“Igel ärgern” - das klingt brutal und verlangt geradezu nach Tierschützern, mag man meinen. Aber weit gefehlt: Es handelt sich hierbei um die DS-Umsetzung des Brettspieles “Igelrennen”, in dem es für zwei bis sechs Spieler darum geht, drei ihrer vier Igel vor den Stacheltieren der Gegner im Ziel ankommen zu lassen. Das Rennen ist eröffnet!
Chaos hoch 4
Es mag simpel klingen: Bringe drei deiner vier Igel über ein in sechs Bahnen unterteiltes Feld vor den Gegnern ins Ziel. Aber so einfach ist es natürlich nicht. Es gibt Löcher auf der Strecke und je nach Regelvariante schubsen sich die Igel auch schonmal von der Bahn oder blockieren sich gegenseitig. Und je mehr Mitspieler (bis zu sechs sind möglich) zusammenkommen, umso chaotischer und auch lustiger wird es auf dem Spielfeld.
Wichtig ist für solche Spiele, dass Kinder (die angepeilte Zielgruppe) sie auf Anhieb verstehen können. Bei “Igel ärgern” ist das nicht immer gut gelungen: Gerade die Menüs sind teils unübersichtlich gestaltet, auch wenn positiverweise auf unnötige Texte verzichtet wurde. So braucht es erstmal eine Zeit, um herauszufinden, welche der Regelvarianten einem am ehesten zusagt: Schiebe- oder Stapelmodus, Flach- oder Rohrmodus, Doping oder kein Doping, zufällige Bahn oder freie Bahnwahl, zufälliger oder gespielter Start. Das verwirrt zu Anfang, hier ist einiges Ausprobieren oder ein Blick in die sehr dünne Anleitung nötig.
Bunter Haufen
Aus leider gerade einmal sechs Strecken wählt man eine passende aus, bestimmt, wieviele Mitspieler (und CPU-Gegner) am Spiel teilnehmen sollen – und schon geht es, entsprechend der Regelvarianten, los. Das Spiel selber ist recht schnell verstanden, je nach festgelegtem Regelwerk. Wer die Brettspielvorlage kennt, ist natürlich klar im Vorteil.
Auf dem unteren DS-Bildschirm befindet sich das Spielfeld mit den Igeln, während sich auf dem oberen DS-Schirm die Informationen abrufen lassen. Anhand einer kleinen Grafik kann man sich den Gemütszustand der eigenen Igel und der der Gegner ansehen und erfährt so, wie sie die Sache auf dem Feld beurteilen.
Soundtechnisch wird leider nur Minimalkost geboten: Zwei verschiedene Songs, die recht schnell dafür sorgen, dass der DS verstummt. Die Igel kommentieren noch mit kurzen "Hähähähä"- oder "oh-oh"-Kommentaren das Spielgeschehen, ein paar nette Soundeffekte noch, das war es dann auch schon.
Wirklich Spaß macht das Spiel erst, wenn mehrere menschliche Zocker daran teilnehmen. Gegen die CPU wird der Titel dagegen schnell langweilig. Wer also Freunde mit DS und dem Spiel "Igel ärgern" hat, kann über eine drahtlose Verbindung spielen, ansonsten müssen sich die Mitspieler eben den DS herumreichen, wenn der eigene Zug beendet ist.