Mit dem Release des DS sahen viele Freunde von Adventures eine Rückkehr des Genres kommen, bot sich die Stylus und Touchpad-Steuerung doch geradezu für Point & Click-Adventures an. Titel wie „Another Code“ oder „Hotel Dusk: Room 215“ bewiesen dann auch, wie gut Adventures auf Nintendos Handheld funktionieren können. „Geheimakte: Tunguska“ ist die 1:1 Umsetzung des im Jahr 2006 erschienenen PC-Adventures und beweist ebenfalls, dass dieses Genre nach wie vor eine Daseinsberechtigung hat.
Was geschah in der Tunguska-Region?
1908 erschütterte die Tunguska-Region in Sibirien eine heftige Explosion, die 1150-mal stärker war als die einer Atombombe aus den 40er Jahren. Bis heute ist nicht geklärt wie es zu dieser Explosion kam. Die meisten Wissenschaftler gehen jedoch von einem Asteroideneinschlag aus.
Fast 100 Jahre später, verschwindet der Wissenschaftler Wladimir Kalenkow spurlos. Seine Tochter Nina muss das Verschwinden selber untersuchen, da die Polizei ihr nicht helfen will. Dabei findet sie Hinweise darauf, dass ihr Vater an Expeditionen in die Tunguska-Region beteiligt war und dass in Russland selbst gerade wieder eine groß angelegte Expedition in diese Region stattfinde. Aber jemand scheint verhindern zu wollen, dass das Geheimnis um Tunguska weiter erforscht wird. So muss Nina nicht nur das Geheimnis um das Verschwinden ihres Vaters aufdecken, sondern auch das Geheimnis um die Tunguska-Region selbst. Hilfe bekommt sie nur Max, dem Mitarbeiter ihres Vaters und natürlich von euch, der sie durch die verschiedenen Locations rund um die Welt begleitet und ihr dabei hilft die kniffligen Rätsel zu lösen.
Wie spielt sich das Adventure?
Wie bereits gesagt, ist „Geheimakte: Tunguska“ eine 1:1 Umsetzung der PC Version. Levels und Rätsel sind also genau wie im PC-Original. Einzige Neuerung ist die Steuerung mit Stylus und Touchpad, die auf dem Nintendo DS als Ersatz für Maus und Tastatur dient. Per Klick mit dem Stylus auf dem Touchpad bewegt ihr Nina, alternativ auch mit dem Steuerkreuz, und lasst sie Aktionen wie das Betrachten oder das Einsammeln von Gegenständen ausführen. Im stets eingeblendeten Inventar zückt ihr schnell benötigte Gegenstände oder kombiniert diese untereinander. Damit ihr auf Anhieb seht, welche Gegenstände ihr überhaupt nutzen könnt oder einen Blick wert sind, drückt ihr einfach eine der Schultertasten des DS. Daraufhin werden Lupen eingeblendet die zeigen, was ihr euch einmal genauer anschauen solltet.
„Geheimakte: Tunguska“ ist ein klassisches Adventures das sich auf das Untersuchen, Kombinieren und den richtigen Einsatz von Items verlässt. Hin und wieder seid ihr mit Max und Nina unterwegs und müsst im Zusammenspiel einige Rätsel lösen. Dabei könnt ihr per Klick auf das Charakter-Icon jederzeit zwischen den beiden wechseln. Hier kommt es noch zusätzlich darauf an, dem richtigen Charakter die Items zuzuordnen, die er für sein Vorankommen benötigt.
Die weiteren Funktionen des DS werden dabei nicht unterstützt, was dem Ganzen aber keinen Abbruch tut. Die Rätsel sind immer logisch aufgebaut und mit ein wenig Gehirnschmalz und Knobelei zu lösen. Bei schwierigeren Rätseln stellt das Modul eine Hilfe bereit. Im Tagebuch kann an bestimmten Stellen ein Hinweis auf die Lösung nachgelesen werden. Sehr löblich, wenn ihr mal gar nicht weiterkommt. Andererseits natürlich dumm, wenn zu dem Bereich in in dem ihr gerade Hilfe benötigt, keine Hilfe vorhanden ist.
Wie ist die technische Umsetzung?
Auf dem unteren Screen seid ihr die meiste Zeit fixiert, da sich das Spiel eigentlich nur dort abspielt. Lediglich die Dialogboxen werden im oberen Screen dargestellt. Die Grafik der Hintergründe ist gut gelungen, auch ohne die Lupenfunktion könnt ihr darauf viele Details ausmachen. Nur ist nicht jedes Teil auch gleichzeitig für die Rätsel relevant. Die Charaktere werden dagegen etwas grobkörnig dargestellt, verfügen aber dennoch über solide Animationen. Highlights sind die kleinen Renderfilmchen, die bei Schlüsselmomenten eingesetzt werden. Die Locations sind sehr unterschiedlich und frischen das Ganze immer etwas auf. Anfangs noch im Museum des Vaters unterwegs, kommt ihr sehr schnell nach Russland, in einen Bahnhof, einen Zug, ein Krankenhaus, sogar nach Kuba oder in eine irische Burgruine. Alle Level sind sehr abwechslungsreich und stimmungsvoll gestaltet. Der Sound fällt leider etwas ab, da er sich überwiegend auf Umgebungsgeräusche fixiert. Dabei jedoch sehr leise ist und nur wenig Musikstücke eingesetzt werden. Zu einem Kopfhörer, um ein wenig besser in die Atmosphäre einzutauchen, sei an dieser Stelle geraten.