus Alt und Neu dar. Während die Kanone des Spielers und auch die meisten Gegner im Retro-Look daherkommen, sind der oftmals psychedelische Hintergrund und die Soundeffekte das genaue Gegenteil! Besonders die Sounds, die sich geschickt in die Musik einflechten und so eine dynamische Hintergrundmusik bilden, seien hier hervorgehoben.

Ansonsten bietet die neueste Auflage der Space Invaders einen Ranglisten-Modus, in dem ihr eure High-Scores online per WiFi-Verbindung mit anderen Spielern vergleichen könnt sowie einen Modus für zwei Spieler gegeneinander. Hierzu ist dann auch nur ein Modul erforderlich – löblich. Ausserdem könnt ihr im Stufen-Modus eine der bereits absolvierten Stages erneut spielen, um einen High-Score aufzustellen.





Ohne den Retro-Bonus würde “Space Invaders Extreme” heute nicht mehr funktionieren! Zu wenig Level, zu wenig Abwechslung, zu schwer. Aber gerade der Retro-Charme macht auch im neuen Gewand einen gewaltigen Reiz an den Invasoren aus. So stürzt man sich erneut ins Gefecht mit einem Schiff, das nur auf horizontaler Achse bewegt werden kann gegen immer wieder gleiche Gegner. Man flucht über den Schwierigkeitsgrad und das nicht vorhandene Dauerfeuer. Und nach kurzer Pause versucht man das Level nochmal. Und nochmal. Kurz: Das Spiel hat einen gepackt. Dennoch ist es einfach nicht mehr zeitgemäß und viel zu kurz. Da wäre mehr drin gewesen!
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Pro:
Retro-Bonus

Contra:
zu wenig Stages
teilweise knackschwer


Offizielle Website:
 @Taito



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