Mit einem unverbrauchten Setting und entscheidenden Neuerungen will Capcom dem Spiel des Jahres 2005 einen noch besseren Nachfolger spendieren. Schon allein die Neubesetzung der weiblichen Nebenrolle räumt einen der wenigen Kritikpunkte am ansonsten genialen "Resident Evil 4" aus. Was der neueste Resi-Ableger sonst noch zu bieten hat, erfahrt ihr in unserer Vorschau.
Gemeinsam gegen das Böse
Im Zentrum der gespielten Aufmerksamkeit steht einmal mehr ein alter Bekannter: Chris Redfield, der schon im ersten Teil der Serie gegen das „beständige Böse“ kämpfen musste, gibt sich in Teil 5 ein Stelldichein. Als Mitglied einer neu gegründeten Organisation wird er nach Afrika berufen, wo sich als Folge eines bioterroristischen Anschlags Menschen und Tiere in hirnlose Kreaturen verwandelt haben. Um dieser Gefahr nicht allein entgegentreten zu müssen, spendiert ihm Capcom erneut eine weibliche Begleitung: Die rassige Sheva Alomar erweist sich jedoch als deutlich kampferprobter als das dumme Blondchen aus Teil 4, dessen Hilferufe einem schnell den Spielspaß verhageln konnten. Als todbringendes Team wollen Chris und Sheva nun die Ursachen und Hintergründe der modernen Seuche ans Tageslicht bringen. Das Buddy-Feature nutzen die Entwickler erstmals für einen Online-Koop-Modus, in dem ihr die beiden Zombie-Jäger gemeinsam durch die Slums und Marktplätze des Schwarzen Kontinents steuern dürft. Doch nicht nur bei den zahlreichen Gefechten zahlt sich die doppelte Feuerkraft aus, auch einige Rätsel erfordern gemeinsames Vorgehen. Fehlt euch die menschliche Begleitung, so übernimmt die KI die Steuerung der schönen Sheva. Das Spiel erlaubt es euch jedoch auch dann, per linker Schultertaste Befehle an Sheva zu geben, Munition und Granaten auszutauschen oder ihr die Rückendeckung zu übertragen.
Bodycount-Safari
Der Star des neuen Resi-Abenteuers ist jedoch nicht der wunderschön animierte Hauptcharakter und seine charmante Begleitung, sondern das unverbrauchte Setting: ein sonnendurchflutetes und staubtrockenes Afrika. Die im Vergleich zu den düster gehaltenen Vorgängern taghellen Umgebungen des Schwarzen Kontinents sind jedoch nicht minder gruslig. Zerfallene Slum-Siedlungen, verlassene Marktplätze oder staubige Straßen vermitteln eine unglaublich dichte Atmosphäre. Gerade bei den Licht- und Schatteneffekten haben die Entwickler ordentlich zugelegt, die Animationen eurer wankenden Kontrahenten sind ebenfalls erstklassig. Zudem dürft ihr einen Großteil der Umgebungen zerlegen, so lassen sich beispielsweise Türen durchsieben, Fässer zur Explosion bringen oder Bretterwände in ihre Einzelteile zerlegen. Doch auch die infizierten Bewohner der Siedlungen wissen ihre angestammte Umgebung auszunutzen. Besonders gefährlich sind die aus dem Vorgänger bekannten Kettensägen-Träger, die eure Körpergröße gern effektvoll reduzieren wollen.
Im Süden nichts Neues
Für das eigentliche Gameplay verlässt sich Capcom auf die grundlegenden Mechaniken des Vorgängers. Wie in "Resident Evil 4" dürft ihr die Zombies direkt aufs Korn nehmen und mit dem Analog-Stick unterschiedliche Trefferzonen anvisieren. Mit ein wenig Übung wird es so möglich, den mit Macheten und Knüppeln aufgerüsteten Widersachern ihre Nahkampfwaffen aus den Händen zu schießen. Treffer in die Beine hingegen verlangsamen eure Feinde. Mit dem Versperren von Türen durch Schränke oder dem Zerschlagen von Fässern und Kisten, in denen sich heilende Kräuter oder Munition verbergen, haben weitere Spielelemente aus "RE 4" ihren Weg in den fünften Teil gefunden. Somit sollten alteingesessene Resi-Fans sofort mit der Steuerung und den Gameplay-Mechaniken zurechtkommen. Trotzdem kann man den Entwicklern nicht vorwerfen, sich auf dem Erfolg des Vorgängers auszuruhen. So wurde beispielsweise das Inventar gründlich überarbeitet: Anstatt euch aus dem eigentlichen Spielgeschehen herauszureißen, könnt ihr in Teil 5 mit nur einem Knopfdruck durch eure Bewaffnung schalten und so Chris und Sheva die zur Situation passende Knarre in die Hand geben. Zur Wahl stehen viele altbekannte Waffen wie die obligatorische Pistole mit Laserpointer, unterschiedliche Schrotflinten, Maschinengewehre, Scharfschützengewehre, Granaten und natürlich das Messer gegen unerwünschte Umarmungen. Das Beste daran: Ihr seht alle im Inventar befindlichen Waffen während des Spiels auf dem Rücken von Chris oder Sheva. Neue Schießeisen und Upgrades erhaltet ihr wie gewohnt beim Händler, der auch in "Resi 5" wieder jede Menge neuer Items unter seinem Mantel versteckt. An der Intelligenz der Zombies wurde ebenfalls gefeilt. So verfolgen euch die Infizierten nun noch hartnäckiger, rotten sich in Horden zusammen und brechen teilweise sogar durch Wände.
Für den Release hat sich Capcom den 13. März 2009 im Kalender angestrichen. Trotz der Tatsache, dass es sich dabei um einen unglückbringenden Freitag handelt, dürfte allen Zockern wohl einer der glücklichsten Tage des Jahres bevorstehen.