Der DS mausert sich allmählich zu einem Remake-System. Diesmal hat es "Populous" erwischt, das erste Spiel von Peter Molyneux' Studio Bullfrog Productions aus dem Jahre 1989. Dieser Titel war seinerzeit die erste Göttersimulation, und ihr folgten sehr bald weitere Teile. Ob die Umsetzung für den DS an alte Erfolge anknüpfen kann, zeigt unser Test.
Einmal Gott sein
In "Populous" nehmt ihr die Rolle eines Gottes ein. Eure Aufgabe ist es, euer Volk siegreich gegen das Volk eines anderen Gottes ins Feld zu führen. Das Spiel findet im Allgemeinen auf dem unteren Screen statt, wo ihr indirekt in das Leben eurer Gläubigen eingreift. Indirekt insofern, als dass ihr euren Schützlingen keinerlei direkte Befehle geben könnt. Alles, was ihr tun könnt: Land anheben oder absenken, allgemeine Befehle geben oder ein Wunder wirken.
Am häufigsten werdet ihr wohl die Landschaft verändern. Dies ist nötig, um eurem Volk eine möglichst ebene Fläche zur Besiedlung zur Verfügung zu stellen. Nur dann können Häuser die Größe von Palästen erreichen. Damit dies reibungslos funktioniert, wurde die Ansicht auf dem unteren Bildschirm ein wenig vereinfacht - ihr erkennt die Höhenunterschiede so viel leichter. Diese könnt ihr mit dem Stylus zu euren Gunsten verschieben. Aufgrund der isometrischen Ansicht erfordert dies jedoch erstmal einiges an Eingewöhnung.
Seid fruchtbar und mehret euch.
Zudem könnt ihr eurem Volk auch einen von vier einfachen Grundbefehlen geben. Diese werden von allen befolgt, einzelne Leute befehligen könnt ihr also nicht. Ihr könnt eure Untergebenen zum Hausbau, zur Vereinigung oder zum Kampf gegen das gegnerische Volk auffordern. Ausserdem dürft ihr sie zum Sammeln um eine Fahne auffordern. Dies ist eine gute Möglichkeit, sie vor einem Angriff auf den Feind zu bündeln. Habt ihr noch keinen Anführer, wird der erste Gläubige, der die Fahne erreicht, zu einem solchen. Diese sind im Kampf besonders stark. Eine andere Möglichkeit, euer Volk zu stärken: Wenn sie sich zu einer Gemeinschaft vereinen - das macht sie stark. In Kombination könnt ihr so euer Volk zusammenrufen, stärken und gegen den Feind hetzen. Aber um direkter in das Geschehen einzugreifen, kommt ihr um den Hausbau nicht herum. In den Gebäuden wird nämlich mentale Energie produziert, die ihr braucht, um Wunder wirken zu können.
Habt ihr genug mentale Energie gesammelt, erhaltet ihr die Möglichkeit, Wunder auszusprechen. Welche, das bestimmt das Element, dem eure Hottheit sich verschrieben hat. Je mehr mentale Energie ihr gesammelt habt, desto mächtiger werden eure Wunder. So könnt ihr Erdbeben auslösen, Sumpffallen bauen und vieles mehr. Aber nicht nur offensive Sprüche warten auf ihren Einsatz, ihr könnt beispielsweise auch eine spezielle Kriegervariante schaffen, die besonders stark ist.
Ein weiteres Wunder ist der "Endkampf": Die finale Schlacht zwischen eurem Volk und dem eures Widersachers. Dieser kann auch nach dem Ablauf eines Zeitlimits eingeläutet werden. Begleitet vom letzten Akt aus Beethovens neunter Symphonie, der "Ode an die Freude", bekriegen sich dann die beiden Völker unter den Augen ihrer Götter. Eingreifen könnt ihr hier nicht - ihr solltet also vorher schon zugesehen haben, eine genügend starke Bevölkerung auf die Beine gestellt zu haben. Eure Chancen könnt ihr auch vorab schon abschätzen, denn am linken Rand der Karte befindet sich eine Anzeige, die das Verhältnis eurer Stärke zu der des Gegners zeigt.
Viel zu tun für die Götter
Das Spiel dürfte euch einige Zeit bei Laune halten können. Dafür sorgen die acht Levels, die euch im normalen Herausforderungs-Modus erwarten (einschliesslich eines Tutorials). Dazu kommen noch Bonus- und Extra-Modi, in denen der Schwierigkeitsgrad nochmal angehoben wurde. Bei den Herausforderungen schaltet ihr auch verschiedene Landschaftsstile frei. Im freien Spiel könnt ihr diese dann nach Belieben auswählen. Hier könnt ihr auch die Spielregeln euren Wünschen gemäß anpassen. Das Minispiel "Kriegerjagd" rundet die Singleplayer-Modi ab. Darin müsst ihr eine bestimmte Figur in einem Gewusel aus mehreren Gläubigen ausfindig machen. Hier sind gute Augen und schnelle Reaktion gefragt.
Bis zu vier Spieler können sich zusammenfinden, um im Multiplayer-Modus gegeneinander anzutreten. Auch "Kriegerjagd" ist mit mehreren Teilnehmern spielbar.
Durchwachsener Eindruck
Die Darstellung aus der isometrischen Ansicht bedarf einiger Eingewöhnung. Gerade zu Anfang werdet ihr manchesmal nicht das Land anheben, das ihr anheben wolltet. Mit etwas Übung habt ihr das aber schnell raus. Dennoch ist die Darstellung recht limitiert - auf dem unteren Screen seht ihr nur einen kleinen Ausschnitt, der zur besseren Erkennung der Höhenunterschiede vereinfacht wurde. Auch die Gläubigen seht ihr nur als kleine Icons über den Screen wuseln. Auf dem oberen Bildschirm wird euch die gleiche Position angezeigt, jedoch in etwas aufgehübschterer Form. Renderfilmchen untermalen dann die Wunder, die ihr wirkt. Soundeffekte und Musik sind etwas knarzig, stören aber nicht - und beim Endkampf werdet ihr sicherlich den DS lauter drehen wollen.
Das alles kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Spielprinzip sehr schnell langweilig wird. Zwar kann der Multiplayer da ein wenig - Spielpartner vorausgesetzt - Abhilfe schaffen, insgesamt betrachtet ist die Neuauflage von "Populous" allenfalls Fans des Urspiels zu empfehlen, alle anderen sind mit anderen Strategie-Titeln besser beraten.