Früher standen sie in jeder Kneipe - Flipperautomaten. Mal spacig, mal total abgedreht, drehte sich alles darum, die Kugel möglichst lange im Spiel zu halten und damit den Highscore zu knacken - meist jedoch ging einfach nur das Kleingeld aus. Heute gibt es dieses Vergnügen fast nur noch virtuell.
Flipper im Eigenbau
Das Konzept klingt gut: Zahlreiche Flipperautomaten samt der Möglichkeit, nach dem Baukastenprinzip eigene Tische zu kreieren. Das hat Potenzial, mag man meinen. Doch allzu schnell macht sich Ernüchterung breit: Gerade mal drei Flippertische stehen zur Verfügung, von denen nur einer von Anfang an freigeschaltet ist. Wie sich die anderen beiden aktivieren lassen, verrät das Spiel freilich nicht - dies rauszufinden obliegt euch.
Leider sind die Tische alles andere als abwechslungsreich. Ein paar Bumper und Hindernisse, aber keine nennenswerten Eigenheiten, die die Tische zu etwas Besonderem machen. Auch das Verhalten der Flipperkugel ist weit entfernt von physikalischer Korrektheit – und damit auch vom Spielspaß. Ist sie mal recht träge unterwegs, kann sie in der nächsten Sekunde schon mit unglaublicher Geschwindigkeit auf dem Weg nach unten sein... und euch damit jede Chance nehmen, rechtzeitig reagieren zu können. Auch kommt es immer mal wieder vor, dass die Kugel direkt von der Abschußrampe nach unten ins Aus befördert wird, ohne dass ihr etwas dagegen unternehmen könnt. Dafür gibt es dann zwar einen Extraball, wirklich motivierend ist diese Regelung aber nicht.
Dafür ist jedoch die Steuerung gelungen. Nein, nicht die Steuerung via Touchscreen, die funktioniet absolut nicht und erkennt oftmals nicht annähernd eure Aktionen. Die Eingaben über die beiden Schultertasten funktionieren hingegen sehr gut.
Hingeschluderter Editor
Gut, eventuell sind die Tische ja nur Standardkost, die man mit dem Editor aufpeppen kann. Auf der Verpackung verspricht der Baukasten “einen Tisch ganz nach deinen Wünschen” kreieren zu können. Im Editor wird zunächst die Farbe des Tisches festgelegt, bevor es dann an die Platzierung der Elemente geht. Ernüchterung: Es können 6 Bumper auf dem Tisch angeordnet werden, das war es dann auch schon mit der Entfaltung des eigenen kreativen Potenzials.
Somit bleibt ein Flipperspiel, das keiner braucht. Wirklich keiner! Sollte man aber tatsächlich jemanden gefunden haben, der dieses Spiel ebenfalls besitzt, kann man sich mit diesem Leidensgenossen auf den vorgegebenen Tischen messen oder einen der Selbsterstellten tauschen. Schade, interessant wären die gebotenen Modi mit ihren Power-Ups und diversen Spielereien sicherlich gewesen, wenn der Spielspaß auf den Tischen gestimmt hätte.