Rayman spielte schon in den letzten Teilen von »Rayman Raving Rabbids nur eine untergeordnete Rolle. Nun wurde er ganz aus dem Spiel verbannt und die wahnsinnigen, weißen Hasen nehmen mit Rabbids Go Home alleine den DS ins Visier. Wir waren mit den Nagern auf der Jagd nach... eigentlich allem und verraten euch, ob sich der Titel lohnt.
Seltsame Spielchen
Warum sollte man mit Hasen durch die Welt fahren und sich alles unter den Nagel reißen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist? Dafür hat
Rabbids Go Home eine ganz plausible Erklärung: Die kleinen Tierchen haben festgestellt, dass man einen Stromschlag bekommt, wenn man sich auf eine Laterne setzt, und daraus gleich einen Volkssport gemacht. Als sie eines Nachts in den Himmel blicken, entdecken sie den Mond, aber halten ihn für eine riesige Laterne. Sofort wird beschlossen, dass eine Reise zum Mond fällig ist. Raketenwissenschaftler befinden sich nicht unter den Hasen, deswegen müssen die Nager einen Turm bauen. Und für einen Turm bis zum Mond braucht man ziemlich viele Sachen...
Wer (wie ich) nach dieser Story erwartet, das gesamte Spiel über entspannt das Hirn ausschalten zu können, liegt jedoch daneben. Die DS-Version von
Rabbids Go Home ist tatsächlich ein Knobelspiel. Und schon der erste Blick offenbart die Vorbilder: Ganz offensichtlich stand hier
Crazy Machines (
»unser Review zu Crazy Machines 2 für DS) Modell. Ziel ist es, den Hasen im Einkaufswagen vom Startpunkt zur Toilette, die über die Abflussrohre zum Sammelplatz der Rabbids führt, zu bringen und dabei möglichst viele Gegenstände einzusammeln. Hierzu stehen euch pro Rätsel eine gewisse Anzahl an Gegenständen zur Verfügung, die ihr platzieren, drehen, spiegeln und manchmal anderweitig manipulieren (z.B. mit einem Stromkabel ausstatten) könnt.
Doch nicht nur leblose Gegenstände wollen in den Levels klug eingesetzt werden. Da ein Hase selten allein kommt, laufen in den Arealen oft mehrere der Langohren herum. Im Gegensatz zu den anderen Gegenständen, die sich einfach nach den Gesetzen der Physik richten, haben sie jedoch einen eigenen Willen. Das zeigt sich zum Beispiel, wenn sie einem Hund zu nahe kommen, und aus Angst schlagartig die Beine in die Hand nehmen. Außerdem können sie mit Gegenständen, wie dem Baseballschläger oder der Pömpelpistole - einem alten Bekannten der Tierchen - interagieren. Hier lässt sich ein zweites Vorbild des Spiels erkennen, das gute, alte
Lemmings.
Eine lange Reise...
Im Storymodus von
Rabbids Go Home gibt es fünf größere Bereiche: Die Baustelle, Miami, den Vergnügungspark, Las Vegas und die Deponie. Diese unterscheiden sich nur in der grafischen Gestaltung und dem Schwierigkeitsgrad und bestehen wiederum aus je drei Zonen (von denen ihr zum Weiterkommen allerdings nur zwei schaffen müsst) mit jeweils 10 Levels. Das mach summa summarum 150 Levels. Zusätzlich zur Story gibt es den Wettkampfmodus. Mal gilt es hier, lange in der Luft zu bleiben oder jeweils zwei Hasen zu einem Fernseher zu führen. Oder aber alle Hasen müssen aus dem Bild befördert werden. Jedoch gibt es auch im Wettkampfmodus einige Levels, in denen der Hase im Einkaufswagen möglichst viele Dinge sammeln muss - mit dem Unterschied, dass hier Wagen und Toilette frei platzierbar sind. Wer immer noch nicht ausgelastet ist, darf seine eigenen Levels bauen. Platz ist ausreichend vorhanden und pro Kreation dürft ihr 100 Elemente verwenden (zum Vergleich: bei
Crazy Machines 2 sind es 30).
Auch ein Mehrspielermodus ist in
Rabbids Go Home vorhanden. Die normalen und die selbst erstellten Levels lassen sich hierbei kooperativ lösen. Ein zweites Spiel wird nicht unbedingt benötigt, da Download-Spiele unterstützt werden. Die WiFi Connection wird jedoch nur genutzt, um seine selbst erstellten Levels hochzuladen und anderen Spielern zugänglich zu machen.
...mit einigen Strapazen
Die Lernkurve von
Rabbids Go Home ist wohl das größte Manko des Spiels. Vorbildlich werden neue Elemente durch kurze Videos eingeführt und dem Spieler die Steuerung per Touchpen erklärt, doch die gesamte erste Hälfte des Spiels kommt kaum über die Tutorialschwierigkeit hinaus, so dass die meisten Zocker unterfordert sein werden. Das Spiel deswegen für Kinder zu empfehlen, fällt mir dennoch schwer, da danach die Schwierigkeit ziemlich schnell ansteigt. Zwar lassen sich die Rätsel durchaus noch lösen, doch dank Elementen wie Warpwaschmaschinen muss oft um die Ecke gedacht werden. Weiterhin ist die Kollisionsabfrage negativ aufgefallen. Objekte prallen schon voneinander ab oder reagieren aufeinander, kurz bevor sich die Sprites berühren. In einem Spiel, in dem man Abläufe im Voraus planen muss, ist das sehr störend.
Technisch wagt Ubisoft mit
Rabbids Go Home keine großartigen Experimente. Statt auf 3D-Optik wird auf 2D-Sprites gesetzt. Leider ist, wie bereits erwähnt, die Kollisionsabfrage unvorteilhaft, aber da der DS kaum gefordert wird, bleibt die Framerate durchgehend stabil. Jedes der fünf Areale hat eine eigene Hintergrundmusik, die ich persönlich weder als störend noch als motivierend empfunden habe. Auch der Humor ist kein großer Pluspunkt des Spiels, da der sich auf die bekloppte Story und ein gelegentliches "BWAAAAH!" beschränkt. So abgedreht wie in
Rayman Raving Rabbids geht es zumindest auf dem DS nicht zu.